zur Navigation springen

Kreiselternvertretung : Die Eltern kämpfen um Gehör

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Stärkeres lokalpolitisches Engagement geplant. Politiker wüssten oft nicht, wie die Belastungen aussehen.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2016 | 14:30 Uhr

Kreis Pinneberg | „Es ist die Zeit gekommen, wo sich die Eltern zusammenschließen müssen“, sagte Claudia Wittburg beim ersten kreisweiten Elternabend im Vereinszentrum des VfL Pinneberg. Die Kreiselternvertretung (KEV) stellte ihre bisherige Arbeit vor und motivierte die Eltern, sich zusammenzuschließen und gemeinsam aufzutreten, um ihre Interessen bei der Schaffung von Kita-Plätzen, Betreuungsklassen oder Gebühren durchzusetzen.

„Wir wollen und müssen in der Kommunalpolitik aktiver werden, um etwa zu bewegen“, sagte die KEV-Vorsitzende Nadine Mai und verwies auf Wittburg, die sich als parteilose Kandidatin für die Bürgermeisterwahl in Wedel hatte aufstellen lassen, aber gegen Amtsinhaber Niels Schmidt (parteilos) knapp verloren hatte. „Kinder sind teuer, aber sie sind es wert. Eltern müssen aber endlich angehört werden“, kritisierte Wittburg, dass für Kita- und außerschulische Betreuung bis zu 20 Prozent des Haushaltseinkommens einer Familie investiert werden müsse. „Kostenfrei wäre schön, wir sind aber bereit für die Betreuung zu bezahlen“, sagte Wittburg. Die Forderung des KEV: Das Familieneinkommen soll mit maximal zehn Prozent belastet werden. „Das ist ein Kompromiss, den wir im KEV gefunden haben. Wir wollen für die Qualität der Bildung etwas ausgeben, können es auch, aber es muss in einem vernünftigen Maß sein“, sagte Mai.

„Das Durchschnittsalter der aktiven Politiker ist zumeist ziemlich hoch. Sie wissen oft nicht, wie die Belastungen in den Familien aussehen“, sagte Wittburg und machte klar: „So wie jetzt kann es nicht weitergehen.“ Mit Hinblick auf die anstehenden Landtagswahlen appellierte sie an die etwa 40 anwesenden Eltern: „Viele Politiker sind auf Marktplätzen und in Innenstädten unterwegs. Greifen Sie sich diese und berichten Sie von ihrem Einzelschicksal.“ Die KEV-Vorsitzende Mai erwarte, dass die Kinderbetreuung ein prägendes Thema bei den Landtagswahlen wird.

Deutlicher wurde Maren Burrows von der Elterninitiative Wedel: „Nervt, stört, seid hartnäckig. Seid Zaungäste in den Sitzungen. Seid unbequem.“ In Wedel habe die Initiative durchgesetzt, dass erstmals seit zehn Jahren die Gebühren für die Kita- und Schulkindbetreuung nicht erhöht werden. Zudem werde bei der Geschwisterermäßigung auch die Schulkindbetreuung berücksichtigt. „Durch unsere Initiative konnten wir einige politische Vertreter von unserer Ansicht überzeugen, die sich zudem für die Belange von Familien in Wedel stark machen“, sagte Burrows. Das reiche aber noch nicht, um die Interessen der Eltern durchzusetzen. „Machen Sie Termine mit ihren Bürgermeistern und sprechen Sie Fraktionsmitglieder auf der emotionalen Schiene an. Denn genau das ist dieses Thema“, sagte Burrows. Die Elterninitiative wolle einen neuen Versuch unternehmen, in der Rolandstadt einen Elternbeirat einzuführen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen