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Pinneberger Tageblatt

23. November 2017 | 12:17 Uhr

Die Abgründe des Miteinanders

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Theater Am Ludwig-Meyn-Gymnasium wirken derzeit Schüler und die Uetersener Hagebuttenbühne zusammen

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 17:33 Uhr

Mit „Der Vorname“ spielt das Ensemble der Uetersener Hagebuttenbühne derzeit am Ludwig-Meyn-Gymnasium (LMG). In dieser Gesellschaftskomödie beginnt ein Abendessen mit Freunden und Verwandten ganz harmlos, doch als ein werdender Vater den Namen preisgibt, den sein Sohn tragen soll, eskalieren die Dialoge und unterschwellige Konflikte bahnen sich ihren Weg.
Etwa 100 Zuschauer kamen zur Premiere dieses Stücks aus der Feder von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patelliére in die Schulaula und lauschten dem Wortwitz der fünf Protagonisten.

Auf der Bühne bereiteten sich der liberal intellektuelle Literaturprofessor Pierre, gespielt von Oliver Rühmkorf, und seine Frau Elisabeth (Marnie Rühmkorf) auf ein gemeinsames Abendessen mit Elisabeths erfolgreichem Bruder Vincent (Jan Rehbein), dessen schwangere Frau Anna (Carolin Gill) sowie Elisabeths Jugendfreund Claude (Hendrik Bohn) vor. Eine Beschreibung der Figuren vermittelte dem Publikum zunächst Vincent, der die Gastgeber und ihre Gäste kommentierte und charakterisierte. „Claude ist nicht aufbrausend, nicht unehrlich, irgendwie ist er immer ‚nicht‘“, erfuhren die Zuschauer. Und: „Claude ist dieser Typ Mann, zu dem man geht, wenn man Kummer hat, sie sind echte Freunde seit langer Zeit.“ Als die Gäste dann die Bühne betreten, wirkt zunächst noch alles im Lot, wenngleich sich in der Derbheit der Scherze schon Missstimmungen anbahnen. „Hast du eine gute Autoversicherung?“, fragt Vincent seinen Schwager. „Wieso?“, erwidert der. „Ich habe einen kleinen Kratzer in das Auto unten gemacht und deine Telefonnummer hinterlassen“, behauptet Vincent, und er selbst lacht am lautesten über seinen Witz.

Als Vincent später am Abend verkündet, welchen „schockierenden Namen“ sein Sohn tragen soll, ist die Runde mehr als aufgebracht, und die Zuschauer werden Zeugen der bissigen Entgleisungen eines Dinner-Abends. Die zunehmend eskalierenden Diskussionen fördern unbarmherzig lang schwelende Konflikte und gut gehütete Geheimnisse zutage.

„Diese Inszenierung ist Teil unseres Ehemaligenprojekts, das wir von Zeit zu Zeit auf die Beine stellen“, so Regisseur Andreas Gunst. In dieser Gemeinschaftsproduktion von Hagebuttenbühne und LMG stehen daher auch insgesamt vier ehemalige Schüler des Gymnasiums auf der Bühne, und drei Jugendliche der LMG-Theater-AG sorgen während der Aufführungen für die technische Umsetzung.

Das Stück „Der Vorname“ ist noch am 10., 11., 17. und 18. November um jeweils 19.30 Uhr in der Aula des Ludwig-Meyn-Gymnasiums zu sehen, der Eintritt kostet acht Euro, mit Ermäßigung fünf Euro. Karten im Vorverkauf gibt es bei der Theaterkasse Moorrege in der Wedeler Chaussee 12 in Morrege, telefonisch erreichbar unter (0 41 22) 90 27 00.


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