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Bönningstedt : Der SVR träumt vom Kunstrasen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gemeinde Bönningstedt will Amtssportplatz kaufen. Der Sportverein plant einen neuen Belag. Der Schulsport soll vorrangiges Nutzungsrecht haben.

Bönningstedt | Es ist bereits der zweite Anlauf, den der Bönningstedter Sportverein Rugenbergen (SVR) nimmt: Der Amtssportplatz, der zur Gemeinschaftsschule Rugenbergen gehört, soll zum Kunstrasenplatz werden. Im Schulbeirat stellten Bürgermeister Peter Liske (BWG) und Andreas Lätsch vom SVR-Kompetenzteam die Pläne vor.

„Die Gemeinde hat Interesse daran, den Platz zu kaufen“, erklärte Liske. Anschließend solle der Platz an den SVR verkauft oder verpachtet werden. „Wir schlagen zur Ermittlung des Preises vor, ein Gutachten erstellen zu lassen“, sagte Liske. Bei der weiteren Nutzung solle der Gemeinschaftsschule eine Nutzungsgarantie eingeräumt werden, dazu müsse diese ihren genauen Bedarf darstellen. „Wir sind bereit, entsprechende Verträge oder Nutzungsvereinbarungen zu schließen“, betonte der Bürgermeister.

Lätsch erläuterte den Politikern die Lage. „Seit vier Wochen haben wir keine Möglichkeit, auf dem Platz zu trainieren, weil der Zustand des Platzes das nicht zulässt“, berichtete er. Seine Beschreibung des Ist-Zustands fiel negativ aus: Der Rasen sei nicht gut, die Laufbahn teilweise unterhöhlt, das Handballfeld mit Unkraut überwuchert und der Gummibelag weise Risse auf. „Grob geschätzt würde eine Sanierung diese Platzes in den kommenden drei bis vier Jahren etwa 700.000 Euro kosten“, sagte er.

Als Alternative schlug Lätsch die Neugestaltung vor. „Ein Spielfeld, ein Kleinfeld, die komplette Fläche soll mit Kunstrasen belegt werden“, so die Vorstellungen des Vereins. Darüber hinaus sollen Weitsprunggrube, Laufbahn und Hochsprungmöglichkeiten sowie ein Bereich zum Kugelstoßen geschaffen werden. „Das Beachvolleyballfeld müsste dann auf den hinteren Teil des SVR-Geländes ausgelagert werden – was kein Problem ist, dort ist ausreichend Platz“, führte Lätsch aus. Nach diesem Umbau sei der Fußballsport für die nächsten 30 Jahre gesichert. „Außerdem ist der Platz auch im Herbst und Winter nutzbar, es sei denn, es schneit“, sagte Lätsch.

Auf Nachfrage von Rektorin Maike Hinrichsen versicherte Lätsch, dass die Laufbahn, die auf dem Kunstrasen eingezeichnet werde, mit ganz normalen Sportschuhen benutzt werden könne. Die Fragen von Günther Hildebrand, Amtsvorsteher des Amts Pinnau, das Träger der Schule ist, nach den Kosten und der Finanzierung blieb unbeantwortet. „Wir haben noch keine Gespräche mit Banken geführt, weil wir erst einmal wissen wollen, ob grundsätzlich die Bereitschaft zum Verkauf des Platzes besteht“, erklärte Lätsch. Der Wert, der dem Sportplatz in der Eröffnungsbilanz des Jahres 2009 zugemessen ist, belaufe sich auf zirka 220.000 Euro.

Haushaltslage prüfen

Detlef Brüggemann, Leitender Verwaltungsbeamter des Amts Pinnau, schlug vor, dass Bönningstedt zunächst über die Kommunalaufsicht des Kreises in Erfahrung bringt, ob eine derartige Investition angesichts der Haushaltslage überhaupt getätigt werden dürfe. „Wir können uns unnütze Arbeit und die Kosten für ein Gutachten sparen“, sagte er.

Seiner Erfahrung nach blieben etwa die Hälfte der Kosten von etwa 650.000 Euro für einen Kunstrasenplatz an der Gemeinde hängen. Das Gremium verblieb mit der Vereinbarung, bis zur nächsten Sitzung des Ausschusses im kommenden Frühjahr die Kosten zu ermitteln und abzuklären, ob die Investition genehmigt werden kann. Im Gespräch mit dieser Zeitung betonte Liske, dass die Gemeinde lediglich beim Kauf des Platzes behilflich sein wolle. „Für den Kunstrasenplatz hat die Gemeinde kein Geld, hier muss der SVR auf Sponsoren setzen“, betonte Liske. Deshalb sei es seiner Erachtens nicht nötig, Kontakt mit der Kommunalaufsicht aufzunehmen.

„Das Problem ist, dass der SVR derzeit keinerlei Rechte auf den Platz hat“, sagte Liske. Unstrittig sei das Vorrecht der Schule, das Gelände zu nutzen. Den in der Eröffnungsbilanz festgesetzten Wert hält der Bürgermeister für unrealistisch. „Wir brauchen einen Gutachter, der uns sagen kann, was dieser Platz in diesem Zustand überhaupt noch wert ist“, sagte er.

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erstellt am 03.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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