DRK-Heim in Pinneberg : Die Entscheidung naht

Zumindest vor dem DRK-Heim bewegt sich etwas: Die Krokusse sprießen. Das Gebäude am Rehmen steht hingegen seit dem Jahr 2012 leer. Nun entscheiden die Richter, ob die Stadt für das Grundstück mit dem maroden Bau viel Geld berappen muss.
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Das Gericht hat entschieden: Die Stadt muss für das Gebäude bezahlen.

Die Justiz fällt kommende Woche das Urteil über die Zukunft des Grundstücks. Auf dem Areal könnten Wohnungen und Gewerbe entstehen.

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18. März 2016, 14:00 Uhr

Pinneberg | Monatelang wurde darum gerungen, nun steht die Entscheidung kurz bevor. In der kommenden Woche will das Landgericht ein Urteil über die Zukunft des Grundstücks fällen, auf dem sich das DRK-Heim befindet. Dann entscheidet sich, ob die Stadt Pinneberg das 5000 Quadratmeter große Areal an der Straße Am Rehmen samt Gebäude verhältnismäßig günstig zurückbekommt oder dafür tief in die Taschen greifen muss. Als dritte Option ist ein Vergleich möglich.

Die Vorgeschichte geht bis in die 1960er Jahre zurück. Damals hatte das Deutsche Rote Kreuz das Grundstück unentgeltlich von der Stadt erhalten, um darauf ein Alten- und Seniorenheim zu bauen. Die Überlassung war laut Stadt an die Betreibung gekoppelt. Nach der Schließung des Heimes im März 2012 machte sie deshalb einen Rückübereignungsanspruch geltend. Das DRK, das in der Folge Sozialwohnungen für Rentner in dem Haus schaffen wollte, sich damit gegen die Politik allerdings nicht durchsetzen konnte, stellte sich jedoch quer. 1,2 Millionen Euro verlangt der Verband für das Gebäude. Die Verwaltung hingegen will das Grundstück kostenlos zurück und höchstens die Abrisskosten tragen. Wie Stadtsprecher Marc Trampe gestern betonte, sei die Fläche Teil des Bebauungsplans für das benachbarte Rehmenfeld, auf dem in den nächsten Jahren Wohn- und Gewerbegebiete entstehen sollen. Über konkrete Pläne wollte er sich allerdings nicht äußern. Zunächst gelte es, das Urteil abzuwarten.

Vom Tisch ist indes mittlerweile die mögliche Nutzung des Gebäudes als Domizil für bis zu 150 Flüchtlinge. Unter dem Druck rapide steigender Zuwanderungszahlen hatten sich die Stadt und das DRK im Herbst vergangenen Jahres angenähert – und das trotz des seinerzeit bereits laufenden Gerichtsverfahrens. 750  000 Euro waren als Kaufpreis vereinbart worden. Doch die Politik fuhr der Verwaltung immer wieder in die Parade, zuletzt abschließend in der Ratsversammlung am 10. Dezember. Äußerst knapp, mit 16 zu 16 Stimmen, fand der Kaufantrag damals keine Mehrheit. CDU, FDP und Bürgernahe hatten mit dem Verweis auf Sanierungskosten von mehr als einer Million Euro dagegen votiert.

CDU-Fraktionschef Andreas Meyer verteidigte auch gestern noch einmal die Entscheidung. „Es war richtig, sich nicht in das Abenteuer DRK–Heim zu stürzen“, sagte er. Zwar seien derzeit stadtweit noch immer 160 Flüchtlinge in Hotels und Pensionen untergebracht, die anderer Unterkünfte bedürften. Doch Container seien dafür die bessere und preiswertere Lösung. Solche sollen in den nächsten Wochen unter anderem an der Müßentwiete, am Damm, an der Elmshorner Straße sowie auf dem Parkplatz unter der Hans-Hermann-Kath-Brücke aufgestellt werden.

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