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Pinneberg : Die Bebauung des Rehmenfelds rückt näher

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

B-Plan angestrebt: Politik könnte noch im September Weichen für die Entwicklung des Areals stellen. 400 Wohneinheiten sind denkbar.

Pinneberg | Pinneberg muss wachsen. Daran lässt die Stadtverwaltung keinen Zweifel. Zusätzliche Gewerbegebiete sollen Steuereinnahmen generieren. Neue Wohngebiete die Folgen des demografischen Wandels abmildern. Da mag es kaum verwundern, dass erneut eine der potenziellen Entwicklungsflächen in den Fokus rückt – das Rehmenfeld. Bereits in der kommenden Woche könnte der Grundsatzbeschluss für eine Bebauung des zwischen Thesdorf und Fahlt gelegenen Areal gefasst werden.

Es ist nicht der erste Anlauf der Stadtverwaltung, die umstrittene Entwicklung des Rehmenfelds voranzutreiben. Bereits im Jahr 2011 war über die Bebauung von 17 Hektar diskutiert worden. Seinerzeit noch ohne Chance auf eine politische Mehrheit. Das hat sich geändert. SPD und CDU sind sich offenbar einig. Sie wollen in die Bauleitplaung einsteigen.

Nicht geändert hat sich die komplizierte Eigentums-Situation. Das Rehmenfeld ist ein Flickenteppich, der sich auf mehrere Grundstücksbesitzer aufteilt. Die Stadt besitzt derzeit nur eine kleine Parzelle.

Mit der Kieler Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) hat ein namhafter Wohnbauinvestor sein Interesse am Rehmenfeld bei der Stadt hinterlegt. Die LEG investiert bereits in Pinneberg. Das Unternehmen hatte sich 2013 Flächen auf dem Gelände der ehemaligen Eggerstedt-Kaserne gesichert. Dort entsteht ein neuer Stadtteil.

Pinnebergs Stadtverwaltung hat bereits einen Rahmenplan für die Entwicklung des Rehmenfelds formuliert. Demzufolge ist es Ziel, den B-Plan auf den Weg zu bringen. Ziel sei eine Mischnutzung. Die Rede ist von bis zu 400 Wohneinheiten. Das Konzept sieht eine aufgelockerte Bebauung mit Einzelhäusern, Gartenhofhäusern und Stadtvillen vor. Ergänzt würde der Standort um ein Gewerbegebiet. Auch der Einzelhandel könnte aufgestockt werden.

SPD-Bauexperte Gerhard Thomssen bestätigte gestern, dass seine Fraktion die Entwicklung des Rehmenfelds grundsätzlich vorantreiben will. „Das haben wir bereits in den Haushaltsbegleitbeschlüssen bekundet.“ CDU-Pendant Klaus Seyfert will noch die Beratung in der Fraktion abwarten, glaubt aber, dass die Kollegen seiner persönlichen Haltung folgen werden: „Das Gelände muss angefasst werden, uns geht es in erster Linie um die Ansiedlung von Gewerbe.“

Ohne Gegenwind dürfte die Bauplanung des Rehmenfelds nicht ablaufen. Seit Jahren kämpft eine Interessengemeinschaft für den Erhalt des Grüngürtels. Kritiker fürchten, dass der angrenzende Fahlt in seiner Funktion als Naherholungsgebiet beeinträchtigt werden könnte. BI-Sprecher Heinz Schröder gestern zu den Plänen der Verwaltung: „Wir sind schockiert.“

Auch in Reihen der Politik gibt es Vorbehalte. „Das Projekt gehört für uns aktuell nicht auf die Agenda, wenn überhaupt ist gemäßigte Wohnbebauung denkbar“, sagt Uwe Lange, Fraktionschef der Bürgernahen. Joachim Dreher (Grüne): „Ich bin empört, die Verwaltung hatte keineswegs den Auftrag, ein B-Planverfahren auf den Weg zu bringen.“ Seine Fraktion werde nicht für den Grundsatzbeschluss stimmen. FDP-Fraktionschef Werner Mende ist „nicht begeistert“ von der Vorlage der Verwaltung. „Was der Anlass des Vorgehens ist, kann ich nicht sagen.“ Es sei zweifelhaft, ob die Infrastruktur Wohnbebauung im geplanten Umfang überhaupt vertrage.

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erstellt am 03.Sep.2014 | 10:00 Uhr

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