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Pinneberger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 07:34 Uhr

Helgoland : Die Bergretter von der Hochseeinsel

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Freiwillige Feuerwehr Helgoland hat zwölf Einsatzkräfte, die für Hilfsaktionen am Roten Felsen ausgebildet sind.

von
erstellt am 17.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Helgoland | Sie kommen ins Spiel, wenn Hilfe zwischen dem Helgoländer Unter- und Oberland benötigt wird – die Einsatzkräfte der Bergrettung der Freiwilligen Feuerwehr Helgoland. „Eigentlich ist es keine Bergrettungstruppe im normalen Sinne“, sagt Wehrführer Heiko Ederleh. Seine Truppe wird alarmiert, wenn Mensch oder Tier zwischen den Plateaus der Hochseeinsel in Not geraten, also nicht, wenn sich Wanderer auf dem Gipfel des 61,3 Meter hohen Pinnebergs auf der Insel verirren. „Die Gruppe hat eine spezielle Ausbildung für die sichere Rettung absolviert“, so Ederleh.

In Zusammenarbeit mit der Landesfeuerwehrschule wurden die Männer für die Absturzsicherung in gefährlichen Bereichen ausgebildet. „Natürlich hier auf der Insel, damit die Besonderheiten vor Ort berücksichtigt werden“, sagt Wehrführer Ederleh. Seit 2006 gibt es die Einheit. Zwölf Feuerwehrleute gehören der Seilgruppe, wie sie offiziell heißt, an.

Mehr als 50 Meter fallen die roten Klippen in die Nordsee ab. Der Sandstein, aus dem sie bestehen, lässt kaum zu, dass dort Haken eingeschlagen werden. Und auch Halt zum Klettern ist schwer zu finden. Das macht die Rettung von Mensch und Tier meist zu einem komplizierten Unterfangen. Wobei sich die Tiere oft selbst retten. „Meistens werden wir angerufen, weil Schafe da irgendwo aktiv sind, aber kaum sind wir da, hauen die schon von allein ab“, sagt der Brandmeister. Zwei- bis dreimal im Jahr muss die Truppe ausrücken. Im vergangenen Jahr einmal, um Menschen aus misslicher Lage zu retten. „Da haben zwei Leute gedacht, dass sie den Felsen hochklettern können und hingen dann irgendwann fest“, so Ederleh. Aber die Feuerwehrleute befreiten die Spaziergänger abseits des rechten Weges aus ihrer misslichen Lage.

Der Sandsteinfelsen Helgolands stellt die Seiltruppe der Feuerwehr bei Rettungen vor Kletterherausforderungen. (Foto: pt)
Der Sandsteinfelsen Helgolands stellt die Seiltruppe der Feuerwehr bei Rettungen vor Kletterherausforderungen. (Foto: pt)
 

Trainiert wird einmal im Monat, damit der Umgang mit Sicherungsgurt, Abseilgerät und Steigklemmen perfektioniert wird. Wichtigste Voraussetzung für die Mitglieder der Sondertruppe: Höhenfestigkeit. Für den Kreis Pinneberg stellt die Gruppe eine Besonderheit dar, denn es gibt zwar Truppen, die in der Lage sind, etwa einen Schornstein zu sichern. Aber auf dem Roten Felsen klettern nur die Helgoländer.

Die Schleswig-Holstein Netz AG will morgen mit einer Spende in Höhe von 500 Euro dazu beitragen, dass ein knapp 30 Jahre altes Einsatzfahrzeug der Höhenretter im Kreis Pinneberg ersetzt werden kann. Diese, bestehend aus Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, wollen einen neuen Anhänger zum Transport von Rettungsausrüstung kaufen. Marcus Bumann, Leiter des Netzcenters Uetersen, und Anja Weßel, zuständig für kommunale Partnerschaften, werden morgen die Spende an Michael Hinz, Vorsitzender des Pinneberger THW-Fördervereins, übergeben.
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