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Valentinstag im Kreis Pinneberg : Der Tag der aufmerksamen Verliebten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Floristen sind „unschuldig“: Der Valentinstag ist ein alter Brauch. Wenn Paare sich uneins sind, droht Zoff statt Zärtlichkeit.

Kreis Pinneberg | Ein Blumenstrauß mit roten Rosen, glitzernde Ohrringe für die Liebste, den Partner in ein romantisches Restaurant ausführen oder einfach gar nichts: Wie Paare den heutigen Valentinstag begehen, ist so unterschiedlich wie die Auswahl beim gut sortieren Floristen. Letzteren wird doch oft unterstellt den „Tag der Liebenden“ erfunden zu haben, doch der Brauch hat durchaus historische Wurzeln. Eins ist klar: Wenn sich Paare nicht einig sind, was am 14. Februar zu passieren hat, droht Zoff statt Zärtlichkeit.

„Viele wünschen sich im Alltag kleine Aufmerksamkeiten“, sagt die Psychologin Angela Wagner. Prinzipiell spreche nichts dagegen, den heutigen Tag zum Anlass zu nehmen, die gemeinsame Liebe zu feiern. Dafür sollten beide Partner eine ähnliche Einstellung zum Valentinstag haben. Entweder finden ihn beide gut – oder eben nicht. „Das bespricht man vorher besser“, rät Wagner. Denn andernfalls könne die lieb gemeinte Überraschung für Irritationen und Ungemach sorgen.

Das Gerücht, dass Floristen den Tag erfunden hätten, hält sich hartnäckig. Der Brauch hat jedoch einen anderen Ursprung. Zumindest dem Namen stand der Heilige Valentin Pate. Meist wird die Tradition auf die Sage des italienischen Bischofs Valentin von Terni zurückgeführt. Der Sage nach soll der Bischof, der im dritten Jahrhundert nach Christus gelebt haben soll, begeisterter Gärtner gewesen sein. Verliebten jungen Menschen, die an seinen Klostergärten vorbeigingen, soll er eine Blume geschenkt haben. Zudem habe er Verliebte christlich getraut. Das allerdings sei ihm zum Verhängnis geworden, weil es dem damaligen Kaiser Claudius missfiel. Er brauchte tüchtige Soldaten für seine Armee und keine familientreuen Ehemänner. Bevor Bischof Valentin enthauptet wurde, soll er der Tochter seines Gefängniswärters noch einen Liebesbrief geschrieben haben. Der genaue Todestag des Heiligen Valentin ist nicht bekannt. Der Sage nach soll es der 14. Februar 269 gewesen sein

Eine andere Vermutung ist, dass Valentinsbräuche erst im 14. Jahrhundert und damit über 1100 Jahre nach dem sagenumwobenen Bischof Valentin und seinem Einsatz für die Liebenden auftauchten. Der von Frankreich ausgehende Minnegesang und seine Liebeslyrik könnte die Valentinsbräuche hervorgebracht haben. Damals entstand ein neuer Blickwinkel auf die Frau, der mit höherem Respekt für das weibliche Geschlecht einherging. Diese Tradition soll zuerst vom Adel eingeführt und später auch auf das Bürgertum übergegangen sein und sich als Brauchtum verfestigt haben.

Warum der Valentinstag dann aber zumindest in Deutschland bis nach dem Zweiten Weltkrieg wieder verschwand, ist unklar. Wahrscheinlich hängt es mit dem Wirtschaftswunder und dem damit verbundenen Wohlstand zusammen, dass der Valentinstag nach 1950 wieder an Bedeutung zurückgewann. Zumindest hier dürften die Floristen mit Werbung deutlich nachgeholfen haben.

Übrigens: Der Valentinstag gilt als ein Tag, an dem Liebe öffentlich zelebriert wird. Wer mit seinem Partner den 14. Februar feiern will, sollte in bestimmten Ländern aufpassen. In Russland zum Beispiel sollten sich Schwule nicht öffentlich küssen. Das könnte als „Propaganda für Homosexualität“ ausgelegt werden – und alles, was darunter fällt, ist untersagt. In weiten Teilen der arabischen Welt sollte man sich in der Öffentlichkeit überhaupt nur näher kommen, wenn man keine Angst vor Bestrafung hat. In Saudi-Arabien wacht die Religionspolizei über die gebotene Verschleierung der Frauen, die sich nicht einmal mit fremden Männern auf der Straße zeigen dürfen. Ein Kuss? Im Traum! Theoretisch legal wäre dieser in Ägypten. Theoretisch. Aber die Gesellschaft am Nil ist konservativ – ein Kuss würde wohl zum Tumult führen. Außer, man kennt gute Plätze zum ungestörten Knutschen. Auch in der indonesischen Provinz Aceh dürfen sich Unverheiratete nicht küssen. Dort warnen Geistliche jedes Jahr die Muslime davor, den Valentinstag zu feiern. Denn dies könne zu Promiskuität – sexuelle Kontakte mit häufig wechselnden Partnern –führen.

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erstellt am 14.Feb.2016 | 11:00 Uhr

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