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Baustellenzoff in Pinneberg : Der Supergau für den Supermarkt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Einnahmeeinbußen von 15 Prozent und defekte Telefonleitungen bei Edeka.

von
erstellt am 28.Mär.2015 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Pinnebergs Dauerbaustellen: Sie nerven nicht nur die Autofahrer. Auch Edekas Frischemärkte sind massiv betroffen. „Wir haben Einnahmeeinbußen von bis zu 15 Prozent“, sagt Prokuristin Sibylle Awe. Vor beiden Märkten, in der Friedrich-Ebert-Straße und in der Saarlandstraße, wird seit Wochen gebaut. „Die Straßenführung ändert sich auch wöchentlich. Unsere Kunden wissen gar nicht mehr, wo die Zufahrt ist und weichen lieber auf andere Märkte aus“, erklärt Awe. Für Edeka der Supergau.

Doch jetzt kam es noch schlimmer: Seit dem 16. März funktioniert die Telefonanlage bei Edeka Meyer in der Saarlandstraße nicht mehr. „Die Leitungen sind laut Telekom versehentlich bei den Bauarbeiten gekappt worden“, berichtet Awe. „Wir dachten zunächst, das Problem ließe sich innerhalb eines Tages lösen“, fügt die 36-Jährige hinzu. Doch ganz im Gegenteil: Seit mittlerweile zwölf Tagen arbeiten die etwa 100 Edeka-Mitarbeiter am Standort Pinneberg unter widrigen Bedingungen.

Der Markt im Quellental beherbergt auch die Verwaltung von Edeka Meyer, sechs Filialen werden von dort logistisch betreut. Was sonst auf 40 Leitungen verteilt wird, läuft nun auf zwei Telefonen, im Quellental und in der Innenstadt, mit einer gemeinsamen Rufnummer auf. Von Warenbestellungen bis Kundenanfragen: „Wir bekommen etwa 300 Anrufe am Tag und müssen auch selbst viele Anrufe tätigen“, berichtet Awe. Mehr als 300 Anrufe für eine Leitung: „Sobald wir einen Anruf annehmen ist die Leitung natürlich sofort blockiert“, sagt Awe. Und auch Faxe könne das Unternehmen derzeit nicht senden und empfangen. „Wir sind wirklich genervt“, so die Prokuristin.

Keine Besserung in Sicht

Und Besserung ist nicht in Sicht: Ein Techniker der Telekom sei erst am Mittwoch, also neun Tage nach dem die Leitungen gekappt wurden, vor Ort gewesen. „Am Donnerstag hieß es dann: Um die Straße wieder zu öffnen, müsse die Telekom erst einen Bauantrag stellen“, berichtet Awe. „Sie sagten uns: Das könnte noch einige Zeit dauern.“

Und nicht nur das Team ist betroffen, auch viele Kunden. Vor allem die älteren, die sich ihre Lebensmittel nach Hause liefern lassen. Die Bestellungen geben die Senioren telefonisch durch. „Wenn die älteren Damen und Herren aber nicht durchkommen oder ständig besetzt ist, kriegen sie Angst, kein Essen zu bekommen“, berichtet Karl-Dieter Buttmann. Und der 64-jährige Marktleiter ergänzt: „Viele von ihnen weinen sogar fast am Telefon.“ „Das Schlimme daran ist, dass die Leute uns nicht glauben, dass die Telefone so lange nicht funktionieren“, so Awe. „Häufig kommt die Reaktion: Aber das kann doch nicht sein. Wir kommen wirklich in Erklärungsnot, es tut uns sehr leid für unsere Kunden.“

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