Pinneberg : Diabetes: Gemeinsam sind sie stark

Gemeinsam meistern sie ihre Krankheit: Mitglieder der Pinneberger Diabetes-Selbsthilfegruppe.
Gemeinsam meistern sie ihre Krankheit: Mitglieder der Pinneberger Diabetes-Selbsthilfegruppe.

Welche Vorteile haben Menschen, die sich Selbsthilfegruppen anschließen? Darüber ließen sich Mitglieder des Pinneberger Diabetiker-Bezirksverbandes gerne ausfragen, denn, so sind sie überzeugt, viele Erkrankte wissen einfach nicht, wie hilfreich solche Gruppen sein können.

shz.de von
19. Juni 2014, 11:00 Uhr

Pinneberg | Ungefähr 4000 Pinneberger leiden an Diabetes. Einige von ihnen treffen sich seit drei Jahren einmal im Monat in einer Selbsthilfegruppe. Auch für viele andere Erkrankungen gibt es inzwischen derartige Gemeinschaften. Welche Vorteile haben Menschen, die sich Selbsthilfegruppen anschließen? Darüber ließen sich Mitglieder des Pinneberger Diabetiker-Bezirksverbandes gerne ausfragen, denn, so sind sie überzeugt, viele Erkrankte wissen einfach nicht, wie hilfreich solche Gruppen sein können.

„Beim Arzt erfahre ich, was ich nicht darf, hier lerne ich, was ich alles kann und darf“, fasste eine Gesprächsteilnehmerin ihre Erfahrungen zusammen. Die informativen Vortragsabende, die ihr Vorsitzender Gerhard Schmoldt und sein Vize Dieter Staege auf die Beine stellen, seien „ganz wunderbar“, stimmten alle überein.

Hinzu kommt das wohltuende Erlebnis einer Gemeinschaft. Hier wird viel geklönt, man weiß sich verstanden. Probleme, Sorgen, Fragen können da ganz offen angesprochen werden, und oft genug hat jemand in der Runde dazu eigene Erfahrungen, die dann geteilt werden.

Dritter Aspekt: Das gemeinsame Auftreten in der Öffentlichkeit. Diabetes als immer weiter um sich greifende gefährliche Volkskrankheit ins Bewusstsein der Allgemeinheit rücken und sich so für effektivere Behandlung und zugleich für intensivere Vorsorge stark zu machen, darum geht es dem Deutschen Diabetiker Bund, dem der Pinneberger Bezirksverband angehört.

Aus diesen drei Zutaten stellen Schmoldt und Staege das Programm ihrer Gruppe zusammen. Viele Fachleute haben in der Vergangenheit bereits bei den Zusammenkünften referiert: Diätspezialisten, Sporttherapeuten, Diabetologen und andere Fachärzte wie zum Beispiel Chefarzt Dr. Christian Grau aus der Wedeler Regio-Klinik.

Doch es geht nicht ausschließlich um Diabetes bei diesen Themenabenden. Organspende, Sturzprophylaxe und viele andere Aspekte des Lebens bis hin zur Rechtsberatung kommen auf die Tagesordnung. „Und die Themen gehen nicht aus“, weiß Gruppenchef Schmoldt. Denn Diabetes sei heimtückisch, könne lange unentdeckt bleiben und führe unbehandelt zu vielen Folgeerkrankungen wie etwa Erblindung oder Herz-, Nieren- und Gefäßproblemen. Wird da nicht rechtzeitig gegengesteuert, drohen Infarkte oder es können Amputationen notwendig werden. Auf all das will der Vorstand an zukünftigen Abenden eingehen.

Um die erforderlichen Referenten macht Schmoldt sich keine Sorgen: „Ich bin immer wieder dankbar, wie gerne die meisten Experten zu uns kommen“, hebt er hervor. Zu den Vortragsabenden gesellen sich gemeinsame Reisen. Gesundheitsmessen in Bad Malente, Kiel und Neumünster waren bereits Ausflugsziele. In diesem Jahr soll es zur „diabetestour“ nach Hannover gehen. Zweimal im Jahr wird auch gefeiert: Ein Sommerfest ist dabei sowie „Grünkohl mit alles“ im Winter. Solche Erlebnisse fördern die Geselligkeit innerhalb der Gruppe, bestätigten die versammelten Mitglieder. Persönliche Freundschaften seien daraus bereits entstanden.

Das wiederum stärke den Zusammenhalt für gemeinsame Auftritte in der Öffentlichkeit, zum Beispiel bei der alljährlichen Gesundheitsmesse des VfL, der Ehrenamtsmesse in der Rübekamphalle oder dem Selbsthilfetag der Zentralen Kontaktstelle, heben Gruppensprecher Schmoldt und Staege hervor.

Deutscher Diabetiker Bund, Bezirksverband Pinneberg: Die Selbsthilfegruppe trifft sich an jedem dritten Dienstag im Monat um 19 Uhr im VfL-Heim, Fahltskamp 53. Keine Treffen gibt es im Juli und August, nächster Termin ist der 16. September. Die Teilnahme an den Gruppenabenden ist kostenlos. Eine Mitgliedschaft im Diabetikerbund ist nicht erforderlich. Kontakte: Gerhard Schmoldt, 0151-5114 5596, E-Mail: diabetikerbund-pinneberg@web.de und Dieter Staege, E-Mail: dieterstaege@alice.de
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