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Sportgebiet An der Raa in Pinneberg : Der VfL-Hockeyplatz kann kommen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Untere Naturschutzbehörde hat keine Bedenken gegen Bau. Der Tennisclub bemängelt aber die fehlende Kommunikation.

von
erstellt am 19.Feb.2016 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Seit etwa acht Jahren kämpft der VfL Pinneberg für einen Kunstrasen-Hockeyplatz. Immer wieder gab es Probleme bei der Standortfrage. Zuletzt drohte der Verein, den Platz an einem anderen Ort als Pinneberg bauen zu lassen. Doch jetzt ist eine große Hürde genommen: Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Pinneberg hat die zwei in Frage kommenden Standorte unter die Lupe genommen, denn sowohl Variante 1 als auch 2 liegen in Naturschutzgebieten, so dass Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind. Die Politik hat deshalb ein Gutachten für 12.300 Euro in Auftrag gegeben.

Jetzt liegt der Verwaltung die Expertise der Behörde vor. „Die Untere Naturschutzbehörde sieht beide Plätze für genehmigungsfähig, favorisiert aber Variante Nummer zwei“, sagte Kreissprecher Oliver Carstens gestern auf Anfrage. Die UNB kommt zum Schluss, dass an beiden Standorten naturschutzrechtliche Eingriffe erfolgen und beide Eingriffe gegeneinander abzuwägen seien. Das Landschaftsbild bei der Variante 1 würde weitaus stärker beeinträchtigt. Die Fläche liegt in der Nähe des Krötenkorridors am Hogenkamp.

Da der Eingriff bei Variante 2 geringer ausfallen würde, spricht sich die UNB auch für diese Alternative aus. Es handelt sich dabei um eine Rasenfläche im südwestlichen Bereich des Sport- und Erholungsgebiets An der Raa, die derzeit vom Sportclub Pinneberg (SCP) als Jugendtrainingsplatz genutzt wird. „Durch den bereits vorhandenen Bolzplatz bedeutet dieser Standort den geringsten Eingriff in den Naturhaushalt und die vorhandenen Landschaftselemente“, führte Carstens aus. Überdies wäre bei der Variante 1 auch eine geschützte Allee betroffen und müsste gefällt werden, so Carstens.

Variante 2 bietet darüber hinaus folgende Vorteile: Die Fläche ist breiter, so dass auch Plätze für Zuschauer entstehen könnten. Ebenso sei eine Kooperation mit dem Pinneberger Tennisclub möglich, um die dort vorhandene Infrastruktur, wie Parkplätze, Umkleideräume und Gastronomie mitbenutzen zu können, so die UNB. Die vorhandenen Tennishallen würden größtenteils als „Lärmschutzwand“ dienen.

Für Uwe Hönke, Geschäftsführer des VfL Pinneberg, ist das eine gute Nachricht. Er hat sich in den Fachausschüssen für den Bau des Hockeyplatzes eingesetzt. „Jetzt bleiben wir dran“, sagte Hönke. Bereits gestern Abend gab es erste Abstimmungsgespräche für ein Finanzkonzept. Die Fläche gehört der Stadt. Möglich sei ein Finanzierungsmodell auf Erbpachtzins-Basis. Die Baukosten von bis zu 270.000 Euro für die Anlage will der Verein selbst und mit Hilfe von Sponsoren tragen. 35.000 Euro seien bereits gesammelt worden. Weitere 35.000 Euro stünden durch einen sogenannten Letter of Intend, eine unverbindliche Absichtserklärung, in Aussicht.

  • Sicherstellung der Finanzierung durch den VfL Pinneberg
  • Erklärung des  Vereins zur Fortführung des Vorhabens
  • Vertragsausarbeitung zwischen Stadt und dem VfL Pinneberg
  • Beschlussfassung durch die Ratsversammlung zum Vertrag
  • Bauantragerstellung vom VfL (Dauer etwa sechs Wochen)
  • Bauantragsbearbeitung und Genehmigung (Dauer etwa  sechs bis acht Wochen)
  • Bauzeit des Hockeyplatzes (etwa drei Monate)

Zu beachten ist die Frist für die Fällarbeiten.  Sie dürfen grundsätzlich nur von Anfang Oktober bis Ende Februar durchgeführt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen könnte die UNB eine Ausnahme genehmigen.

Der Wunsch nach einem Hockeyplatz ist keine Laune des VfL Pinneberg. Seit Jahren fehle in Pinneberg und Umgebung ein Hockey-Platz für Kinder und Jugendliche. Ein Trainingsbetrieb finde nur auf Wiesen, manchmal auf weit entfernten Kunstrasenplätzen befreundeter Vereine statt. „Seit Gründung des Hockeyangebotes gab es daher auch keine Feldhockey-Heimspiele“, sagt Hönke.

Frank Laurich, Leiter der Hockeyabteilung, ließ immer wieder mitteilen, dass der Druck der Mitglieder zunehme. Die Sportler wichen auf Spielgemeinschaften aus und drohten, den Verein zu verlassen. „Jetzt scheint es so zu sein, dass wir Planungssicherheit bekommen, die man für so ein Projekt braucht. Wir werden jetzt alles tun, um es inhaltlich zu füllen.“

Die Politik muss allerdings noch ihr Okay geben, ob die Variante 2 verfolgt werden soll. Kritik kommt vom Pinneberger Tennisclub. „Warum spricht niemand mit uns?“, fragte Club-Chef Werner Mende. Es seien zwei völlig verschiedene Sportarten. „Unsere Umkleideräume sind nicht auf Mannschaften ausgerichtet. Auch die Parkplätze brauchen wir“, so Mende. Deswegen könne er auch nicht ‚Hurra‘ schreien.

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