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Pinneberger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 03:35 Uhr

Die älteste Boygroup Pinnebergs

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nach zwanzig Jahren wird Walter Zielke neuer Chorleiter des Männergesangvereins von 1857 / Offenes Singen geplant

Neue Zeiten brechen für den Männergesangverein von 1857 Pinneberg an: Nach mehr als 20 Jahren übergibt Tilman Wiebe die Position des Chorleiters an Walter Zielke. Seine Stelle tritt der Brunsbütteler am 1. August an.

Wiebe hört mit 51 Jahren schweren Herzens auf, weil sich die Aufgaben als Chorleiter mit seinen neuen beruflichen Herausforderungen nicht vereinbaren ließen, erklärt der Vorsitzende Uwe Asmussen. Mit Zielke hat der Chor aber einen Nachfolger mit reichlich Erfahrung gefunden.

Der Berufsmusiker leitete bereits Männergesangvereine und gemischte Chöre und hat auch mit Kindern und Jugendlichen geabeitet. Der 51-Jährige hat Kirchenmusik und allgemeine Musikpädagogik studiert. Derzeit wohnt er noch in Brunsbüttel, plant aber, in den Speckgürtel von Hamburg zu ziehen.

Den Chor komplett umkrempeln wolle er nicht, stellt er klar. Eigene Akzente setzen aber schon. Dies geschehe aber stets in enger Abstimmung mit den Mitgliedern. Derzeit gehören Volks-, Jagd- und Wanderlieder zum Repertoire sowie Stücke aus Opern, Operetten und Klassik. Plattdeutsche Lieder sind auch dabei. „Wenn ich jetzt anfangen würde, nur noch Songs von Abba, Udo Jürgens und Rihanna zu nehmen, würde das nicht funktionieren.“ Asmussen grinst. „Dann gebe es auch eine Revolution.“ Damit seien schon andere Kollegen gescheitert, fügt Zielke hinzu.

Die Tradition müsse gewahrt werden. Er wolle einen Mix schaffen aus klassischen Liedern, aber auch Schlagern. „Das ist die Herausforderung. Man kann heute nicht nur Lieder vom Rhein oder über das Vaterland singen.“ Der Chor müsse auch für Jüngere attraktiver werden. Das jüngste Mitglied sei Ende 30, das älteste 92 Jahre. Da sei es unmöglich, dass jedes Lied allen gefalle. „Das entspricht aber auch der Natur des Chores, dass man Rücksicht nimmt aufeinander“, glaubt der neue Leiter. Noch gebe es genug Mitglieder im Verein, sagt Asmussen. 31 Männer singen mit. „Wir sagen immer: Wir sind die älteste Boygroup in Pinneberg“, scherzt er.

Gemischt soll der Chor nicht werden – da sind sich die Herren einig. Nicht, weil sie etwas gegen Frauen hätten. Aber der Klang sei nun mal ein anderer – und auch die Atmosphäre unter dem gleichen Geschlecht sei anders. „Wo sind Männer denn heute noch unter sich?“, fragt der stellvertretende Vorsitzende Peter Höfchen. So könne man ungestört Themen ansprechen, die nur sie interessieren. Auch die Frauenchöre seien mit der Situation „glücklich und zufrieden“. Warum solle man das ändern?

An der Arbeit mit den Männern gefällt Zielke die Zielstrebigkeit. „Die schinden sich auch mal, wenn sie wissen, dass am Ende etwas Gutes dabei rumkommt. Man kann sehr effektiv mit ihnen arbeiten. Das macht mir Spaß.“

Der Chor will in Zukunft monatliche Termine veröffentlichen, um neue Mitglieder zu werben. Beim Vorsingen kann jeder unverbindlich vorbeikommen. Aber auch bei jeder Probe sind Interessierte immer willkommen. Die Männer singen jeden Mittwoch von 20 bis 22 Uhr im VfL-Heim. Den nächsten Auftritt absolvieren die Sänger am 28. Juni um 10.30 Uhr im Rosengarten in Pinneberg.

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