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Bönningstedt : Die Brücke am Garstedter Weg bald frei

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bönningstedter Politiker stimmen einem Provisorium für Fußgänger und Radfahrer zu. Grundsatzentscheidung über die Nutzung steht noch aus.

Bönningstedt | Schwere Geburt: Nach fast genau elf Monaten soll die Bönningstedter Brücke über die Mühlenau am Garstedter Weg in Kürze wieder für Fußgänger und Radfahrer passierbar sein. „Spätestens in etwa drei Wochen ist die Brücke mit einer geeigneten Baustellensicherung versehen“, kündigt Birgit Raphael, Fachbereichsleiterin der Quickborner Verwaltungsgemeinschaft, im Gespräch mit dem Quickborner Tageblatt an.

Ausführlich erläuterte Raphael während der Sitzung die Beschlussvorlage, die vorsieht, die Brücke mit Einschränkungen für den Verkehr wieder frei zu geben. „Die Nutzung mit einer Baustellenabsicherung ist nur möglich, wenn parallel dazu die Planung für einen Neubau oder eine Instandsetzung laufen“, erklärte Raphael.

Außerdem sei es zwingend notwendig, dass die Brücke regelmäßig kontrolliert werde. „Die Baustellensicherung muss mindestens jeden zweiten Tag auf ihren ordnungsgemäßen Zustand durch Mitarbeiter des Bauhofs überprüft werden“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Die Frage von Rolf Lammert (CDU) „Hätten wir das nicht auch schon vor neun Monaten haben können?“, beantwortete Raphael so: „Wenn sie das vor neun Monaten so entschieden hätten: Ja.“ Lammert erklärte sich daraufhin mit der Vorgehensweise nicht einverstanden und wies darauf hin, dass die Brücke nach seiner und der Einschätzung anderer Bönningstedter „noch 20 bis 30 Jahre gehalten hätte – da sind sogar Panzer drüber gefahren“.

Verwaltungsmitarbeiter Christopher Glatzer äußerte Verständnis für den Unmut, schob die Verantwortung jedoch auf den „mehr oder weniger glücklichen Umzug der Akten“ vom Amt Pinnau nach Quickborn. Außerdem sei bis vor kurzem nicht zu ermitteln gewesen, für welche Fahrzeug die Straße – und damit die Brücke – ursprünglich zugelassen worden sei. „Diese sogenannte Widmungslage war uns bis vor wenigen Wochen nicht bekannt“, erläuterte Glatzer.

Für Verwirrung habe zudem das Brückenbuch gesorgt, berichtete Bürgermeister Peter Liske (BWG): „Das lag uns vor, dort war die Brücke als Stahlbetonkonstruktion eingetragen – daraufhin konnte man zunächst davon ausgehen, dass das Geländer wieder ordnungsgemäß befestigt werden kann“, so Liske.

Doch eine Überprüfung durch Fachingenieure ergab bereits im März, dass die Angaben im Brückenbuch falsch sind: Die Brücke besteht aus Natursteinpflaster. Von Beton keine Spur. Mit diesen Tatsachen konfrontiert, stand der Gemeinderat im Juni vor der Grundsatzentscheidung: Soll die Brücke in Zukunft nur noch von Fußgängern und Radfahrern genutzt oder auch für Fahrzeuge freigegeben werden. Doch die von der Verwaltung vorgelegte Aufschlüsselung der Kosten – je nach Nutzung zwischen 111.000 Euro und 155.000 Euro für einen Neubau – warf zahlreiche Fragen auf. Die weitere Bearbeitung wurde zurück in den Bauausschuss verwiesen, parallel dazu beschäftigte sich ein eigens dafür eingerichteter Arbeitskreis mit der Problematik und den Bemühungen für eine schnelle Lösung.

Ein grundsätzliche Entscheidung ist zwar noch nicht getroffen, die vorläufige eingeschränkte Nutzung aber immerhin auf den Weg gebracht: Einstimmig entschieden die Politiker, die Brücke mit einer geeigneten Baustellensicherung zu versehen. „Diese Lösung kommt zwar viel zu spät, aber wir sollten nach vorn und nicht zurück schauen“, kommentierte Niels Hansen (BWG) den Abschluss einer fast unendlichen Geschichte.

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erstellt am 11.Sep.2014 | 10:00 Uhr

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