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Pinneberger Tageblatt

18. Dezember 2017 | 12:07 Uhr

Uetersen : Der "Tiger" und das Roggenmehl

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mühlenbetrieb und Dampfschlepper: Sonderausstellung im Uetersener Museum Langes Tannen eröffnet

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Was hatte die Altonaer Roggenmühle der Familie Lange mit dem Dampfschlepper "Tiger" zu tun? Antwort auf diese Frage gibt die Sonderausstellung "Altona und der Tiger", die am Wochenende im Uetersener Museum Langes Tannen eröffnet wurde. Museumsleiterin Ute Harms begrüßte dazu im Herrenhaus etwa 50 Besucher, darunter Bürgermeisterin Andrea Hansen, Altbürgermeister Waldemar Dudda sowie den Enkel des Schiffsbetreibers, Hans-Jürgen Steffen.

"Es wurde Zeit, wieder einmal die Familie Lange, der wir das Vermächtnis Langes Tannen zu verdanken haben, in den Mittelpunkt einer Ausstellung zu stellen", betonte Harms. Erst vor wenigen Jahren habe sie von der Verbindung zwischen der Langeschen Mühle und dem Dampfschlepper erfahren. Mit Unterstützung von Mitarbeitern des Hamburger Museumshafens Oevelgönne wurden Fotos, Bilder und Schriftdokumente zusammengetragen. Ein Diorama aus Schiffsmodellen veranschaulicht die Situation des Be- und Entladens im Hafen.

Die Verbindung zwischen der Mühle und dem Schlepper begann, nachdem die Gebrüder Peter August und Heinrich Adolph Lange 1873 in Altona eine Zweigniederlassung ihrer damals in Groß Nordende beheimateten Mühle gründeten. Ihrem erfolgreichsten Markenprodukt, dem Roggenmehl, gaben sie den Namen "Tiger", als Kennzeichnung für kräftig und stark. Obwohl der Betrieb direkt an der Elbe lag, konnten die großen Seeschiffe nicht unmittelbar dort anlegen. Das Getreide wurde in Schuten verladen, die von Schleppern gezogen das Korn direkt zur Mühle brachten. Dabei arbeiteten die Gebrüder Lange mit dem Schleppbetrieb Jürgen-Hinrich Steffen zusammen. Als dieser 1910 einen neuen Schlepper bauen ließ, taufte er ihn auf den Namen des bekannten Roggenmehls seines Kunden Lange. Das mehr als 100 Jahre alte Dampfschiff liegt heute restauriert und fahrtüchtig im Museumshafen Oevelgönne.

Die Schau im Herrenhaus an der Heidgrabener Straße kann zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden: mittwochs, sonnabends und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr.

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