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Interaktive Grafik : Der Weiße Ring zieht für das Jahr 2015 Bilanz

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Körperverletzungen: Die Fallzahlen im Kreis Pinneberg steigen. Ein weiteres Fazit - es gibt mehr Arbeit und mehr Ausgaben.

Kreis Pinneberg | 3800 Stunden lang haben die zehn ehrenamtlichen Mitarbeiter der Opferschutzorganisation Weißer Ring im vergangenen Jahr Menschen im Kreis Pinneberg betreut. Das waren 200 Stunden mehr als 2014, obwohl die Fallzahl mit 163 im Vorjahr höher war als 2015. Dort verzeichnete der Verein 137 Fälle, 26 weniger. „Wir wenden sehr viel mehr Zeit auf, auch im Bereich der Prävention“, sagte der Leiter des Weißen Rings, Sönke Hansen, im Gespräch mit dieser Zeitung. Zudem kämen noch die Betreuungsstunden für alte Fälle.

Außer des Zeitaufwands stiegen im vergangenen Jahr auch die Ausgaben: von 15.000 Euro in 2014 auf fast 16.000 Euro in 2015. „Darin enthalten sind knapp 4000 Euro für Beratungsschecks, etwa für anwaltliche Erstberatung sowie psychotraumatologische Erstberatung bei seelischen Belastungen infolge einer Straftat“, erläuterte Hansen.

Die meisten Betreuungsfälle entstanden laut Opferbilanz 2015 nach Körperverletzungen: 62 Fälle registrierte der Verein. Im Vorjahr waren es mit 40 zirka ein Drittel weniger. Ebenso stieg die Zahl der Betreuungsfälle infolge eines Sexualdelikts. 2015 vermerkte der Weiße Ring drei Dutzend, im Vorjahr waren es 30. „Bei den beiden Delikten verzeichnen wir eine stetige Steigerung“, sagte Hansen.

Der aufsehenerregendste Fall im vergangenen Jahr sei der des TuS-Holstein-Quickborn-Trainers gewesen, der wegen sexuellen Missbrauchs von drei Kindern am 15. Februar 2016 zu einem Jahr und zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden war. Laut Hansen betreute der Weiße Ring sowohl die zur Tatzeit zwischen fünf und sieben Jahre alten Jungen als auch deren Mütter.

Grundsätzlich wandten sich aber mehr Frauen als Männer an die Opferschutzorganisation: 80 Prozent der Hilfe suchenden Menschen waren weiblich, 20 Prozent männlich, heißt es in dem Bericht. Im Vorjahr waren es zu 72 Prozent Frauen und zu 28 Prozent Männer.

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erstellt am 29.Mär.2016 | 16:00 Uhr

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