Pinneberg : Detlef Allenberg: Drei Räume für ein Lebenswerk

Der Künstler Detlef Allenberg stellt bei Ina Duggen-Below im Pinneberg Museum aus – 1,80 Meter misst sein größter Druck.
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Der Künstler Detlef Allenberg stellt bei Ina Duggen-Below im Pinneberg Museum aus – 1,80 Meter misst sein größter Druck.

Der Pinneberger Künstler stellt im Pinneberg Museum aus. Gezeigt werden Bilder, Skulpturen und Töpferarbeiten.

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17. Mai 2018, 12:08 Uhr

Pinneberg | „Das ist auch von Ihnen?“ – eine Frage, die der Pinneberger Künstler Detlef Allenberg öfter hört, wenn er seine frühen Werke ausstellt. Ja, auch die schulmeisterlichen Aquarelle und die düsteren, abstrakten Drucke sind von ihm. „Es sind Bilder, die man von mir nicht unbedingt erwartet“, sagt er. In seinem künstlerischen Schaffen hat Allenberg einen weiten Weg zurückgelegt. Und zu seinem 80. Geburtstag dieses Jahr zeigt das Pinneberg Museum in der Dingstätte einen Querschnitt durch sein Lebenswerk – angefangen bei den ersten Bildern, die er als Achtjähriger für seine Familie malte bis hin zu den bunten Prägungen, die er noch heute fertigt. Vernissage ist am Freitag, 18. Mai, um 17 Uhr. Museumsleiterin Ina Duggen-Below wird in die Ausstellung einführen.

„Eine solche Vielfalt in einer Ausstellung zu zeigen, ist einzigartig“, sagt Duggen-Below. Sie hatte die Qual der Wahl. „Es kamen immer neue Mappen bei mir an, es waren bestimmt ein paar hundert Werke, die wir zusammen durchgegangen sind.“ 46 Bilder hängen nun in drei Räumen im Pinneberg Museum. Zusätzlich gibt es Objekte in Vitrinen.

Dazu gehören die ersten Werke Allenbergs. „Ich kam 1946 als Flüchtling aus Preußen nach Pinneberg“, erzählt er. „Wir bekamen ein leeres Zimmer und fünf Kilogramm Stroh pro Nase – als wir ankamen, hatten wir nichts.“ Aber Allenberg war kreativ: Aus Papier bastelte er sich kleine Autos zum Spielen und zeichnete Porträts von seiner Familie. „Heute würde nie ein Kind auf die Idee kommen, ein Auto so zu bauen, sich die Räumlichkeit vorzustellen“, sagt er. An jedem Ausstellungsstück hängen Erinnerungen: Allenberg wohnte damals im Fahltskamp unterm Dach gegenüber von Wupperman, dort, wo die Johannes-Brahms-Schule heute steht.

Das Räumliche und das Formensehen prägt seine Arbeit bis heute. Nach dem Studium an der Hamburger Kunsthochschule experimentierte Allenberg mit unterschiedlichen Drucktechniken und Materialien. Beeinflusst wurde er von Surrealisten wie Max Ernst (1881-1976). „In meiner Kunst geht es um Offenheit“, erläutert er. „Ich fange an und gucke, was entsteht. Es ist wie ein Gespräch mit dem Bild.“ Was am Ende dabei herauskommt, weiß er am Anfang nicht – manchmal gar nichts. „Ich habe viele unfertige Bilder, ganz einfach weil ich nicht weiter wusste. Es kommt vor, dass ich nach zehn Jahren eins wiederfinde und dann weiter mache.“ Auch Misslungenes weckt sein Interesse. Er zeigt auf einen schwarz-weißen Probedruck voller Flecken. „Wenn man das sieht, schmeißt man es eigentlich weg“, sagt er. „Aber bei mir fängt es dann an zu kribbeln.“ Einmal umgedreht, ein paar Striche dazu und plötzlich entsteht aus dem Unfall ein Vogelkopf.

Detlef Allenberg, Sohn des Künstlers Martin Allenberg, wurde 1938 in Königsberg geboren und kam 1946 nach Pinneberg.  Von 1957 bis 1962 besuchte er die Hochschule für  bildende Künste in Hamburg. Allenberg arbeitet in Mischtechnik, unter anderem mit Aquarell, Radierung, Siebdruck und Schablonen. Er stellt im In- sowie im Ausland aus, seinen Lebensunterhalt verdiente er sich jedoch als Lehrer. Auch an der Volkshochschule Pinneberg gibt er Kurse.

Zu sehen sind in der Ausstellung Werke bis in die 1970er Jahre – darunter Skulpturen, Töpferware, Schablonentechnik, Hoch- und Tiefdrucke sowie Prägungen. Von Juli bis Ende August hat das Museum Sommerpause. Diese Zeit wird genutzt für einen Umbau: Am 1. September folgt ein zweiter Teil mit Werken von den 1970er Jahren bis heute. Geöffnet hat das Museum dienstags, mittwochs und freitags von 17 bis 19 Uhr, donnerstags von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr, sonnabends 11 bis 13 Uhr und sonntags von 15 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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