Pinneberg : Die Amerika-Freunde halten Kurs

Sommer 2014: Schüler aus Rockville in Pinneberg. Am Austausch soll festgehalten werden.
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Sommer 2014: Schüler aus Rockville in Pinneberg. Am Austausch soll festgehalten werden.

Deutsch-Unterricht in der Partnerstadt Rockville abgeschafft – Schüleraustausch mit den USA soll dennoch aufrecht erhalten werden.

shz.de von
16. Januar 2015, 16:00 Uhr

Pinneberg | Seit 31 Jahren setzen sie sich für die Partnerschaft mit Rockville ein. Drähte wurden geknüpft. Und sie glühen unvermindert. Und die Mitglieder der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft in Pinneberg wollen auch im Jahr 2015 Kurs halten. An der Tradition des Schüleraustauschs soll festgehalten werden – trotz zunehmend schwieriger Rahmenbedingungen.

Ein Problem: Die Deutsche Sprache ist in den USA nicht mehr angesagt. In Rockville wird trotz Partnerschaft mit Pinneberg kein Schul-Unterricht mehr angeboten. Eine Entwicklung, die Bernd Hinrichs, Vorsitzender der Gesellschaft, nicht erfreuen kann. Hinrichs hat erkannt: „Die Amerikaner wenden sich verstärkt China zu.“ Zudem rücke Spanisch in den Fokus.

Apropos China: Auch in Sachen Städtepartnerschaft setzt die Sister City Cooperation, das Pendant zur Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft, in jüngster Zeit auf den fernen Osten. Rockville baut seine Kontakte zur Stadt Xiang Xing aus. Reisegruppen aus den USA waren bereits in China zu Gast. „Unsere amerikanischen Freunde träumen von einer Art Triangel“, weiß Amerika-Freund Bernd Hoffmann. Ob sich die Pinneberger auf eine „Dreiecksbeziehung“ einlassen sei allerdings noch offen. „Das werden wir in Kürze diskutieren!“, so Hinrichs.

Rückblickend war 2014 ein ereignisreiches Jahr für die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft. Hinrichs erinnert sich gern an die 30-Jahr-Feier im Februar. Fast alle bisherigen Vorsitzenden hatten sich im Ratssaal eingefunden. Auch Nancy Crbett, Generalkonsulin der Vereinigten Staaten, war dabeigewesen. „Insgesamt sind die Bande zum Konsulat in den vergangenen Jahren immer enger geworden“, sagt Hinrichs, der schon die nächste Festveranstaltung im Blick hat. Am 18. Juli 2017 jährt sich die Beurkundung der Städtepartnerschaft zwischen Pinneberg und der Stadt an der amerikanischen Ostküste zum 60. Mal. 30 Besucher aus Rockville werden an der Pinnau erwartet. Eine ebenso große Reisegruppe aus der Kreisstadt soll den Atlantik überqueren. Bälle und Festakte werden geplant. „Zudem werden wir unsere Chronik fortschreiben“, so Hoffmann. Bereits für den Juni 2015 ist der Besuch von Schülern der Wootton-Highschool geplant. Eine Rockville-Visite Pinneberger Jungen und Mädchen könnte im September folgen. Zwischendurch wird mit einer 20-köpfigen Gruppe aus Rockville, das etwa 20 Kilometer vor Washington DC liegt, gerechnet.

Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft hat derzeit 166 Mitglieder. „Wir wachsen stetig“, weiß Hinrichs. „Nichtsdestotrotz würden wir uns über junges Blut freuen“, ergänzt Hoffmann, der 1987 erstmals in Rockville war und eine Entwicklung miterlebt hat: „Die Stadt ist unheimlich gewachsen und sehr wohlhabend.“

Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft Pinneberg-Rockville plant für Dienstag, 24.Februar. Die Zusammenkunft beginnt um 19 Uhr im Rockville-Zimmer des Rathauses der Stadt Pinneberg, Bismackstraße 8.
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