Quickborn : Designprojekt am Gymnasium

Wie die Profis: Sophie Gommert (v. l.), Anna Häring und Charlotte Offen stellen ihre ersten Ideen mit Hilfe eines Moodboards dar. Am Schluss soll ein fertiges Produkt wie etwa ein Bücherregal entstehen.
Wie die Profis: Sophie Gommert (v. l.), Anna Häring und Charlotte Offen stellen ihre ersten Ideen mit Hilfe eines Moodboards dar. Am Schluss soll ein fertiges Produkt wie etwa ein Bücherregal entstehen.

Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium nimmt als erste Schule in Schleswig-Holstein am Projekt „Schüler entdecken Design“ teil.

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11. Oktober 2014, 10:00 Uhr

Quickborn | Auf den ersten Blick sieht es aus wie gewöhnlicher Kunstunterricht: Auf weißen Kartonbögen haben die Schüler Fotos aus Hochglanzzeitschriften ausgeschnitten und aufgeklebt. Doch es sind keine einfache Collagen, sondern so genannte Moodboards – frei übersetzt: „Stimmungstafeln“. Hierbei handelt es sich um ein Kreativwerkzeug aus dem Bereich Design, mit dem schnell und einfach Konzepte entwickelt, visualisiert und präsentiert werden können. „Es ist einfacher, mit Bildern zu kommunizieren als mit Wörtern, unter einem blauen kantigen Regal versteht jeder etwas anderes“, erklärt Eva Marguerre.

Zusammen mit ihrem Kollegen Marcel Besau vom namhaften Hamburger Design-Studio Besau-Marguerre führen sie die Schüler in die Welt des Designs ein. Das Quickborner Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium nimmt als erste Schule in Schleswig-Holstein am Projekt „Schüler entdecken Design“ teil. Auch in Frankfurt, Wuppertal und Erlangen kommen Schüler in den Genuss dieses außergewöhnlichen Unterrichts.

Initiator ist die Stiftung Deutsches Design Museum. „Viele haben eine falsche Vorstellung und denken: Das ist teuer, das kann man sich nicht leisten. Mit diesem Bild wollen wir aufräumen“, erklärte Projektmanagerin Judith Stuntebeck die Intention dahinter. „Wir wollen keine Designer heranziehen, sondern das Interesse für Design bei den Schülern wecken“, sagt sie. Georg Schuber, Kunstlehrer am Gymnasium, hatte von der Aktion gehört und Kontakt mit der Stiftung aufgenommen. Eine erste Zusammenarbeit zum Thema Sitzen erfolgte bereits am Ende des letzten Schuljahrs. „Das ist so schön gelaufen. Das müssen wir noch einmal machen“, sagte der Kunstlehrer. Nun werden 24 Schüler des achten Jahrgangs ein Jahr lang an den monatlich stattfindenden Einheiten teilnehmen.

Die Jugendlichen werden im Rahmen dieses Wahlpflichtunterrichts mit allen Phasen des Designs vertraut gemacht und lernen durch ihre Arbeiten den gesamten Ablauf kennen – vom Brainstorming bis zum fertigen, selbst erstellten Objekt und dessen Präsentation. Dabei sollen auch die Computer im Hamburger Design-Studio zum Einsatz kommen. „Wir betreuen das Projekt und geben das Wissen weiter“, so Eva Marguerre.

Das Schöne daran: „Die Schüler werden von der Produktentwicklung im Alltag noch etwas haben“, sagt Stuntebeck. Unter dem Titel „Meine Wand/Deine Wand“ werden individuelle Entwürfe für eine Gestaltung der Rückwände in den Klassenräumen erstellt. Vom Buchregal bis zum Board – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. „Eine Metallfirma wird den Prototyp anfertigen“, sagt Marguerre. „Schule soll Lebenswelten herstellen. Genau das passiert hier. Das ist eine ganz wichtige Sache“, sagt Schulleiterin Angelika Lars.

Zu Beginn stand allerdings die Theorie. „Das war ganz hilfreich“, sagte Nina Krüger, Teilnehmerin des Wahlpflichtkurses. Denn: „Design ist ein Handwerk. Am Anfang muss man viel über die Theorie wissen“, so Judith Stuntebeck.

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