Des Wohlklangs ganze Fülle

Für ihre atmosphärisch dichte und gelungene Gesamtdarbietung erhielten die Sänger des Hamburger Ensembles „AllTonal“ viel Beifall aus den Kirchenreihen.  Fotos: Margot Rung
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Für ihre atmosphärisch dichte und gelungene Gesamtdarbietung erhielten die Sänger des Hamburger Ensembles „AllTonal“ viel Beifall aus den Kirchenreihen. Fotos: Margot Rung

Ensemble „AllTonal“ aus Hamburg begeistert Publikum in der Rellinger Barockkirche / 17 Lieder mit Schwerpunkt Romantik

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19. September 2018, 16:00 Uhr

Mit Vokalmusik auf hohem Niveau erfreute das Ensemble „AllTonal“ aus Hamburg sein Publikum – das von Beginn an sichtlich angetan war – in der sehr gut besetzten Rellinger Kirche. Sie alle sind erfahrene Sänger. Alle verbindet der Spaß am gemeinsamen Singen und die Freude am Erarbeiten eines vielseitigen Repertoires, das aus geistlicher und weltlicher A-cappella-Musik von der Renaissance bis zur Gegenwart besteht.

Es war eine Riege erstklassiger Solisten und ein wunderschönes, musikalisch-geschmackvolles Programm, welches die Gäste des Konzertes „Sagenhaft! Märchen, Mythen, Sagen“ zu hören bekamen.

Als der Chor mit „Das Geläut zu Speyer“ von Ludwig Sennfl begann, zeigte sich auch dessen Stärke: Es klang sehr ausgewogen, die Sänger intonieren auch in der Höhe sauber. Und der Männerchor alleine singend, etwa das „Ännchen von Tharau“, bewies erst recht, wie sonor ihre Stimmen klingen.

Normalerweise sind sie A-cappella unterwegs, dieses Mal wurde „AllTonal“ von der Pianistin Aleksandra Laptas unterstützt. Die in Krakau geborene Musikerin begleitete die elf Sängerinnen und Sänger, spielte auch einige Soli, darunter mit Innigkeit aus Robert Schumanns Zyklus „Kreisleriana“.

Unter dem souveränen Dirigat von Hildegard Seiler-Liebnau überzeugte „All Tonal“ mit 17 Liedern, schwerpunktmäßig aus der Romantik. Darunter Johannes Brahms’ Volkslied „Rosmarin“, (gewidmet der Pflanze mit mythischer Symbolkraft), „Ich hab die Nacht geträumet“ oder „Vineta – aus des Meeres tiefem Grunde“.

Der Sage nach ist „Vineta“ eine versunkene Stadt. Brahms zeichnete hier, getaucht in romantische Harmonien ein Bild von dramatischer, maritimer Schönheit. Thematisch passte diese Komposition nach einem Gedicht von Wilhelm Müller („Die Winterreise“) in die Zeit der Romantik und des Liebes- und Lebensleids. Heiter und charmant vorgetragen wurde „Margoton“ von Francis Poulenc. Sehr innig war das Duett „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ aus Mozarts „Zauberflöte“, gesungen von Anne Ploen und Janco Ohlen.

Das Programm wurde abgerundet mit Janco Ohlens gefühlvoll gesungener Ballade „Kaspar Hauser“ (Reinhard Mey), sich selbst an der Gitarre begleitend. Mit der Interpretation von Hugo Distlers „Die Traurige Krönung“ und „Der Feuerreiter“ – Vertonung eines Gedichts von Eduard Mörike, in dem der Feuerreiter in einer brennenden Mühle umkommt – bot das Ensemble mit wechselnden Tempi und gekonnter Stimmführung eine Fülle des Wohlklangs: „Schaut! Da sprengt er wüthend schier Durch das Thor, der Feuerreiter“.

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