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Bundesbestenehrung in Berlin : Die Auszubildende Nadine Möller aus Rellingen räumt ab

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Portait: Nadine Möller wurde bei der Bundesbestenehrung der Auszubildenden in Berlin unter 200 Spitzenazubis geehrt.

Berlin | Die Trophäe steht auf der Fensterbank in ihrem Büro. Nadine Möller (24), frisch gebackene Kauffrau für Büromanagement, ist eben erst von der Preisverleihung der bestem Auszubildenden aus Berlin zurück. Es ist zu spüren, dass in ihrem Ausbildungsbetrieb Gawron und Co, Produktion - und Vertrieb von Metallzäunen und Toren in Rellingen, jeder stolz auf den Erfolg der Auszubildenden ist.

Der Erfolg war weder geplant, noch erwartet: Zwar habe der Unternehmenschef Volker Gawron schon früh gemerkt, dass er „eine Perle im Unternehmen“ hatte, aber wie kostbar diese Perle genau war, ahnte er noch nicht. Dank ihrer guten Auffassungsgabe sei es Möller ermöglicht worden, die Ausbildung in nur zwei Jahren abzuschließen. Das bedeutete, den Besuch der Berufsschulklassen des zweiten und dritten Lehrjahres gleichzeitig. „Eigentlich hatte ich eher befürchtet, mich deshalb zu verschlechtern,“ erläutert Möller. „Ich wollte trotzdem so gut wie eben möglich abschließen. Mein persönliches Ziel war nicht schlechter als zwei.“

Bis zum Abitur lag die Spitzen-Auszubildende mit ihren Leistungen eher im unteren Mittelfeld, insbesondere in der Mathematik hatte sie Mühe – dem Fach, das nun in ihrer Ausbildung besonders gefordert wurde. „Jetzt ist das etwas anderes. Man ist reifer und macht bewusster, was wichtig ist im Leben,“ erläutert Möller ihre Verbesserung. „Jetzt schränke ich auch freiwillig mal die Freizeit ein, um für eine Prüfung zu lernen.“

In der Firma Gawron ist man sich einig: Möllers großer Erfolg ist vor allem ihr eigener Verdienst. Und da beginnt die große Lobhudelei: Möller sagt, ihr Betrieb habe ihr immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Gawron sagt: „Nadine selbst ist die absolut größte Komponente. Wenn die Firma Anteil an dem Verdienst hat, dann betrifft es Nadines Ausbilderin Melanie Kees.“ Und Kees spielt den Ball zu Möller zurück: “Natürlich gebe ich immer mein Bestmögliches, aber der Hauptanteil liegt bei Nadine.“ Das richtige Einschätzen der Lehrlinge sei wichtig, findet Gawron. Er lobt: „Ich bin stolz auf eine Ausbilderin, die merkt, wenn jemand unterfordert ist und reagiert.“

Gab es Probleme? Vielleicht liegt der Erfolg in der Problembewältigung beider Seiten. „Als Auszubildende durchlaufen wir alle Bereiche. So waren wir Allrounder, die schnell überall eingesetzt werden konnten. Es ist notwendig, die eigenen Stärken und Interessen zu erkennen und zu vertreten“, sagt Möller. Außerdem sei der direkte Kundenkontakt zwar sehr spannend gewesen, aber auch eine Herausforderung, wenn man prompt auf Anfragen reagieren musste, sich aber noch unsicher fühlte. Möller habe diesen Stress gemeistert, indem sie den Kunden gegenüber ihre Unsicherheit einfach zugegeben hat. „Fast alle hatten Verständnis.“ Außerdem sagt sie: „Ich wusste auch, dass ich im Notfall immer einen Ansprechpartner hinter mir habe.“ Gawron betont: „Bei uns ist nicht alles toll. Auch Nadine wurde mal angeranzt. Aber sie hat dann begriffen, warum.“

Betrieb setzt auf Langfristigkeit

Für einen herausragenden Erfolg brauche es mehrere positive Komponenten. Der 1932 gegründete Familienbetrieb Gawron wird in dritter Generation geführt. Man setze dort auf Langfristigkeit und familiäre Atmosphäre. Viele Mitarbeiter seie schon lange im Unternehmen, Kees selbst wurde im Betrieb ausgebildet, ein 50-jähriges Dienstjubiläum habe es schon gegeben. Auch Möller wurde nun übernommen und bleibt gern. Vorteilhaft sei auch, dass das Unternehmen vor Ort produziert – Möller war in Ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement auch in der Werkhalle, lernte schweißen und fuhr mit auf die Montage der Zäune. „So verstand ich auch das Technische, es wurde greifbar und konkret.“ Ein ganzheitlicher Ausbildungsbereich fördere die Motivation, sagt Gawron. „Und wenn man die Motivation geschafft hat, hat man alles geschafft.“

Möller ist voll motiviert. Sie habe bereits eine Weiterbildung zur Wirtschaftsfachwirtin begonnen, im Abendkursus und am Wochenende. Ihr Chef freue sich, hätte sie aber gern etwas gebremst. „Nach der verkürzten Ausbildung, hätte sie auch ein ruhiges Jahr vertragen, aber sie will ihren Schwung nutzen.“ Die Frage nach ihrer Freizeit erscheint fast obsolet. Möllers Hund Jester, dessen Foto auch den Schreibtisch der jungen Frau ziert, sei ihr Freizeitpartner. „Früher haben wir Hundesport gemacht. Jetzt ist Jester aber zu alt und geht lieber im Wald spazieren,“ erzählt Möller.

Möllers Tipps für die Ausbildung: „Ein Unternehmen suchen, mit dem man sich identifizieren kann. Und man sollte sich nicht verstellen, sondern immer offen und konstruktiv ansprechen, wenn einem etwas nicht gefällt oder wo man seine Grenzen sieht. Ein Chef kann keine Gedanken lesen.“ Bei Gawron kann sich wieder beworben werden. Ausgebildet werden ab Sommer fünf Metallbauer für Konstruktionstechnik und zwei Kaufleute für Büromanagement. Abitur ist keine Voraussetzung.

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