Grabplatten in Uetersen : Die CDU kritisiert Bericht

Ärger um Entfernung historischer Steine aus Cäcilie-Bleeker-Park: Politik forderte Antworten, Bürgermeisterin Hansen bezieht Stellung.

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17. Juli 2015, 16:30 Uhr

Uetersen | Am Montag, 1. Juni, entfernten Mitarbeiter des Bauhofs etwa 100 historische und damit denkmalwürdige Grabplatten aus dem Cäcilie-Bleeker-Park in Uetersen. Die Zerstörung sorgte für Aufregung, die Politik verlangte Erklärungen für diesen Vorfall. Am 29. Juni beauftragte die Ratsversammlung Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD), bis Mitte Juli Antworten zu liefern.

Das hat Hansen nun getan. Allerdings unter Vorbehalt: „Aus Gründen der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gegenüber den beteiligten Arbeitnehmern erfolgt die Unterrichtung vertraulich“, schreibt Hansen in ihrem sogenannten Schadensbericht. Die CDU kritisiert dieses Vorgehen. Es handele sich schließlich um einen Fall, bei dem großes öffentliches Interesse herrsche, sagte Andreas Stief, Fraktionsvorsitzender der Uetersener Christdemokraten. „Frau Hansen hat einen öffentlichen Beschluss in eine nicht-öffentliche Antwort gepackt“, sagt er.

Was ist am 1. Juni passiert? Die Verwaltungschefin stellt klar: Für das Entfernen und sofortige Zerstören der Grabplatten, die laut einem Bauhofmitarbeiter zum Teil aus den 1870er bis 1890er Jahren stammten, lag kein Auftrag aus dem Rathaus vor. Stattdessen spricht Hansen von einer „Kompetenzüberschreitung“. „Die Maßnahme erfolgte in der Absicht, den Aufwand für die kontinuierlich anstehenden Grünpflegearbeiten in dem Park zu verringern und den Bauhofmitarbeitern somit Luft zu verschaffen, die regelmäßig anstehenden Arbeiten zu erledigen“, so die Bürgermeisterin.

Sie verweist auf die Situation im Bauhof. Die Aufgaben für die dort tätigen Mitarbeiter seien gewachsen. Im Zuge von Rationalisierungsprozessen habe sich die Zahl der Stellen seit 1990 nahezu halbiert. Diesen Bezug herzustellen bezeichnet Stief als „völligen Quatsch“. Der CDU-Fraktionsvorsitzende verstehe nicht, warum sich die Mitarbeiter extra Arbeiten suchten, wenn sie doch ohnehin überlastet seien. „Das halte ich für eine falsche Interpretation.“ Hansen nennt auch Konsequenzen in ihrem Schreiben. Hausinterne sach- und kommunikationsbezogene Maßnahmen seien bereits ergriffen – was das genau heißt, erfährt man nicht. Bauhof und Amt wurden laut Hansen angewiesen, Maßnahmen in historischer Umgebung, die über die reine Grünpflege hinausgehen, künftig vorab anzumelden. Hansen möchte einmal pro Jahr ein Fachgespräch mit der Unteren Denkmalschutzbehörde zum Denkmalschutz in der Rosenstadt führen. Diese werde kein Bußgeldverfahren gegen die Stadt einleiten. Zudem wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem der Bestand der kulturellen Güter im Cäcilie-Bleeker-Park ermittelt wird.

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