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Starenkästen am Fahrbahnrand : Die blinden Blitzer im Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vier von neun Starenkästen funktionieren nicht. Vor Wiederinbetriebnahme müssen Straßen saniert werden.

shz.de von
erstellt am 17.Mär.2016 | 14:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Für Autofahrer mit Bleifuß sind sie ein Ärgernis, für Anwohner von Durchgangsstraßen Hoffnung auf mehr Sicherheit und Ruhe: Starenkästen am Fahrbahnrand. Neun Anlagen an acht Standorten gibt es im Kreis Pinneberg. Vier davon sind außer Betrieb.

Jeweils eine Anlage steht in Bilsen, Heede, Bokholt-Hanredder, Klein Offenseth-Sparrieshoop, Borstel-Hohenraden, Rellingen und Heidgraben. Die Blitzer in Bokholt-Hanredder, Klein Offenseth-Sparrieshoop, Borstel-Hohenraden und Heede funktionieren nach Angaben der Kreisverwaltung derzeit nicht. Der Starenkasten in Klein Offenseth-Sparrieshoop ist sogar komplett abgeschaltet und steht nur noch als Attrappe am Wegesrand. Bis Anfang des Jahres waren auch die Starenkästen in Heidgraben und Rellingen keine Gefahr für Raser. Sie sind jedoch seit Februar wieder betriebsbereit.

Übersicht: Das sind die Starenkästen in der Region.

Übersicht: Das sind die Starenkästen in der Region.

Foto: stepmap

Die meisten Anlagen wurden bereits 2014 stillgelegt. „Damals wurde während der Wartung festgestellt, dass an einigen Messstellen eine Erneuerung der Sensoren notwendig ist“, sagt Silke Dräger vom Fachdienst Straßenbau und Verkehrssicherheit. Die Sensoren liegen in der Straße und messen die Geschwindikeit der Autos. Doch gleichzeitig hätten auch Fahrbahnsanierungen angestanden. „Es wäre sinnlos gewesen, die Straßen aufzureißen, die Sensoren zu tauschen und wenig später die Straßen für die Sanierungen erneut aufzureißen“, sagt Dräger. Ursprünglich hätte der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV) bereits 2015 die Straßen sanieren sollen. „Doch es gab immer wieder Verzögerungen. Darauf haben wir keinen Einfluss.“

Die L75 in Bokholt-Hanredder und Heede sowie die L76 in Borstel-Hohenraden sollen im Laufe dieses Jahres saniert werden. Ende 2016 könnten dann auch die drei Blitzer dort wieder betriebsbereit sein. Ob es bei den Planungen bleibt, könne die Kreisverwaltung nicht sagen.

Der Starenkasten in Klein Offenseth-Sparrieshoop wird nicht mehr genutzt. Die Messstelle wurde 2012 zugunsten der Blitzer in Schenefeld aufgegeben. Denn Kreisverwaltung und Polizei haben die Zahl der Standorte auf sieben begrenzt. „Aus Kostengründen“, erläutert Dräger. Die Anlagen müssten schließlich regelmäßig gewartet werden. Außerdem gibt es nur zwei Kameras, die in unregelmäßigem Turnus in den verschiedenen Starenkästen platziert werden. „All das erfordert Personal“, ergänzt Dräger. Lediglich die Schenefelder Kameras sind mit Laser-Messtechnik ausgestattet. Sie liefern konstant Bilder. Sensoren in der Straße sind dort nicht nötig.

Mit Ausnahme der Schenefelder Messstellen wurden alle Starenkästen 2006 installiert – zu einem Stückpreis von etwa 13  000 Euro. Die beiden wechselnd eingesetzten Kameras kosteten etwa 45.000 Euro pro Stück. Die beiden Schenefelder Anlagen kosteten zusammen 96.000 Euro. In der Kreisverwaltung sind fünf Mitarbeiter für die Tempoüberwachung zuständig.

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