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Abschied vom Mannschaftssport : Detlef Kuhn hängt nach 50 Jahren die Fußballschuhe an den Nagel

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nach mehr als 50 Jahren hängt Detlef Kuhn die Fußballschuhe an den Nagel. Letzte Station des Sportlers ist der TSV Tangstedt.

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erstellt am 07.Aug.2015 | 13:30 Uhr

Tangstedt | Es war an seinem sechsten Geburtstag, dass Detlef Kuhn von seinem Vater die erste Fußball-Ausstattung bekam. „Fußballstiefel, die damals noch als ,Buffer‘ bezeichnet wurden, ein Trikot mit Tüddlband und Stutzen aus Wolle“, erinnert sich der 58-Jährige. Noch heute spüre er das Kratzen und Jucken auf der schweißnassen Haut, wenn er daran zurückdenke, sagt Kuhn und lacht.

Dabei ist er im Moment eher wehmütig gestimmt, denn nach all den Jahren muss er Abschied nehmen von seinem Lieblingssport. „Mein Knie ist irreparabel kaputt – ich hatte mehrere Oprationen, einen Knorpelschaden, Bänderrisse und Probleme mit dem Meniskus“, zählt Kuhn auf.

Schweren Herzens plant er sein Abschiedsspiel, das auf dem Rasen des Tangstedter Sportvereins (TSV) am Sonnabend, 29. August, ausgetragen wird. Beginn ist um 15 Uhr. „Es wird ein Allstar-Team antreten, das aus Weggefährten der Vereins, bei denen ich gespielt habe, besteht“, kündigt Kuhn an. Dieses Team spielt dann gegen die Alten Herren des TSV – die Mannschaft, in der er zuletzt aktiv war.

Seine erste Vereins-Station war der NTSV Niendorf. „Dort habe ich alle Jugendabteilungen durchlaufen bis zur Herrenmannschaft“, berichtet Kuhn. Während seiner Bundeswehrzeit sei er im Ausland gewesen und habe dort im „German National Team“ gekickt.

Nicht nach Niendorf

Nach seiner Rückkehr wollte er erneut in Niendorf im Verein spielen. „Weil ich während der Woche immer viel beruflich unterwegs war, habe ich dann meinen damals zweijährigen Sohn mitgenommen“, sagt Kuhn. Doch das habe manchen aus der Mannschaft nicht gepasst.

„Als wir dann nach Bönningstedt umzogen, dauerte es nicht lang, bis ich beim SV Rugenbergen wieder aktiv gespielt habe“, berichtet Kuhn. Auch nach seinem Umzug nach Tangstedt spielte er weiter in Bönningstedt bei den Alten Herren und den Senioren – bis er vor einigen Jahren keine Zeit mehr dafür fand und aufhörte.

„Es hat aber nicht lang gedauert, da sprach mich Bernd Biermann vom TSV beim Osterfeuer an – ob ich eigentlich Fußball spielen würde und nicht Lust hätte...“, sagt Kuhn. Er hatte Lust – und schon spielte er bei den Tangstedter Altern Herren.

Als Mannschaft erfolgreich

Ein besonders erfolgreicher Spieler sei er zwar nie gewesen, doch immerhin habe er mit der Betriebsmannschaft von Lego, damals noch in Hohenweststedt, bei einem Firmen-Turnier mit seiner Mannschaft den ersten Platz geholt.

„Zum Schluss stand ich dann im Tor, weil die Knie immer mehr Probleme machten“, bedauert Kuhn. Der Sport werde ihm sehr fehlen. „Es geht ja nicht nur um das Spiel, sondern auch um das Zwischenmenschliche – der Klamauk in der Kabine zum Beispiel ist unersetzlich, da geht’s manchmal zu wie im Kindergarten“, sagt Kuhn und schmunzelt. Dieses Miteinander sei auch der Grund gewesen, die in Tangstedt ansässigen Asylbewerber in den Sportverein zu integrieren. „Auch vier der Flüchtlinge werden in meinem Allstar-Team spielen“, sagt Kuhn. Zudem wolle er Sparschweine aufstellen und die Spenden der Flüchtlings-Betreuerin Sabine Sommerfeld zur Verfügung stellen.

Wie das Prozedere des Abschiedsspiels ablaufen wird, weiß Kuhn auch schon. „Erst spiele ich in der einen Mannschaft mit, dann in der anderen“, erklärt er. Üblicherweise sorgten die Teamkollegen dafür, dass der scheidende Fußballer mindestens ein Tor schieße. „Und dann gibt’s irgendwann aus nichtigem Anlass für mich die rote Karte“, sagt Kuhn. Dann wird er vom Platz gehen. Für immer.

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