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Migrationsbericht der Bundesregierung : Die Ausbildung im Gepäck

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Kreis Pinneberg ist attraktiv für Migranten und verzeichnet den höchsten Zuzug seit 1995.

shz.de von
erstellt am 19.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Die Bundesregierung hat in dieser Woche den Migrationsbericht für das Jahr 2012 präsentiert. Kernaussage: Seit 1995 sind nicht mehr so viele Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland gezogen wie in jenem Jahr. Seit 2009 steigt zudem die Zuwanderung von Fachkräften und Hochqualifizierten kontinuierlich an.

Auch im Kreis Pinneberg zeigt sich dieser Trend. Denn lebten im 2012 noch rund 23 000 Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit im Kreisgebiet, so waren es im vergangenen Jahr schon 24 000 – das entspricht einem Zuzug von etwa 1000 Menschen binnen zwölf Monaten. Dieser Ausländeranteil in Höhe von umgerechnet 7,6 Prozent liegt deutlich über dem schleswig-holsteinischen Schnitt von 5,1 Prozent. „Dadurch, dass der Kreis Pinneberg direkt an Hamburg angrenzt, hat er sicherlich eine größere Anziehungskraft als andere Kreise im Land“, sagt Kreissprecher Marc Trampe.

Zahlreiche Fachkräfte

Dies bestätigt auch Ludger Fischer, Leiter des Diakonievereins Migration in Pinneberg: „Die Lage im Speckgürtel Hamburgs hat natürlich Einfluss auf das Ziel der Zuwanderer. In der Hansestadt gibt es viel Arbeit im Baubereich und in der Logistik.“ Fischer weiter: „Viele Zuwanderer kommen aus Osteuropa, wobei die größte Gruppe aus Polen kommt.“ Die Migranten wollten hier arbeiten und kämen zumeist mit einer Ausbildung nach Deutschland. „Sie sehen die Chancen, die sich ihnen hier bieten und wollen sie wahrnehmen.“ Frustrierend für die motivierten Fachkräfte sei, dass es oft lange dauern würde, bis Abschlüsse anerkannt würden. Wer längerfristig in Deutschland bleiben will, muss gute deutsche Sprachkenntnisse nachweisen. Das gilt auch für EU-Bürger. Im vergangenen Jahr haben sich 432 Menschen mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft dazu entschieden, sich einbürgern zu lassen.

Auch der Anteil der Asylbewerber wächst stetig. „Im vergangenen Jahr hatten wir soviele Asylsuchende wie seit 1993 nicht mehr“, sagt Trampe. Rund 500 Menschen nahmen die Gemeinden im Kreis 2013 auf.

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