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"Die Devise muss sein: Selbstbestimmung statt Fremdbespaßung"

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erstellt am 15.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Barmstedt | In unserer Serie "Auf einen Kaffee mit …" haben wir in dieser Woche Andreas Dirbach, Vorsitzender des Kreisjugendrings Pinneberg, getroffen. Der 32-Jährige spricht über das Miteinander von Schule und Jugendarbeit als größte Zukunftsherausforderung, zeigt die Vorteile einer Gruppenleiterausbildung auf und gibt zu, dass er ein "Berufsjugendlicher" ist. Die größte Herausforderungen für die Jugendarbeit im Kreis ist, … … der Umgang und das Miteinander mit den Schulen in Hinblick auf das Ganztagsangebot. Es geht um die Frage, wo die Jugendlichen wie viel Zeit in Anspruch nehmen können, müssen oder sollen. Die finanzielle Förderung der Jugendarbeit … … dürfte durchaus noch umfangreicher sein. Wer sich klar macht, wie viel Präventionscharakter in der Arbeit mit jungen Menschen steckt, müsste das erkennen. Es ist klar: Jeder junge Mensch, der sich im Verein oder anderswo engagiert, rutscht nicht ab, sondern hat soziale Kontakte und gegebenenfalls sogar eine "zweite Familie". Das wird teilweise noch zu wenig gesehen. Wenn ich Kommunal- oder Landespolitiker wäre, dann … … (lacht) wüsste ich nicht mehr, worüber ich meckern sollte. Ich würde dafür sorgen, dass mehr konkrete Projekte nach vorne gebracht werden und nicht zu vieles in langwierigen Diskussionen "verschwindet". Wenn ich den Satz höre "Was ihr macht, ist unbezahlbar", dann … … stimmt das. Würden diejenigen, die Jugendarbeit zu einem großen Teil ehrenamtlich machen, eine Rechnung schreiben, dann könnte sich das die Gesellschaft nicht leisten. Der Bundesfreiwilligendienst ist … ... eine andere Art des Zivildienstes, der aber inhaltlich nicht vergleichbar ist. Die Bufdis wollen auch eine inhaltlich spannende Arbeit machen. Sie haben einen Anspruch an sich selbst und an die Aufgabe. Zivildienstleistende hatten eine nicht vergleichbare Motivation für ihren Dienst. Aus meiner Sicht hat sich der Bundesfreiwilligendienst bewährt als sinnvolle Möglichkeit für junge Menschen, sich zu orientieren. Kommunalwahl und Kreisjugendring - dazu fällt mir … … unser Internet-Wahlcafe, das wir Anfang Mai auf Facebook gestartet haben, ein. Junge Leute und Politiker sollen sich dort auf Augenhöhe austauschen, was sonst zu selten passiert. Wir hoffen, dass beide Seiten voneinander profitieren. Es funktioniert gut, gleichwohl wir natürlich gerne noch mehr Teilnehmer hätten. Das Zukunftsthema in der Jugendarbeit wird sein … ... wie es gelingen kann, jungen Menschen die Möglichkeiten zu geben, in Vereinen und Verbänden Verantwortung zu übernehmen. Es geht darum, noch stärker aufzuzeigen, dass jeder in Bereichen, die ihm am Herzen liegen, mitgestalten kann. Die Devise muss sein: Selbstbestimmung statt Fremdbespaßung. Wenn ich zurückdenke: Als Jugendlicher die Gruppenleiterausbildung gemacht zu haben, ist … … das aus heutiger Sicht absolut sinnvoll gewesen. Jugendgruppenleiter lernen es, Verantwortung für andere zu übernehmen, in Konfliktsituationen zu vermitteln und zu organisieren. Jeder nimmt für sich dort vieles mit, was später im Berufsleben Vorteile bringt. An jungen Menschen stört mich … … die Politikverdrossenheit und der Umstand, dass sie sich zu wenig einbringen bei Themen, die ihnen wichtig sind. Sich hinzustellen und zu sagen "Hallo, wir haben auch eine Stimme!" - das passiert aus meiner Sicht zu selten. Für die Zukunft unserer Bildungsstätte in Barmstedt ist es wichtig, dass … … der Kreis Pinneberg weiterhin finanziell den KJR unterstützt und es uns gelingt, das Haus weiterhin als eine anerkannte, attraktive Bildungsstätte zu betreiben, die bei jungen Menschen das Image hat, dass man sich dort wohlfühlt, viel lernen kann und gut versorgt wird. Wenn wir als KJR Barkeeper-Kurse organisieren, dann … ... ist das auf jeden Fall sinnvoll. Alkohol gehört zur Entwicklung von Jugendlichen dazu. In den Kursen wird aber vermittelt, dass Alkohol nicht sein muss, um Spaß zu haben. Diese Präventionsarbeit hat sich bewährt. Wenn mich jemand als "Berufsjugendlicher" bezeichnet, dann … … lächle ich und sage, dass er Recht hat. Den KJR-Vorsitz mache ich … … auf jeden Fall noch ein Jahr. Dann werde ich sehen, ob ich die Zeit zur Verfügung habe, um diese Aufgabe weiterhin gut zu machen. Meine schönsten Erinnerungen als Gruppenleiter habe ich … … an den Jugendpressefrühling und andere große Projekte. Über sechs oder sieben Tage nur rund zehn Stunden zu schlafen, bedeutet körperlich total platt zu sein. Wenn dann die Teilnehmer sagen, dass es richtig Spaß gemacht hat, dann ist diese Kombination ein unbeschreibliches Gefühl. Mein Lebensmotto ist… … von George Bernard Shaw: "Was die Welt braucht, sind einige verrückte Menschen. Seht Euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben." Mein Lieblingsort im Kreis Pinneberg ist … … in Schenefeld, genauer: in meinem Bett. Fotografieren ist für mich… die Möglichkeit, die vielen Bilder und Ideen, die ich im Kopf habe, herauszulassen. Meinen letzten Strafzettel habe ich kassiert … ... für das Parken im Halteverbot. Das letzte Mal gelogen habe ich, als ... Ich versuche, nie zu lügen. Im Zweifelfall lasse ich Dinge weg. Aber an eine Lüge kann ich mich gerade nicht erinnern. Ich kann richtig abschalten, wenn ... ... ein höchstgradig niveauloser Film in meinem DVD-Player läuft. Ich kann es nicht leiden, wenn … … Menschen nicht ehrlich sind. Richtig freuen kann ich mich über … … gute Musik im Auto, wenn ich weiß, dass ich abends keine Termine mehr habe. Mein größter Fehler ist … … manchmal die unwichtigen Sachen zuerst zu machen und Wichtiges aufzuschieben, bis es nicht mehr geht und es dann unter Druck machen zu müssen. Ein Tag ohne einen Termin ist für mich … … wie ein Tag Urlaub. Mit einem Lottogewinn von zehn Millionen Euro würde ich … … mir ein Fotostudio leisten, vieles in die Jugendarbeit investieren und meine Wohnung renovieren. Wenn ich einen Tag lang … sein könnte, dann wäre ich gern … Ich bin gern ich selbst. Morgens eine Lokalzeitung zu lesen, ist für mich … … dank ePaper nach dem Aufwachen - aber noch vor dem Aufstehen möglich.

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