Pinneberg : Die Drostei hat jetzt eine FSJlerin

Mona Ritter beim Entwerfen der Flyer für das neue Kinderprogramm der Drostei.
Mona Ritter beim Entwerfen der Flyer für das neue Kinderprogramm der Drostei.

Das Kreiskulturzentrum hat zum ersten Mal eine FSJlerin als Unterstützung im Team. Die Stelle soll auch in Zukunft wieder ausgeschrieben werden.

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13. Januar 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg | Koordinieren, Künstler betreuen, Flyer gestalten – das gehört zu den Aufgaben von Mona Ritter. Die 18-Jährige ist die Erste, die in der Pinneberger Drostei ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Bereich Kultur absolviert. Seit Anfang September unterstützt sie das Team um die Künstlerische Leiterin Stefanie Fricke. „Sie ist eine tolle Bereicherung für uns“, schwärmt Fricke.

Auch Ritter zeigt sich begeistert von ihrem Freiwilligendienst: „Ich bin sehr froh über die Stelle hier.“ Dabei sei das FSJ zunächst nur eine Notlösung für die junge Frau gewesen. „Kurz vor meinem letzten Halbjahr im Abi habe ich mich dazu entschieden. Ich wollte einfach mehr Zeit haben, um mich auf ein Studium vorzubereiten“, erklärt sie. „Jetzt finde ich es viel besser als erwartet“, so Ritter. Und auch wenn sie nun nur ein kleines Taschengeld bekomme – zirka 300 Euro erhalten FSJler monatlich – lohne sich die Arbeit.

An einem typischen Arbeitstag kommt Ritter morgens um 9 Uhr in die Drostei. „Dann checke ich erstmal meine Mails“, sagt sie. Danach prüft sie die Facebook-Seite und postet zum Beispiel neue Veranstaltungen. „Seitdem ich hier arbeite, haben wir 50 Likes mehr“, sagt Ritter stolz. Ansonsten hat sie vielfältige Aufgabenbereiche: „Wir haben zum Beispiel als FSJler ein großes Projekt zu absolvieren – bei mir ist das das Halbjahresprogramm der Drostei.“ Layout, Design, Format – sie hat es komplett überarbeitet. „Zuvor war es noch ein Liporello-Heft, nun ist es ein DIN-A6-Format. Das ist viel praktischer und passt immer in die Tasche“, so die 18-Jährige. Außerdem kümmert sie sich um die Künstler und ist für das Kinderprogramm verantwortlich. Und sie nimmt gemeinsam mit anderen FSJlern aus ganz Schleswig-Holstein an Workshops teil. „Zum Beispiel zum Thema Projektmanagement“, sagt Ritter, die ursprünglich aus Harsefeld, einer 12.000 Einwohner zählende Gemeinde zwischen Buxtehude und Stade, kommt. Für das FSJ hat sie sich ein Zimmer in Schenefeld angemietet. „Weil nur dort eines frei war. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich noch ein Zimmer in Pinneberg finden würde. Dann sind die Fahrzeiten nicht mehr so lange“, sagt sie.

Für die Drostei bedeute die Mitarbeit der 18-Jährigen auch, dass frischer Wind im historischen Gebäude wehe. „Sie geht mit einem anderen Blick an die Sachen ran und ist zum Beispiel viel besser für die Kinder- und Jugendprojekte geeignet“, sagt die Künstlerische Leiterin. „Außerdem ist es toll zu sehen, wie sich ein junger Mensch mit eigenen Ideen einbringt und mit der Drostei identifiziert“, so Fricke.

Online-Bewerbungen

Eine Stelle fällt beim Team der Drostei übrigens nicht durch die Unterstützung der FSJlerin Ritter weg. Noch bis zum 31. August ist sie dabei. Danach gibt es voraussichtlich wieder eine FSJ-Stelle. „Es wäre auf jeden Fall wünschenswert. Ob die Stelle aber wieder ausgeschrieben wird entscheidet sich in den kommenden Wochen und hängt auch mit finanziellen Bedingungen zusammen“, erklärt Fricke. Die Bewerbung dafür ist online und nur über die Landesvereinigung für Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) möglich.

Und welchen Weg möchte Ritter nach ihrem Freiwilligendienst einschlagen? „Ich möchte Game Design studieren. Mehr um mich künstlerisch auszutoben, ich spiele selbst gar nicht so viele am Computer“, sagt sie. Ihr künstlerisches Können hat sie auch schon in Pinneberg bewiesen. Sie hat den Raben Rüdiger für einen Flyer selbst gezeichnet.

FSJ ist die Abkürzung für Freiwilliges Soziales Jahr. Mit der Neuerung des FSJ-Gesetzes 2002 wurden neue Einsatzbereiche geschaffen. Seither ist es möglich, ein FSJ auch in den Bereichen Kultur, Sport und Denkmalpflege zu absolvieren. Beim FSJ Kultur arbeiten junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren in einer kulturellen Einrichtung mit. Sie erhalten so den Einblick in den Arbeitsalltag, planen eigene Projekte und treffen andere Freiwillige bei verschiedenen Bildungsangeboten.
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