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Hallenfußball in Pinneberg : Die Bürde der Titelverteidigung

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

SV Halstenbek-Rellingen triumphiert beim Bert-Meyer-Cup - Gastgebende Teams des VfL Pinneberg scheitern in der Vorrunde.

Neues Jahr, neue Bilder. Viel hatte sich der Gastgeber des Hallenturniers um den Bert-Meyer -Cup im Vorwege vorgenommen, wollte wie in 2013 ausgelassen vor heimischem Publikum in der Halle der Theodor-Heuss-Schule feiern. Doch am Ende mussten die Oberliga-Fußballer VfL Pinneberg zuschauen, wie Kreiskonkurrent SV Halstenbek-Rellingen die 17. Auflage der "inoffiziellen Pinneberger Hallenmeisterschaft" für sich entschied. Dabei begann alles so gut: 5:1 zum Auftakt gegen den Landesligisten Blau-Weiß 96 Schenefeld, die Halle bebte, doch dann vergas der VfL die Euphorie in die nächsten Spiele mitzunehmen. 1:2 gegen TBS Pinneberg beim zweiten VfL-Auftritt in der Gruppe A – und das trotz Führung.

"Wir haben uns zweimal ganz blöd auskontern lassen, das geht in der Halle furchtbar schnell. Ein Ballverlust und es klingelt im eigenen Tor", so VfL-Akteur Fabian Knottnerus enttäuscht. In seinem dritten Spiel stand der VfL schon mit dem Rücken zur Wand - und das auch noch bei der Neuauflage des Endspiels von 2013, gegen den starken SV Rugenbergen, der bis dato alle seine Spiele gewann. "Da war der Druck vor eigenem Publikum schon enorm groß", gestand Luis Diaz vom VfL. Pascal Haase und Sven Worthmann schlugen für die Bönningstedter zu, der Anschluss von Alexander Borck kam zu spät - 1:2, Aus, Schluss, vorbei, da TBS später gegen Rugenbergen punktete, war der Titelverteidiger und Gastgeber vorzeitig ausgeschieden. "Nicht alle meine Spieler haben ihre Qualität in jedem Spiel abgerufen", ärgerte sich VfL-Coach Michael Fischer hinter der Bande, zuckte dann kurz, überlegte und gestand ein: "Vielleicht war das Team einfach zu jung und unerfahren. Ein paar alte Hasen hätten uns sicher gut getan." Mit Borck, Christian Kulicke und Philip Hauswerth hatten die Pinneberger zudem drei Akteure in ihren Reihen, die erstmals beim Bert-Meyer-Cup vor über 500 Fans spielten.

"Das kann ein Faktor gewesen sein, darf aber keine Ausrede sein, denn mit Sascha Richert, Sören Badermann und Sascha Dittrich hatten wir genügend Erfahrung auf dem Platz. Ein Ausscheiden beim eigenen Turnier in der Vorrunde tut weh", so Fischer weiter. Gut möglich, dass sein Team auch an der Bürde des Titelverteidigers scheiterte. Seit 2010 (Wedeler TSV) ist es keiner Mannschaft mehr gelungen, ihren Titel beim Pinneberger Turnier zu verteidigen. 2013 scheiterte Titelverteidiger HR in der Vorrunde. Vorjahresfinalist Rugenbergen (mit einem starken Keeper Dennis Schultz sowie den quirligen Pascal Haase und Sven Worthmann) setzte sich in diesem noch jungen Jahr in der Gruppe A (Zweiter) ebenso durch wie TBS Pinneberg mit den ehemaligen VfL-Akteuren Sonay und Tugay Hayran sowie dem laufstarken Christopher Eibl (Platz eins).

Fischer hoffte indes auf das Weiterkommen der VfL-Zweiten in der Gruppe B: "Wir bleiben jetzt mit der ersten Mannschaft in der Halle, um unsere Zweite ins Finale zu brüllen". Im vergangenen Jahr sorgte die Truppe von Heiko Klemme für Verzückung und Verwunderung in der Halle, stieß als Außenseiter ins Halbfinale vor. Doch auch beim VfL II sprang der Funke von den Rängen nicht auf die Spieler über – Vorrunden-Aus. Stattdessen setzten sich die SV Halstenbek-Rellingen und der Wedeler TSV durch – um sich später im Finale wiederzusehen.

Beide Halbfinals wurden dramatisch im Neunmeterschießen entschieden, HR bezwang Rugenbergen (Keeper Tittel hielt zweimal), Wedel TBS.

Im Endspiel zog HR dann groß auf – im wahrsten Sinne des Wortes: Ausgerechnet die hochgewachsenen Abwehrspieler Jan Rottstedt, Sebastian Krabbes und Robert Hermanowicz, denen man eher wenig Hallentauglichkeit nachsagte, trafen beim 6:0-Erfolg. "Bei uns können eben alle mit der Kugel umgehen", scherzte HR-Trainer Thomas Bliemeister nach dem Triumph. Abzuwarten bleibt, ob seinem Team in 2015 die Titelverteidigung gelingt.

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erstellt am 06.Jan.2014 | 16:00 Uhr

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