Hochbau beginnt 2019 : Der Zeitplan fürs Pinneberger Mühlenauquartier steht

Noch ist es eine Industriebaracke: Doch zwischen den Gleisen und der Mühlenau sollen südwestlich der Bahnlinie etwa 360 Wohneinheiten hochgezogen werden. 
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Noch ist es eine Industriebaracke: Doch zwischen den Gleisen und der Mühlenau sollen südwestlich der Bahnlinie etwa 360 Wohneinheiten hochgezogen werden. 

Zu Besuch beim Investor in Hamburg. Der Ansturm auf die Wohnungen hat bereits begonnen.

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14. März 2018, 13:00 Uhr

Pinneberg | Wenn Matrix-Geschäftsführer Martin Schaer und Projektmanager Sven Ossarek aus dem Fenster ihres Besprechungszimmers an der Poststraße in Hamburg sehen, blicken sie auf ein Alsterfleet, die Alte Post und das ehemalige Ohnsorg-Theater. Ein Ausblick, der sie auch bei ihrer Arbeit inspiriert. Ortsbesuch in Hamburg, wo Schaer und Ossarek unserer Zeitung die aktuellen Pläne für das Wohngebiet Mühlenauquartier vorstellten.

Rückblick: Im Februar sind die Baumfällarbeiten und die Gehölzrückschnitte erfolgt. „Diese wurden unter Beachtung des Naturschutzes in dieser Jahreszeit und auf Grundlage einer entsprechenden Genehmigung der Stadt Pinneberg umgesetzt,“ sagt Schaer und ergänzt, dass eine hohe Wohn- und Lebensqualität im neuen Quartier entstehen werde. Insbesondere durch naturnah gestaltete Frei- und Grünanlagen, die sich vom Ufer der Mühlenau bis in das Quartier erstrecken, soll dies erreicht werden. So werden mehr als 130 Laubbäume gepflanzt.

Im Hintergrund der Blick auf Hamburg: Matrix-Geschäftsführer Martin Schaer (links) und Projektmanager Sven Ossarek haben  unserer Zeitung die aktuellen Pläne vorgestellt.
Foto: René Erdbrügger
Im Hintergrund der Blick auf Hamburg: Matrix-Geschäftsführer Martin Schaer (links) und Projektmanager Sven Ossarek haben unserer Zeitung die aktuellen Pläne vorgestellt.
 

Zusätzlich sollen Hecken und Büsche den Freiraum hochwertig gestalten und Funktionsflächen, wie zum Beispiel Wege und Gebäude, gliedern. Auch Gründächer sollen dazu beitragen, dass das Quartier eine „grüne Handschrift“ erhält. „Es wird so aussehen, wie auf der Visualisierung. Es ist nichts geschönt“, sagt Schaer. „Mit den Behörden, insbesondere mit der Pinneberger Stadtverwaltung, wurden in den letzten Wochen in detaillierten Vorabstimmungen die Grundlagen geschaffen, sodass mit dem Beschluss des Bebauungsplans die Revitalisierung des alten Ilo-Areals ab Sommer 2018 bevorsteht“, sagt Ossarek.

Eine zeitgemäße Architektur soll dabei die einmalige Lage zur Mühlenau unterstützen und ihren Ufersaum durch entsprechende Grundriss- und Fassadengestaltung erlebbar machen. „Doch bevor es hier mit dem im ersten Halbjahr 2019 geplanten Hochbau losgeht, sind noch diverse Vorarbeiten zu erledigen,“ informiert Schaer und skizziert den Zeitplan.

Das neue Quartier besticht durch Frei- und Grünanlagen. 130 Laubbäume werden gepflanzt.
Foto: MATRIX / moka-studio GbR
Das neue Quartier besticht durch Frei- und Grünanlagen. 130 Laubbäume werden gepflanzt.
 

Die Abbrucharbeiten sollen direkt im Anschluss an die beiden planungsrechtlichen Verfahren im Sommer 2018 starten – gefolgt von weiteren Erschließungsarbeiten, für die die Matrix Immobilien Gruppe verantwortlich ist.

Auf dem Ilo-Werkgelände werden im Boden befindliche Altlasten saniert, die der vormaligen Nutzung durch die Motorenwerke zuzuschreiben sind, und die alte Hausmülldeponie, die sich außerhalb des neuen Wohnquartiers befindet, werde gesichert, was der Allgemeinheit zugute komme. Hierzu sei die Nachbarschaft im Rahmen einer öffentlichen Auslegung im Februar 2018 vorab informiert worden. Eine Lärmschutzwand werde das neue Quartier vom Lärm der benachbarten Bahnstrecke abschirmen, so dass auch die Nachbarschaft des Quartiers profitiere.

Ergänzt werden die Erschließungsarbeiten durch einen teilweisen Aus- und Neubau der Straße An der Mühlenau. Da die Stadt Pinneberg zusammen mit der Deutschen Bahn und Nah.SH GmbH plant, den Bahnhofsvorplatz/Süd ab Herbst 2019 neu zu gestalten, soll hier allerdings im Einvernehmen mit der Stadt Pinneberg erst noch ein konkreter Errichtungszeitpunkt gefunden werden, der ins terminliche Gesamtkonzept der städtischen und privaten Baumaßnahmen passt. Ein Straßenausbau im Jahr 2020 scheine hier momentan realistisch. 2024/2025 könnte das Projekt abgeschlossen sein, so eine Prognose.

„Für Pinneberg ist es ein Riesenschritt, sich im Wettlauf der Städte zu positionieren“, sagt Schaer. Er sei davon überzeugt, dass sich das neue Wohnquartier auch positiv auf die Entwicklung der Innenstadt auswirke und neue Geschäfte ansiedeln werden.

Die Baumfällarbeiten gehen voran.
Foto: Mustafa Qayumi
Die Baumfällarbeiten gehen voran.
 

Unterdessen hat der Ansturm auf die Wohnungen bereits begonnen. „Es erreichen uns bereits zu dieser recht frühen Projektphase konkrete Anfragen aus der gesamten Metropolregion Hamburg nach Wohnungen, die uns zeigen, dass wir hier in dieser exzellenten Lage in Pinneberg auf die richtige Karte gesetzt haben,“ informiert Schaer und verweist ergänzend auf den festzustellenden, stetig steigenden Bedarf an Wohnraum in der Metropolregion Hamburg.

Das Gesamtprojekt umfasst rund 75.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, wobei maximal 50.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche auf die Wohnnutzung und etwa 25.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche auf die Gewerbenutzung entfallen sollen. Auf 360 Wohneinheiten hatten sich die Politiker von SPD und CDU sowie Matrix in ihrem Papier geeinigt – davon mindestens 20 Prozent als sozial geförderter Wohnraum. Schaer kündigte weitere Gespräche mit der Neuen GeWoGe in Pinneberg an. Hintergrund: Die Pinneberger Genossenschaft hat große Erfahrung mit dem Bau von öffentlich geförderten Wohnungen.

Bleibt eine Frage offen: Wie kam die Matrix auf Pinneberg? „Vor fünf Jahren haben wir den Entschluss gefasst, uns breiter aufzustellen“, sagt Schaer. Es wurde in einem Umkreis von etwa 35 Kilometern nach Gebieten geschaut, die in der Nähe eines Bahnhofs liegen. Außerdem sollte Hamburg schnell erreichbar sein. „So sind wir auf das Ilo-Gelände gestoßen.“

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