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Pinneberg : Die CDU diskutiert christliche Werte

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Christian Meißner, Bundesgeschäftsführer des evangelischen CDU-Arbeitskreises, hinterfragt die Bedeutung des C’s im Parteinamen.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2015 | 13:00 Uhr

Pinneberg | Die Frage „Was bedeutet uns als CDU das „C“ heute?“ stand am Sonnabend auf der Agenda der Agenda der Pinneberger Christlich Demokratische Union (CDU). Mehr als 50 Parteimitglieder und Gäste diskutierten mehr als vier Stunden im VfL-Heim über die künftige Ausrichtung der Partei.

Nach einer kurzen Andacht von Propst Thomas Drope, eröffnete Christian Meißner, Bundesgeschäftsführer des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU, mit seinem Impulsreferat die Diskussion. „Wir befinden uns mitten in einer Parteireformdebatte. Wir führen viele Diskussionen, in denen wir uns auf Bundesebene sehr professionell mit den Chancen als Volkspartei auseinander setzten“, sagte Meißner. Dabei dürfe die Parte nicht die geschichtlichen Grundlagen der Unionspolitik vergessen. „Das C ist die verbindende Klammer“, so Meißner. Das C werde oft als Güte- oder Tüv-Siegel missverstanden. Er verwies auf die zentrale Bedeutung der Aussagen des im Januar verstorbenen Ex-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Wichtig sei von Weizsäckers ständiger Hinweis gewesen, das „C“ im Namen der CDU könne nur ein ständiger Stachel im Fleisch und eine Mahnung sein, niemals in eine Form des Totalitarismus zurückzufallen.

„Ich warne davor, die Zeit des Sozialismus zu verharmlosen. Das würde beim Nationalsozialismus niemand wagen“, sagte Meißner im Rückblick auf 100 Millionen Opfer des Sozialismus. „In den Trümmern von 1945 wurde das C genutzt, um eine seriöse Wertegrundlage zu definieren. Das C war ein Projekt der Versöhnung und stand nicht für Lobby- oder Klientelpolitik, sondern für Politik für das gesamte Volk“, so Meißner. Und auch in Zukunft sei der christliche Ansatz nicht aus der Partei wegzudenken: „Dieses C ist nach wie vor die Lebensversicherung für den künftigen Weg der CDU.“ Die Brücke, die es damals zwischen Katholiken und Protestanten geschlagen haben – die sich, wie Meißner mit Berliner Schnauze formulierte, „mit dem Arsch nicht angesehen haben – stehe es heute für die Brücke zwischen Christen und Atheisten oder Moslems. „Wir müssen Brücken bauen zwischen scheinbar unüberwindbaren Gegensätzen.“

Natalina Boenigk, Vorsitzende der Pinneberger CDU, bilanzierte für sich: „Wir werden in Pinneberg nicht alles lösen können, aber wir müssen den Menschen erklären, warum wir gewisse Entscheidungen treffen, wie wir sie treffen.“ Diese Herangehensweise unterstützte Meißner: „Wir haben in der Zukunft nur eine Chance, wenn wir wahrhaftig und glaubwürdig sind und dies auch entsprechend vermitteln.“

Christian Meißner  wurde 1968 in Berlin geboren und studierte in Berlin, Erlangen und Heidelberg von 1987 bis 1995 evangelische Theologie. Es folgten ein Studium der Klassischen Philologie in Berlin (1995-1996), ein Vikariat in der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg (1996-1998), Dienst im Religionsunterricht und in der Krankenhausseelsorge in Berlin und Brandenburg (1999-2003) sowie Ordination zum ehrenamtlichen pastoralen Dienst in der Britzer Dorfkirche (2001). Seit 2003 ist Meißner Bundesgeschäftsführer des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK).
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