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Rolf Zuckowski : Der Traum von der blauen Murmel

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kinderliederstar Rolf Zuckowski möchte noch einmal in den Weltraum fliegen. Der 67-Jähriger stellt seine neue CD mit Songs für Erwachsene vor.

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2014 | 10:30 Uhr

Pinneberg | Kinderliederstar Rolf Zuckowski möchte noch einmal hoch hinaus. „Ich würde schrecklich gern einmal zur ISS fliegen, um unseren blauen Planeten einmal vom Weltraum aus betrachten zu können.“ Auch Reisen in andere Grenzregionen der Erde, wie Arktis oder Antarktis, würden ihn noch reizen sagte der Musiker, der in dieser Woche 67 Jahre alt wurde und seine neue CD „Mein Lebensliederbuch“ vorstellte – einen Querschnitt seiner Erwachsenenlieder aus verschiedenen Jahrzehnten.

Dem rastlosen Tourleben, das unterstrich der Hamburger dabei noch einmal, habe er allerdings inzwischen den Rücken gekehrt: „Ich gebe keine Konzerte mehr und trete nur noch gelegentlich bei Benefizveranstaltungen auf“, so Zuckowski. Nicht zuletzt dadurch sei er derzeit sehr entspannt. Seinen dauertourenden Altersgenossen sieht Zuckowski deshalb mit großer Gelassenheit zu: „Ich beobachte natürlich auch Kollegen, zum Beispiel Udo Jürgens, die in meinem Alter oder noch älter unbedingt immer noch auf die Bühne wollen, um das ganze Abenteuer immer nochmal von vorne zu erleben. Im Moment drängt es mich nicht dazu“, verriet der Sänger, der in Hamburg in Blankenese an der Elbe wohnt.

Dass es doch noch einmal Konzertreisen für ihn geben wird, will der Musiker aber nicht ganz ausschließen: „Vielleicht muss ich dafür 70 werden, warten wir es mal ab.“ Beweisen müsse er, der auch mit seinen Kinderliedern nicht immer auf wohlgesonnene Musikkritiker gestoßen war, längst nichts mehr: „Ich habe vom Kindergarten bis zur O2-Arena alle Größenordnungen gespielt und muss mich da nicht mehr ständig selbst bestätigen“, sagte er mit einem Lächeln. Künstlerisch gebe es für ihn im Moment gerade nicht den Stoff, für den es sich lohnen würde noch einmal die Ärmel hochzukrempeln. „Am ehesten möchte ich noch einen Film machen. Da liegen auch schon ein, zwei Ideen vor, die mich reizen, die ich aber niemals allein umsetzen kann“, sagte der Musiker. Ein Musical hingegen wolle er in keinem Fall in Angriff nehmen: „Das mache ich lieber nicht, da läuft man nur Gefahr, einfach noch ein weiteres, womöglich auch noch erfolgloses Musical in die Welt zu setzen.“

Ganz ohne Musik geht es für den Musiker, der seit den 1980er Jahren aus den bundesdeutschen Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken ist, natürlich auch nicht. So unterstützt er die Rap-Gruppe des ehemaligen „Echt“-Schlagzeugers Florian Sump, „Deine Freunde“. Das Trio macht mit anarchischem Charme Sprechgesang für Kinder im Grundschulalter. Auch dem Kindermusik-Projekt „Eule findet den Beat“ will der Altmeister ein paar Türen öffnen. Zudem führt er bei den Workshops seiner Stiftung „Kinder brauchen Musik“ auch weiterhin Kinder an das Singen und Musizieren heran. Dabei macht er sich allerdings keine Illusionen darüber, seine großen und kleinen Schützlinge mit seiner Musik vor allen Unwägbarkeiten zu bewahren: „Die Kinder von heute werden eine Zukunft erleben, die wir uns in großen Teilen gar nicht denken können. Wir können sie nur mit ganz grundsätzlichen Kräften ausrüsten. An sich selber glauben, die richtigen Verbündeten von den falschen trennen, seine Talente entdecken und dann an den Talenten dran bleiben. Nicht immer cool sein, auch mal Herzblut wagen. Viel mehr können wir nicht tun.“

Nach großen Problemen mit seinen Kniegelenken vor etwa zehn Jahren ist Zuckowski mittlerweile auch gesundheitlich wieder voll auf der Höhe – sehr zur Freude seiner Frau wie er verrät: „Sie ist zwar sehr glücklich, dass wir nun mehr gemeinsame Zeit für die Familie haben. Sie ist aber auch glücklich, dass ich nicht immer zu Hause bin“, verriet Zuckowski lächelnd. Und auch, wenn er selbst seinen Traum von einer Reise in den Weltraum für recht unwahrscheinlich hält: Ganz abgeschrieben hat er ihn noch nicht.

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