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Sie hilft bei der Berufswahl : Die einzige Biz-Beraterin in ganz Schleswig-Holstein arbeitet im Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Seit April dieses Jahres ist Gina Gensel die neue Ansprechpartnerin. Auch die Beratung an Schulen gehört zu ihrem Aufgabenfeld.

von
erstellt am 24.Mai.2016 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Mehr als 300 Ausbildungsberufe und mehr als 10.000 Studiengänge gibt es in Deutschland. Wer sich für einen Beruf entscheiden muss, hat die Qual der Wahl. Orientierung in diesem Dschungel der Möglichkeiten bieten die Berufsinformationszentren (Biz) der Agentur für Arbeit. Diese Zentren gibt es von Elmshorn bis nach Flensburg in ganz Schleswig-Holstein. In anderen Biz-Zentren gibt das Empfangspersonal Auskunft. Im Kreis Pinneberg gibt es zusätzlich eine Biz-Beraterin. Seit Anfang April hat Gina Gensel diesen Posten in Elmshorn übernommen.

Die 30-Jährige kommt ursprünglich aus Hannover, hat dort auch Erziehungs- und Bildungswissenschaften studiert. Nach dem Studium arbeitete sie in einer Jugendvollzugsanstalt. „Dort habe ich mit den Jugendlichen Bewerbungen geschrieben und sie zu Vorstellungsgesprächen begleitet“, berichtet Gensel. In der Jugendvollzugsanstalt habe sie viel Kontakt mit den Jugendlichen gehabt, sie persönlich begleitet. „Da kam es dann zum Beispiel darauf an, ob und wie man die Lücke im Lebenslauf nennt“, so Gensel. Über sich sagt sie: „Ich hatte schon immer eine Schwäche für Herausforderungen.“

Seit August 2015 gehört sie zum Team der Agentur für Arbeit in Elmshorn. Zunächst arbeitete sie als Berufsberaterin auf befristeter Stelle. „Aber ich wusste schnell, dass ich hier bleiben möchte.“ Da kam ihr der freie Posten im Biz gelegen. Diese Stelle sei davor unruhig besetzt gewesen. „Deswegen gab es hier ein paar Monate einfach nicht so viele Veranstaltungen“, sagt sie. Das möchte die 30-Jährige, die vor kurzem nach Alveslohe gezogen ist, nun ändern. Veranstaltungen rund um Ausbildungs- und Studiumswahl, Bewerbungsschreiben und Assessment-Center möchte sie im Bauerweg 23 anbieten. Im Mai und im Juni gibt es einige Termine.

Zu Gensels Job gehört es auch, die Schulen in den Kreisen Pinneberg und Segeberg zu besuchen und dort Bewerbungstrainigs anzubieten. Ansonsten ist sie im Biz die Ansprechpartnerin zu allen Fragen rund um Praktika, Auslandsaufenthalten und dualen Ausbildungsmöglichkeiten. „Und ich biete jede Woche einen Mappencheck an. Dann prüfe ich mit den Jugendlichen ihre Bewerbungsmappen“, so Gensel.

Der erste Eindruck zählt

Was ist in Sachen Bewerbung zu beachten? Schriftliche Bewerbungen gebe es kaum noch. „Und es ist wichtiger geworden, individuell zu sein, aus der Bewerbermasse herauszustechen“, sagt Gensel. Häufiger Fehler: „Das Foto unterschätzen ganz viele. Dabei ist es wirklich wichtig – der erste Eindruck zählt.“ Und welche Berufe sind bei den Jugendlichen am beliebtesten? „Alles mit Medien bleibt beliebt“, sagt Gensel. Auf der Strecke blieben hingegen Handwerksberufe. „Generell ist der Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren besser geworden“, sagt Gerold Melson, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Elmshorn.

„Im Handwerk fehlen allerdings die Nachwuchskräfte.“ Viele Jugendliche sähen nicht, dass sie auch im Handwerksbereich durchstarten können. „Dabei kann man da zum Beispiel auch einen Technikmeister machen und in die Selbstständigkeit gehen“, sagt Melson. „Die, die uns in zehn Jahren fehlen werden, sind die mit einer betrieblichen Ausbildung“, ergänzt er. Generell würden Jugendliche darauf schauen, was die Freunde zur Berufswahl sagen. „Manche richten ihren Job danach, was die Freunde machen“, fügt Gensel hinzu. Am beliebtesten sei bei Jungen die Kfz-Branche, Mädchen würden gern medizinische Fachangestellte.

Gensels Tipp für die Entscheidung: „Praktika sind superwichtig. Dadurch kann man die Bereiche, die einen interessieren, ausprobieren.“ Sie ergänzt: „Und wenn dieser Bereich dann doch nichts für einen ist, kann man es danach ausschließen.“ Sie selbst wollte als Jugendliche Anwältin werden. „Aber dann habe ich ein Praktikum gemacht und gemerkt, das ist gar nicht mein Ding“, sagt sie heute. „Trotzdem wollte ich mich für andere Menschen einsetzen und ihnen helfen. Das ist geblieben und ich bin froh, dass ich hier bin.“

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