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Arbeitsmarkt im Kreis Pinneberg : Die Betriebe suchen weiter nach Fachkräften

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Zahl der Menschen ohne Job geht zurück. Zuwanderung von Flüchtlingen hat laut Agentur noch keinen Effekt auf Arbeitsmarkt.

Elmshorn/Kreis Pinneberg | Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Pinneberg hat weiter abgenommen. Von September auf Oktober sank sie von 8477 auf 8413. Die Arbeitslosenquote ging von 5,1 auf 5,0 Prozent zurück.

Der Zustrom an Flüchtlingen wirkt sich nach Angaben der Elmshorner Agentur für Arbeit bisher nicht auf die Zahlen aus. „Die Zuwanderung aus dem Ausland hatte im Oktober noch keine nennenswerte Auswirkung im Kreis Pinneberg“, sagte Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur. Die Zahl der Arbeitslosen mit ausländischer Staatsangehörigkeit habe sich von September auf Oktober um fünf auf insgesamt 1853 Personen erhöht. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl um 83 Personen oder 4,7 Prozent gestiegen. Die Zahl der arbeitslosen Syrer habe sich innerhalb eines Jahres um 70 auf 107 erhöht. Sie stellen nach Deutschen, Türken und Polen die viertgrößte Nationalität unter den von Jobcenter und Arbeitsagentur betreuten Menschen.

Insgesamt hat die Entwicklung am Arbeitsmarkt etwas an Dynamik eingebüßt. „Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt hat im Oktober an Schwung verloren. Der Abbau der Arbeitslosigkeit setzte sich verhalten fort. Eine gute Personalnachfrage ist weiterhin vorhanden, jedoch gingen die Einstellungen wegen der Herbstferien saisonal etwas zurück“, sagte Kenntemich.

Die Nachfrage der Unternehmen nach qualifiziertem Personal bleibt laut Kenntemich hoch wie im vergangenen Jahr. 599 neue Stellen hätten die Unternehmen im Oktober gemeldet – 47 mehr als im September. Seit Jahresbeginn ist die Zahl offener Stellen leicht gestiegen – um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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„Fachkräfte bleiben gefragt. Davon profitieren besonders Arbeitnehmer mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung“, sagte Kenntemich. Die Zahl der Arbeitslosen mit Berufsausbildung sei um 2,0 Prozent überdurchschnittlich zurückgegangen, während die Zahl der geringqualifizierten Arbeitslosen um 0,4 Prozent gestiegen sei. Für Menschen ohne Berufsabschluss gebe es aber gute Möglichkeiten, diesen nachzuholen. Jobcenter und Arbeitsagentur böten individuelle Hilfe an. Arbeitgebern empfohl Kenntemich, über den Tellerrand zu schauen. „Für Unternehmen lohnt es sich, alternative Fachkräfte in die Auswahl einzubeziehen: Frauen mit Familienaufgaben, ältere Erwerbstätige und Menschen mit Migrationshintergrund bringen oft hohe Motivation und viel Berufserfahrung ein“, sagte Kenntemich.

Zu den etwa 8500 Arbeitslosen im Kreis sind etwa 2300 Menschen ohne Job hinzuzuzählen. Sie sind etwa in Qualifizierungen oder krankgeschrieben. Der Kreis Pinneberg steht mit einer Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent gut da. Landesweit sank die Zahl der Arbeitslosen um 1400 auf 92 800. Die Arbeitslosenquote ging von 6,2 Prozent auf 6,1 Prozent leicht zurück. Im Vergleich zum Oktober 2014 ging die Arbeitslosigkeit um 1000 Personen oder 1,0 Prozent zurück.

In Hamburg waren etwa 71 500 Menschen ohne Arbeit – 590 oder 0,8 Prozent weniger als im September. Die Quote beträgt unverändert zum Vormonat und zum Vorjahr 7,3 Prozent. Laut Agentur macht sich in der Hansestadt aber der Zuzug von Flüchtlingen bemerkbar. So habe die Ausländerarbeitslosigkeit im Jahresvergleich um etwa 1000 Menschen zugenommen. 900 seien Asylberechtigte aus Krisenländern.

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erstellt am 30.Okt.2015 | 10:00 Uhr

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