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Pinneberger Tageblatt

18. Dezember 2017 | 18:12 Uhr

Hasloh : Diakonie soll Flüchtlingen helfen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sozialausschuss Hasloh will Vertrag zwischen Gemeinde und kirchlicher Organisation. Beratungsstelle Quickborn als Anlaufstelle.

shz.de von
erstellt am 14.Nov.2014 | 12:00 Uhr

Hasloh | Der Sozialausschuss der Gemeinde Hasloh hat im Juli beschlossen, Flüchtlinge im Ort unterzubringen, statt wie bisher Pensionen in Nachbargemeinden zu suchen. Während seiner Sitzung am vergangenen Mittwochabend haben die Ausschussmitglieder nun beraten, wie sie sich Unterstützung bei der Betreuung der Asylsuchenden holen können. Sie empfehlen einstimmig einen Kooperationsvertrag zwischen Gemeinde und Diakonie.

Zu Gast war Christian Rohde, Leiter der Diakonie-Werkstatt Quickborn. Die Diakonie hat viel Erfahrung in der Unterstützung von Flüchtlingen. „Die Menschen benötigen Betreuung in verschiedenen Formen. An erster Stelle steht die Existenzsicherung. Dann folgen Sprachunterricht und die kulturelle Teilhabe“, sagt Rhode im Gespräch mit dieser Zeitung. Kommt ein Vertrag zwischen Gemeinde und Diakonie zustande, können die Flüchtlinge eine Beratungsstelle in Quickborn nutzen.

„Dort bieten wir Antworten auf Alltagsfragen. Wir helfen bei Anträgen und Behördengängen, bei der Klärung des Aufenthaltsstatus, bei der Organisation von Kinderbetreuung oder bei der ärztlichen Versorgung“, sagt Rhode. Finanziert würde das Angebot anteilig von der Gemeinde Hasloh.

Ein großes Hindernis sei die Sprache. Denn erst nachdem das Bleiberecht geklärt sei, bestünde der Anspruch auf einen Kursus. „Die Verfahren können aber bis zu eineinhalb Jahre dauern“, sagt Rhode. „Aber es ist besonders wichtig, dass sie die Sprache lernen.“ Mit der Stadt Quickborn würden deshalb Kurse angeboten, welche Flüchtlingen ohne abgeschlossenes Asylverfahren offenstünden.

Außerdem suche die Beratungsstelle nach Ehrenamtlichen, die als Übersetzer helfen. „20 Freiwillige, die insgesamt sechs Sprachen sprechen, engagieren sich“, sagt Rhode. So könne etwa ins Persische, Arabische oder Russische übersetzt werden.“ Welche Betreuungsleistungen konkret angeboten würden, müsse nun in einem Vertragsentwurf von Gemeinde und Diakonie festgelegt werden.

Anne Wortmann (CDU), Vorsitzende des Sozialausschusses, sagt: „Wir wollen die Asylbewerber nach Hasloh bekommen. Und wir müssen deswegen mit einem professionellen Träger zusammenarbeiten.“ Ein Vertragsentwurf solle in der kommenden Sitzung der Gemeindevertretung am 15. Dezember beraten werden. „Wir gründen zudem eine Arbeitsgruppe, die eng mit der Diakonie zusammenarbeitet. Das ist komplettes Neuland für uns“, sagt Worthmann. Auch für die Politikerin ist klar: „Nur mit Sprachkursen kann die Integration gelingen. Es ist fatal, dass die Menschen in einem laufenden Asylverfahren kein Recht darauf haben.“

Die Zusammenarbeit mit der Diakonie kann nur funktionieren, wenn die Flüchtlinge auch tatsächlich in Hasloh wohnen. Derzeit gibt es laut Stadtverwaltung Quickborn zehn Menschen, die von der Gemeinde Hasloh in Pensionen untergebracht wurden. „Für 2015 rechnen wir mit zehn weiteren Flüchtlingen“, sagt Volker Dentzin von der Quickborner Verwaltung. Die Unterbringung in Pensionen sei die mit Abstand teuerste. „Deswegen appellieren wir an Hausbesitzer aus Hasloh, uns freie Räume anzubieten.“ Vorteil für die Vermieter sei, dass die Miete zuverlässig überwiesen und die Flüchtlinge professionell betreut würden. Sollten die Menschen allerdings weiterhin in Pensionen leben müssen, kämen auf Hasloh 2015 Kosten in Höhe von 50.000 Euro bis 100.000 Euro zu.
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