„Die Artenvielfalt könnte größer sein“

Ludwig Tent ist Gewässerbiologe und gab ausführliche Erklärungen rund um den Lebensraum Wasser und wie dieser in seiner Beschaffenheit verbessert werden könne – zum Beispiel durch das Anlegen von Kies-Depots.  Fotos: Geeske Lütjens
1 von 3
Ludwig Tent ist Gewässerbiologe und gab ausführliche Erklärungen rund um den Lebensraum Wasser und wie dieser in seiner Beschaffenheit verbessert werden könne – zum Beispiel durch das Anlegen von Kies-Depots. Fotos: Geeske Lütjens

Gewässerbiologe Ludwig Tent nimmt Proben an der Mühlenau / Exkursion mit dem Nabu Pinneberg

von
16. Juli 2018, 11:45 Uhr

Ein Küchensieb mit Klebeband an einem Besenstiel befestigt – es ist das wichtigste Utensil für Ludwig Tent von der Edmund Siemers Stiftung. Im Rahmen einer Veranstaltung des Nabu Pinneberg führte der Gewässerbiologe eine Radtour entlang der Mühlenau und beprobte das Wasser auf seine Bewohner. Bereits im vergangenen Jahr wurde der Fluss mit dem Bachaktionstag wiederbelebt. Durch das Anlegen von Kies-Depots entlang der Mühlenau sollte die Dynamik des Wasserflusses verbessert, Kleinstlebewesen ein Lebensraum geboten werden. Ob das erfolgreich war, sollte die Exkursion zeigen.

Mehr als 20 interessierte Pinneberger erschienen mit ihrem Fahrrad, um sich selbst ein Bild vom Zustand der Mühlenau zu verschaffen. Die erste Beprobung fand sofort statt. Tent krabbelte – das Sieb fest in der Hand – die Böschung herunter und postierte sich auf einem der Kies-Depots. Mit dem Sieb kratzte er entlang der Steine, bis sich organisches Material darin gesammelt hatte. Nach einem kurzen Blick folgte ein Lächeln. „Hier haben wir schon was. Eine Wollhandkrabbe und mehrere Bachflohkrebse“, lautete die zufriedene Bemerkung. Alle Teilnehmer konnten sich davon überzeugen und einen Blick auf die Tierchen werfen. An den weiteren Stellen zeigte sich das gleiche Bild. „Es ist nicht besonders wenig, aber die Artenvielfalt könnte größer sein“, sagte Tent. Das große Vorkommen an Wollhandkrabben jedoch überraschte den Gewässerbiologen ein wenig. Weiter flussaufwärts wurde dann noch ein schöner Fund gemacht: Tent fing Larven der Prachtlibelle. Auch der Eisvogel zeigte sich kurz.

„Die Mühlenau führt sehr klares Wasser“, sagte Tent. Das und auch das Vorkommen von Tieren zeuge von guter Wasserqualität. Rundum gesund sei der Fluss deswegen aber noch nicht: Eine Verockerung zeigte sich an manchen Stellen der Mühlenau. Auch der Uferbestand an Bäumen könnte vielseitiger sein. Besonders Erlen würden durch ihr Wurzelwerk das Ufer befestigen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen