zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

12. Dezember 2017 | 02:31 Uhr

Der Weg ist frei für den Ruheforst

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

GemeindeveRtretung Mitglieder des Kummerfelder Gremiums ändern Flächennutzungsplan / Betreiber-Frage bleibt weiter offen

Mit sechs Ja-Stimmen, vier Gegenstimmen und einer Enthaltung ist es entschieden worden: Der Ruheforst im Kummerfelder Gehege im Bereich Ostholz kann entstehen. Diesen Beschluss traf die Gemeindevertretung in Kummerfeld am Donnerstagabend. Neben den Vertretern der Gemeinde nahmen auch Bernd Matthiesen, Landschaftsarchitekt, Dorle Danne, Stadtplanerin, Harald Nasse von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten sowie Einwohner und Gäste an der Sitzung teil.

Bevor es zu einer Entscheidung kam, hatten die Einwohner die Möglichkeit, sich zu äußern. Sorge bereitete unter anderem die Frage nach der Zukunft des Kummerfelder Friedhofs. „Soll dieser nun geschlossen werden?“, fragt Gerhard Siemssen. Erika Koll, Bürgermeisterin von Kummerfeld (SPD, kleines Foto), erklärte: „Der Friedhof bleibt erhalten. Der Ruheforst bietet eine Alternative und spricht eine andere Klientel an.“ Auch die Frage um die Verkehrssicherungspflicht wurde diskutiert, denn diese soll laut Beschluss nach 20 Jahren enden, wohingegen das Nutzungsrecht für 99 Jahre bestehe. Matthiesen berichtet, dass im geplanten Ruheforst unterschiedliche Flächen vorgesehen sind. „Es gibt Flächen, wie die Familien- und Freundschafts-Ruhebiotope, die längerfristig eine Verkehrssicherung erhalten. Diese befinden sich ohnehin an öffentlichen Wegen, die eine Verkehrssicherung erhalten. Die Erfahrung zeigt aber, dass andere Flächen nach etwa 20 Jahren nicht mehr angelaufen werden“, erklärte er. Auch Fragen um steigendes Verkehrsaufkommen und steigende Friedhofsgebühren kamen auf. Hier konnte allerdings nur spekuliert werden. „Die Zahlen des Ruheforstes Glücksburg dienen als Prognose aber wir befinden uns hier in einem spekulativen Bereich“, erklärte Uwe Hanspach (SPD).

Nach der Fragerunde erläuterte Matthiesen die bisherigen Planungen: „Seit 2013 wurde geplant. Das Wesentliche ist aber 2015 passiert: Der Plan wurde ausgelegt, Stellungnahmen der Öffentlichkeit, der Behörden sowie der Träger öffentlicher Belange wurden eingeholt und ausgewertet. Von allen Seiten kamen Rückmeldungen, denen Rechnung getragen wurde. Eine umfangreiche Abwägungsvorlage wurde ausgearbeitet. Heute geht es um den abschließenden Beschluss der zweiten Flächennutzungsplanänderung.“

Vor der Entscheidung richteten auch Hanspach und Andreas Supthut (CDU) Worte an die Versammlung. Hanspach bat um die Zustimmung für den Beschlussvorschlag und betonte: „Es handelt sich hier um ein emotionales Thema, überall wurde intensiv diskutiert. Der SPD-Fraktion war es wichtig, dass der Kirchenvorstand keine Bedenken hat und dass der Betreiber keine Privatperson, sondern eine Anstalt des öffentlichen Rechts ist. Diese Voraussetzungen sind gegeben.“

Supthut sagte: „Nachdem die Kirche die Trägerschaft nicht mehr übernehmen wollte, kamen bei uns die ersten Zweifel, denn die Frage nach der Trägerschaft ist wieder offen. Sicherlich ändert sich die Bestattungskultur, aber wir haben einen sehr schönen Parkfriedhof und sehen außerdem Folgekosten in der Infrastruktur. Bei der heutigen Entscheidung handelt es sich um eine Gewissensentscheidung jedes Einzelnen und um eine Entscheidung, die weit über die Mandatsträgerschaft hinaus geht. Wir sollten jetzt ohne große Diskussionen entscheiden.“

Daraufhin entschied die Gemeindevertretung die Änderung des Flächennutzungsplans. Damit ist die Bauleitplanung abgeschlossen. Achtmal stand das Thema Ruheforst bis zu dieser Entscheidung auf der Tagesordnung der Gemeindevertreter. Viermal im Bau-, Wege- und Umweltausschuss und viermal in der Gemeindevertretung. Nun wird die Flächennutzungsplanänderung dem Innenministerium vorgelegt. Nach der Genehmigung wird es um die Frage gehen, ob und unter welchen Voraussetzungen die Gemeinde die Trägerschaft übernehmen will. „Wenn die Trägerschaft geklärt ist, kann die Ruheforstnutzung beginnen“, sagte Matthiesen.

Im Zuge der Sitzung wurde außerdem beschlossen, die Aufgabe der Niederschlagswasserbeseitung von der Gemeinde Kummerfeld auf den Abwasserzweckverband (AZV) zu übertragen. Die Übertragung soll zum 1. Januar 2017 erfolgen.

Des Weiteren sollen der Waldweg, der Borsteler Weg und der Baumschulenweg als Maßnahmen für 2017 beim Wegeunterhaltungsverband für Sanierungen und Ausbesserungsarbeiten angemeldet werden.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen