Appen : Die Appener wollen die Reform

Das AmtsgebäudeMoorrege: Dort könnte bald ein Amtsdirektor das Sagen haben.
Das Amtsgebäude Moorrege: Dort könnte bald ein Amtsdirektor das Sagen haben.

Alle Parteien sind sich einig: Plädoyer für den Amtsdirektor im Amt Moorrege. Jetzt tagt ein interner Arbeitskreis.

shz.de von
22. Juni 2014, 10:00 Uhr

Moorrege | Steht das Amt Moorrege vor einer Zerreißprobe? Unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft des Amtes könnten schlimmstenfalls zur Abwanderung einer Gemeinde führen.

„In der jetzigen Konstruktion können wir die Zukunft nicht mehr meistern“, sagte Appens SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Lorenzen. Sozialdemokraten, CDU und FDP sprechen sich in Appen eindeutig für eine möglichst zügige Reform der Amtsverwaltung aus. Zudem wollen sie keine Hängepartie, sondern eine schnelle Entscheidung.

In der Diskussion ist, dass der derzeitige Leitende Verwaltungsbeamte (LVB) Rainer Jürgensen zum Amtsdirektor wird – ein Posten der ihm zusätzliche Befugnisse und eine höhere Besoldungsgruppe einbringen würde. Er wäre offiziell Chef der Verwaltung. Bisher steht der ehrenamtliche Amtsvorsteher Walter Rißler an der Spitze. Rißler müsste Aufgaben abgeben und würde außerdem weniger verdienen.

Die Gespräche über die Umstrukturierung führt ein interner Arbeitskreis, der Montag das nächste Mal tagt. Unabhängig von den weiteren Diskussionen bezieht die Appener Politik nun eindeutig Stellung. „Ein ,Weiter so’ wäre unverantwortlich“, betont Lorenzen. Das müsste jeder berücksichtigen, der die Interessen des Amts in den Vordergrund stelle. Wenn die Mehrheit für Stillstand plädiere, müsse Appen über Alternativen zum Amt Moorrege nachdenken. Dadurch würde das Amt seine größte Gemeinde verlieren.

Hans-Peter Lütje, Fraktionsvorsitzender der CDU und außerdem stellvertretender Amtsvorsteher, äußert sich zwar zurückhaltender, stellt aber ebenfalls klar: „In Appen sind alle Parteien für die Umstrukturierung.“ Lütje hofft zudem auf eine schnelle Entscheidung, da lange Debatten über dieses Thema nicht gut für das Amt wären.

„Ein hauptamtlicher Amtsdirektor kann uns in den Gesprächen mit Land und Kreis viel besser als ein ehrenamtlicher Amtsvorsteher vertreten“, betont Appens FDP-Vorsitzende Jutta Kaufmann. Unabhängig von der Person des Amtsvorstehers seien dem Ehrenamt schlicht und einfach Grenzen gesetzt. Zudem sei die Umstrukturierung der einzige Weg, dem Personal Zukunftsperspektiven zu bieten.

Die Appener Politik hoffte bisher auf eine einvernehmliche Lösung, zweifelt aber daran, ob das wirklich möglich ist. Deshalb ist selbst eine Kampfabstimmung über die Zukunft des Amtes nicht mehr ausgeschlossen. Die könnte vielleicht schon bei der nächsten Sitzung des Amtsausschusses am 8. Juli auf der Tagesordnung stehen.

Das Amt Moorrege kümmert sich um die Verwaltung der Gemeinden Appen, Holm, Heist, Neuendeich, Heidgraben, Groß Nordende und Moorrege und betreut zusammen rund 19.000 Einwohner.
zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen