Kriminalitätsstatistik 2017 : Die Aufklärungsquote in Pinneberg steigt wieder an

Wer seine Tasche nicht ordentlich verschließt, bietet Langfingern eine gute Gelegenheit, zuzugreifen.
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Wer seine Tasche nicht ordentlich verschließt, bietet Langfingern eine gute Gelegenheit, zuzugreifen.

50,1 Prozent der Fälle konnten gelöst werden. Dank Soko gibt es einen leichte Rückgang bei Wohnungseinbrüchen.

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30. Mai 2018, 14:00 Uhr

Pinneberg | Weniger Wohnungseinbrüche und weniger Fahrraddiebstähle – die Gesamtkriminalität in Pinneberg hat sich weiter – wenn auch nur leicht – verringert. Das ist das Fazit, das Carsten Zingler, vorübergehender Leiter des Pinneberger Reviers an der Elmshorner Straße, zieht. Er stellte für shz.de die Kriminalitätsstatistik 2017 vor.

Niedrigster Stand seit elf Jahren

Im Detail: Die Gesamtstraftaten sind von 3425 auf 3385 zurückgegangen. „Dies entspricht nunmehr dem niedrigsten Stand seit elf Jahren und bestätigt den Trend seit 2014“, erläuterte Zingler. Die Aufklärungsquote sei deutlich gestiegen – von 44 (2016) auf 50,1 Prozent. „1696 Fälle sind erfolgreich aufgeklärt worden“, so Zingler. Der Revierleiter stellte aber auch klar, dass die landesweiten Studien der Landespolizei zur Aufhellung des Dunkelfelds aus den Jahren 2015 und 2017 deutliche Hinweise darauf geben, dass etwa nur ein Viertel aller begangenen Straftaten polizeilich angezeigt werden. Es gebe somit eine große Dunkelziffer. Tötungsdelikte gab es nicht.

Bei den Fahrraddiebstählen (von 533 auf 314) als auch bei den Wohnungseinbrüchen ist ein Rückgang feststellbar. So ist bei den Wohnungeinbrüchen die Anzahl von 122 (2016) auf 112 (2017) zurückgegangen. Dank der „Soko Wohnung“ mit 30 Beamten der Polizeidienststelle Bad Segeberg und beispielsweise durch Groß- und Zivilkontrolleinsätze sowie einen erheblichen Präventionseinsatz der Polizei.

Die Tatsachen täuschten ein wenig über die Wahrnehmung hinweg, so der Revierleiter. Zusätzlich zu den 112  Taten des typischen Einbruchs kämen noch in die Sachbearbeitung jene Taten, die von der „Soko Wohnung“ nicht statistisch erfasst worden seien. „Momentan gibt es täterorientierte Ermittlungen gegen eine Uetersener Bande, der im Großraum Pinneberg schon über 20 Taten nachgewiesen werden konnten.“ Wohnungseinbruchdiebstahl gibt es vornehmlich im Stadtteil Quellental.

Fälle von Körperverletzungen haben leicht zugenommen

Die Zahl der Ladendiebstähle ist im Vergleich zu 2016 um neun zurückgegangen. Insgesamt betragen sie 200 (2017). Vom Diebstahl betroffen ist die Innenstadt. Auch die Anzahl der Taschendiebstähle hat sich leicht verringert. 2017 gab es 99 Vorfälle.

Bei den Rohheitsdelikten haben die Fälle von Körperverletzungen zugenommen, von 376 auf 383. Statistisch gesehen ist der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei den Rohheits- und Diebstahldelikten außerordentlich hoch. Die Erkenntnisse der vergangenen Jahre, dass Diebstahlkriminalität strukturiert und organisiert begangen wird, hätten sich bestätigt. Die Banden kommen aus Osteuropa und Nordafrika sowie vom Balkan. Zugenommen hat auch der Diebstahl aus Autos. Die Straftaten stießen in diesem Bereich von 155 auf 230, so die Statistik.

Einen großen Bereich nehmen die Vermögens- und Betrugsdelikte ein. Zwar haben insgesamt die Betrugsfälle abgenommen, allerdings ist eine Steigerung bei Betrugsversuchen mittels EDV zu verzeichnen. „Insbesondere das Zusenden von Rechnungen, Mahnungen oder trickreichen PC-Seiten zur Erlangung der PIN spielen dabei eine erhebliche Rolle“, führt Zingler aus. Mangelnde PC-Sicherheit seitens der Nutzer oder ungesicherte Technik kämen den Ganoven zugute.
Zingler appelliert an die Pinneberger, ihr Eigentum gut zu sichern. Schwachstellen wie ungesicherte Gebäude, Schuppen und Geschäfte oder auch offene Handtaschen werden von Tätern gnadenlos ausgenutzt. Zum Schluss hat Zingler noch eine gute Nachricht: „Örtliche Brennpunkte, die ein sofortiges Handeln erfordern, sind in Pinneberg nicht hervorzuheben.“

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