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Flüchtlinge in Rellingen : Die Diakonie soll mehr helfen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Ausschuss sagt Nein zu Sozialarbeiter-Vollzeitstelle.

von
erstellt am 27.Aug.2015 | 17:00 Uhr

Rellingen | 98 Asylbewerber werden in Rellingen betreut. Status quo am Dienstag während der Sitzung des Sozialausschusses unter der Leitung von Marianne Stock (CDU). Bei Kerstin Riedel vom Diakonieverein Migration Pinneberg laufen die Betreuungsfäden der Willkommenskultur zusammen: Riedel nutzte die Chance, ein Jahr Revue passieren zu lassen. Ihre Kernforderung: Vor der zu erwartenden Mehrbelastung durch weitere Flüchtlinge nicht zu kapitulieren. Da kam ihr entgegen, dass der Ausschuss über die Neueinstellung eines Sozialarbeiters für die Betreuung der Asylbewerberunterkünfte abstimmen wollte.

Bevor es dazu kam, redete Riedel dem Gremium ins Gewissen. In Rellingen herrschen „keine Verhältnisse wie in Sachsen.“ Das liege daran, dass sich seit Oktober 2014 die Zahl der ehrenamtlichen Helfer von 38 auf 64 erhöht habe. Sie warnte gleichzeitig davor, sich nicht zu verzetteln, Respekt vor den zunehmenden Flüchtlingszahlen aufzubringen und – ganz wichtig – die „Ängste der Ehrenamtlichen ernst zu nehmen“.

Die Ausführungen zeigten Wirkung. Fraktionsübergreifend verständigte sich der Ausschuss einstimmig darauf, keinen Sozialarbeiter für etwa 51.000 Euro Jahressalär einzustellen, sondern das 11.000 Euro günstigere Angebot des Diakonievereins Pinneberg – ohne Sachkosten – als Dienstleister anzunehmen. Zwei Gründe dafür: Der Markt an Pädagogen sei leer gefegt. Außerdem könne die Gemeinde auf Experten der Diakonie bedarfsgerecht zurückgreifen. Des Weiteren wurde verkündet, dass die Verwaltung für die Ehrenamtlichen im Ortskern Räume als Treffpunkt und Anlaufstelle angemietet hat. Vorerst für fünf Jahre.

Ausschuss-Mitglied Silke Faber (Grüne) überraschte abschließend mit ihrem Dringlichkeitsantrag, die Stundenzahl für Riedel von 9,5 auf 15 Stunden zu erhöhen. „Es ist eine Investition in den sozialen Frieden“, begründete Faber ihren Vorstoß, der einstimmig auf den Weg gebracht wurde. „Gibt es von Diakoniechef Ludger Fischer Grünes Licht dazu, dürfte dem nichts entgegen stehen“, unterstützte Verwaltungschefin Anja Radtke die neue Initiative.

Auch die Kirchengemeinde Rellingen darf auf Hilfe hoffen. Der Ausschuss sagte Ja zur Finanzierung des erforderlichen Brandschutzkonzepts für die Barockkirche. 50 Prozent der Gesamtsumme, 17.000 Euro, sollen vorerst helfen, dass dort weiterhin Konzerte stattfinden können.

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