zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 00:22 Uhr

Die Entrückung der Mari Kato

vom

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Rellingen | Das Maifestival in der Rellinger Kirche - ein Synonym für Kultur der Extraklasse. Bereits zum 28. Mal lud der Förderverein für Musik an der Rellinger Kirche (MRK) hochkarätige Musiker in den Barockbau. Vorsitzender Günter Rasinski: "Wir gehören mit zu den ersten, die solche Veranstaltungen im Kreis Pinneberg überhaupt angeboten haben".

Intendant Luz Leskowitz und "seine" Salzburger Solisten lockten internationale Preisträger, wie den Moskauer Violinisten Aylen Pritchin und das Klavierduo Sachi Takeda sowie Madoka Nakadai aus Tokio nach Rellingen.

Ein wenig Sorgen machte man sich wegen des Champion League Finales am zweiten Tag, der unter dem Motto "Con Bravura" italienische Meister, deutsche Romantiker sowie russische und japanische Postmoderne lieferte. Zwar war es etwas leerer als bei der Premiere, doch das Publikum konnte sich durchaus sehen lassen - und hören: Stürmischer Applaus, Bravorufe, Pfeifkonzerte und "Getrampel" begleiteten die jeweiligen Musiker von der Bühne.

Besonderen Beifall ernteten Kontrabassistin Mette Hanskov, Pritchin und das Klavierduo. Hanskov begann getragen und leise, steigerte sich immer mehr und schöpfte im zweiten Teil von Giovanni Bottesinis "Allegro di Concerto Alla Mendelssohn" aus dem Vollen. Pritchin versetzte das Publikum mit knallendem Pizzicato und grellen Flageolett-Tönen des ansonsten klassischen "Le Streghe" von Niccolò Paganini in Erstaunen. Das Klavierduo überzeugte mit romantischen Stücken, "sahnte" jedoch mit den modernen Werken "Tong Poo" von Ryuichi Sakamoto und "Concertino über zwei russische Themen" von Alexander Rosenblatt richtig ab: fast jazzige Rhythmen und eine gekonnte Inszenierung mit einer Spielerin in der Mitte, während die andere von außen in die Tasten griff, rissen das Publikum von den Sitzbänken.

Zum romantischen Ausklang verzückte Mari Kato mit "Zwei Nocturnes" von Frédéric Chopin. Gelassen, seelenvoll, grazil, emotional - die Virtuosin katapultierte sich mit ihrer Interpretation in die erste Garde der Tastenzauberer. Ein Reifeprozess. Bravo.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen