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Die ersehnten eigenen Räume : Der Wendepunkt ist erneut umgezogen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Team kommt in der Kieler Straße 93 unter und hat damit endlich die ersehnten eigenen Räume in Quickborn.

shz.de von
erstellt am 24.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Quickborn | Nach 25 Jahren hat die Beratungsstelle Wendepunkt in Quickborn erstmals eigene Räume bezogen. Die offizielle Eröffnung nutzte Geschäftsführerin Ingrid Kohlschmitt, um den oft von der Öffentlichkeit unbemerkt wirkenden Unterstützern zu danken. Die Hilfe sei für den Verein nach wie vor existenziell, sagte sie vor zahlreichen Gästen, darunter auch Vertreter der Stadt und der Politik.

Zu finden ist die Beratungsstelle Wendepunkt ab sofort im zweiten Stock des Hauses Kieler Straße 93. Vergangenheit ist damit das Büro in der Kampstraße, wo die Beratungsstelle Unterschlupf fand, nachdem sie 2015 die DRK-Begegnungsstätte räumen musste. „Die AWO hat uns aufgenommen und so verhindert, dass wir obdachlos wurden“, sagte Kohlschmitt. Was blieb, war allein der Wunsch nach eigenen Räumen, „um auch mal anonymisierte Beratungsgespräche anbieten zu können“.

Unterstützung bekommt der Verein in Quickborn, neben Schenefeld eine von zwei Außenstellen im Kreis Pinneberg, aber auch von anderer Seite, etwa dem Kinderhilfswerk und der Stadt. Hier ist es Carsten Möller, Leiter des Fachbereichs Kindertagesstätten, Ehrenamt und Kultur, mit dem Kohlschmitt eng zusammenarbeitet. „Sie wissen, ohne Sie gäbe es uns hier nicht mehr“, sagte sie und lobte Möller als unkomplizierten, pragmatischen, freundlichen und ideenreichen Gesprächspartner. Lob gab es auch für die zahlreichen Quickborner Privatleute und Unternehmen, die mit ihren Spenden zur Sicherung der Existenz des Vereins beitragen. „Sie zeigen uns, dass der Wendepunkt in den Herzen angekommen ist“, so Kohlschmitt.

In den vergangenen 25 Jahren sind die Fachleute der Beratungsstelle allein in Quickborn in 632 Fällen von sexuellem Missbrauch tätig geworden. Erster Stadtrat Klaus Hensel (CDU) nannte die Zahl „erschreckend“ und sprach von einem „unfassbaren Dunkelfeld“. In seiner Ansprache erinnerte er an die Anfänge und das Engagement Richard Janssens, der dafür sorgte, dass der Wendepunkt in Quickborn ein Büro eröffnen konnte. „Er hat die Ratsversammlung ins Boot geholt und davon überzeugt, dass die Arbeit nötig ist“, sagte er. Janssen schuf damit die Voraussetzung für den jährlichen Zuschuss, den die Stadt der Einrichtung gewährt.

1991 wurde im Kreis Pinneberg eine Beratungsstelle gegen den sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen mit Sitz in Elmshorn eröffnet. Zwei Jahre später folgte die Gründung des Trägervereins Wendepunkt, der auch die Trägerschaft für die damals bereits bestehende Außenstelle in Quickborn übernahm. Zwar wird die Beratungsstelle immer noch in erster Linie mit Hilfen für Opfer sexueller Gewalt in Verbindung gebracht, tatsächlich aber wurde das Hilfsangebot schon vor Jahren deutlich ausgeweitet. Heute engagiert sich das Team gleichermaßen in den Bereichen Prävention und Fortbildung, Traumaintervention und Erziehungshilfe. Fachkräfte finden hier ebenso Ansprechpartner wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Neu ist die Beratung speziell für Männer, die sexuelle und häusliche Gewalt erlebt haben.
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