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Pinneberger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 22:34 Uhr

Pinneberg : Die Akad schließt ihre Pforten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Kreisstadt verliert ihre Privathochschule. Wirtschaftsförderer Stefan Krappa will bei der Suche nach einem neuen Mieter helfen.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Schwerer Schlag für den Bildungsstandort Pinneberg: Die Privathochschule Akad schließt ihre Pforten. Die Dependance des Weiterbildungsanbieters soll zum 1. Januar 2015 geräumt werden. Das bestätigte gestern Jörg Schweigard, Sprecher des in Stuttgart beheimateten Unternehmens.

Der Mietvertrag mit der Albrecht Vermögensverwaltungsgesellschaft (AVW) läuft noch mehrere Jahre – die Akad sucht derzeit nach einem Nachmieter für die Räumlichkeiten am Rathaus. Im Jahr 2002 war die Privathochschule in Pinneberg eröffnet worden. Die AVW hatte der Akad seinerzeit eine Spezialimmobilie für den Bildungsbetrieb gebaut – und das Unternehmen vertraglich langfristig gebunden. In dem Bau am Rathaus stehen 1500 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.

Pinnebergs Wirtschaftsförderer Stefan Krappa räumte gestern ein, dass der Abschied der Akad einen Verlust für die Kreisstadt bedeutet. Er sei bereits in der vergangenen Woche informiert worden. Krappa geht davon aus, dass die Veränderungen in der Bildungslandschaft eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung der Akad spielen. Das so genannte E-Learning gewinne im Bereich Weiterbildung an Bedeutung: „Es gibt immer weniger Anwesenheitspflicht.“

Der Wirtschaftsförderer will sich bei der Suche nach einem Nachmieter einbringen. „Es laufen bereits erste Gespräche“, sagt Krappa. Optimaler Nachfolger sei ein Bildungsträger. Aber auch eine andere Nutzung sei denkbar: „Das ist schließlich eine 1A-Lage“, so Krappa. In Kürze sei ein Ortstermin mit Immobilienexperten geplant.

Ein anderer Standort in Pinneberg kam für die Akad nicht in Frage. „Wir verfolgen ein neues Strukturmodell“, so Schweigard. Es gehe darum, die Präsenzzeiten der Studierenden zu weit wie möglich zu verringern. Man setze vielmehr auf „innovative Online-Angebote“. Für die Immobilie in Pinneberg sei in der Tat noch keine Folgenutzung gefunden.

Die Akad bietet 25 Bachelor- und Masterstudiengänge sowie Sprachdiplome an und beschäftigt rund 250 Mitarbeiter. Das Unternehmen war im Jahr 1956 gegründet worden. Im Frühjahr 2014 hatte der Münchner Finanzinvestor Aurelius sich eingekauft. Ziel des Investors ist es, die Akad fit für den Bildungsmarkt im digitalen Zeitalter zum machen, so Aurelius in einer Pressemitteilung.

Die 1956 in der Schweiz gegründete Unternehmensgruppe Akad ist seit 1959 in Deutschland tätig. Nach eigenen Angaben lassen sich derzeit rund 8800 Fernstudierende in Studien- und Lehrgängen weiterbilden. Das Durchschnittsalter der Nutzer liegt bei 30Jahren. Für die  Akad sind 400 Professoren und Dozenten im Einsatz. Mit mehr als 250 Firmen werde kooperiert. Die Akad ist Mitglied im Verband der Privaten Hochschulen, im Forum DistancE-Learning und in der European Association for Distance Learning.
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