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Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 16:55 Uhr

Weltradiotag : Der Schülerfunk aus Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Lehrer der Johannes-Brahms-Schule produzieren gemeinsam mit dem Nachwuchs Radioprogramme. Der Kanal ist viermal im Monat auf Sendung.

Pinneberg | Es ist ein vernichtendes Urteil über den Musikgeschmack ihrer Profikollegen: „Moin Leude, geh’n Euch die aktuellen Charts auch auf die Nerven? Also wir ha’m genug davon.“ Die Nachwuchsfunker von Radio Pinneberg haben eine Alternative in petto: Trap, gesprochen Träpp. Anfang Februar präsentierten die Schüler den US-amerikanischen Musikstil in ihrem Kanal, dessen Programm einmal pro Woche im Hamburger Tide-Radio ausgestrahlt wird.

Bands und Bücher, Filme und Games, Stars und Sternchen: Das sind die Themen, welche die Schüler am meisten interessieren. Und immer wieder gibt es spannende Reportagen und Interviews aus Pinneberg und dem Umland. „Radio muss heute regional sein“, sagt Lehrer Sebastian Marcks, der das Projekt an der Johannes-Brahms-Schule mit seinem Kollegen Jörg Stolzenberg leitet. Marcks war lange Modeartor bei RSH, Stolzenberg ist ausgebildeter Journalist. Mit ihrer Arbeit schärfen die beiden Lehrer das Medienprofil des Gymnasiums. Fast 50 Schüler in drei Redaktionen machen mit – entweder in freiwilligen Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag oder während des Unterrichts. Dann wird die redaktionelle Leistung auch knallhart benotet.

Die Unesco hat den 13. Februar zum Weltradiotag erklärt. 2013 wurde er auch von der Uno-Generalversammlung proklamiert. Nach Angaben der Unesco ist das Radio das Massenmedium mit der weltweit größten Reichweite. Es sei geeignet, auch abseits der Zivilisation lebende Menschen zu erreichen. Die Kosten seien vergleichsweise gering. Außerdem eröffne es benachteiligten Gruppen wie Analphabeten, Behinderten, Armen und Frauen den Zugang zu öffentlichen Debatten – unabhängig von ihrem Bildungsstand. Das Radio sei auch ein wichtiges Kommunikationsmittel im Katastrophenfall. Deswegen steht der Weltradiotag in diesem Jahr unter dem Motto „Radio im Not- und Katastrophenfall“.

Initiiert hat das Projekt der 2013 gestorbenen ehemalige Pinneberger SPD-Landtagsabgeordnete Bernd Schröder. Seit März 2007 ist Radio Pinneberg ununterbrochen auf Sendung. Jeden Dienstag von 16 bis 17 Uhr auf UKW 96,0. Außerdem gibt es das Programm im Livestream auf der Homepage des Kanals. Einzelbeiträge sind dort auch für den Download zu finden.

Die Schule hat ein kleines Studio, das vom Offenen Kanal Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt wird. „Über unseren Förderverein und mit Spenden haben wir zudem technische Ausrüstung gekauft“, sagt Marcks.

Am Mischpult: Die Lehrer Sebastian Marcks (l.) und Jörg Stolzenberg leiten das Radio-Projekt an der Brahms-Schule. (Foto: Thieme)
Am Mischpult: Die Lehrer Sebastian Marcks (l.) und Jörg Stolzenberg leiten das Radio-Projekt an der Brahms-Schule. (Foto: Thieme)
 

Warum es in der Zeit des Internets noch Radio auf Ultrakurzwelle braucht? „Im Bad, in der Küche, im Auto: Der klassische Empfang ist immer noch beliebt“, sagt Stolzenberg. „Für die Schüler ist es auch wichtig, live auf Sendung zu gehen. Sie lernen, mit dem Nervenkitzel umzugehen. Jeder Versprecher wird gesendet“, sagt Marcks. Und ein bisschen Nostalgie sei auch dabei. Der pädagogische Wert des Projekts ist für Marcks hoch: „Es ist beeindruckend, welchen Sprung die Teilnehmer in ihrer Persönlichkeitsentwicklung machen. Sie lernen strukturiertes und pünktliches Arbeiten.“

Das Projekt ist auch für Jugendliche, die nicht zur Brahms-Schule gehen, offen. „Jeder ab der siebten Klasse kann mitmachen“, sagt Marcks. Kontaktinfos gibt es auf der Internetseite des Kanals.

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erstellt am 11.Feb.2016 | 10:00 Uhr

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