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Wirtschaftsminister in Pinneberg : „Der Wert des Handwerks sinkt“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer besuchte während seiner Sommertour Pinneberger Holzblasinstrumenten-Studio.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2015 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Saxophone, die zwischen 1850 und 1960 gebaut wurden, sind das Spezialgebiet des Holzblasinstrumenten-Studios in der Pinneberger Friedensstraße. „Solche Instrumente repariert nicht jeder gern, weil es eine große Detailverliebtheit erfordert. Wir haben damit unsere Nische in der Nische gefunden“, erläuterte Holzblasinstrumentenmachermeister Torsten Köhler dem Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. Dieser wurde auf seiner Sommertour unter dem Motto „Wirtschaftsmacht. Von nebenan.“ von Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Lübeck, begleitet. Außer der Bäckerei Schlüter in Halstenbek wurde das Holzblasinstrumenten-Studio besucht, in dem der Inhaber sein Gewerk vorstellte.

„Wir freuen uns, aus ganz Europa Instrumente geschickt zu bekommen“, sagte Köhler. Wie er den Ruf erreicht habe? „Wir sind online sehr aktiv und wir versuchen immer eine gute Arbeit zu liefern. Das spricht sich herum“, erläuterte Köhler während er seinem Besuch den Aufbau eines Saxofons beschrieb. Eine Stärke der Pinneberger: Instrumente für Menschen mit Handicap modifizieren. „Es ist ein toller Beruf und es sind schöne Momente, wenn die Menschen ihr Instrument in Empfang nehmen und erstmals wieder spielen“, so der Holzblasinstrumentenmachermeister.

Köhlers Wunsch an die Politik: „Wir haben in den vergangenen Jahren eine immer stärkere Akademisierung. Ich habe das Gefühl, dass der Wert des Handwerks immer weiter sinkt. Das Verständnis muss bei den Leuten wach gerüttelt werden.“ In diesem Punkt stimmte ihm Stapelfeld zu: „Das ist für uns ein wichtiges Thema, wo wir uns einig sind, dass wir immer wieder Druck machen müssen. Da werden wir nicht müde.“ Laut aktueller Zahlen der Handelskammer fehlten in 15 Jahren eine Million Facharbeiter. Dem sollen drei Millionen arbeitslose Akademiker gegenüberstehen. Meyer betonte: „Wir müssen bereits in den Schulen anfangen, für das Handwerk zu werben. Sonst bekommen wir künftig Probleme.“

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