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Pinneberger Tageblatt

13. Dezember 2017 | 07:05 Uhr

Der Schatz meines Glaubens

vom

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2013 | 03:14 Uhr

Pinneberg | Wie nennen Sie in zärtlichen Momenten Ihre Frau, Ihren Mann, Ihren Freund oder Ihre Freundin? Nein, Sie brauchen das jetzt nicht zu verraten, es bleibt Ihr Geheimnis. Ich möchte allerdings wetten, dass, wenn wir eine Hitparade der zärtlichen Bezeichnungen aufstellen würden, "mein Schatz" oder "meine Perle" einen der oberen Plätze einnehmen würde.

"Mein Schatz", "meine Perle", das heißt: Du bist für mich ganz wertvoll. Du bereicherst mein Leben. Ohne dich wäre ich ärmer. Gut, dass ich gerade dich gefunden habe. Wenn ich einen anderen Menschen aus vollem Herzen so anrede, schwingt meine Liebe zu ihm mit, meine Bewunderung. Ja, mein Herz ist voll von ihm, es hat nichts anderes darin Platz.

Diese Erfahrung nutzt Jesus in einer seiner Reden, um den Menschen etwas über das Reich Gottes zu erzählen: "Das Himmelreich gleicht einem Schatz verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte und kaufte den Acker." Mt 13, 44

Im Mittelpunkt steht ein Schatz: Ein Schatz, den ich finde, unterbricht meinen Alltag. Ich juble, ich freue mich, ich vergesse alles um mich herum und feiere ein Fest. Auch mein Glaube will dazu beitragen, ab und an den Alltag zu vergessen und ein Fest zu feiern. Ein Fest, weil ich was Wichtiges gefunden habe, einen Grund zum Feiern, eine Unterbrechung des Alltags. Zum Beispiel sonntags oder Weihnachten oder Ostern. Zu gewissen Zeiten darf ich den Schatz meines Glaubens an Gott in den Mittelpunkt stellen und ihn feiern.

Einen Schatz kann ich anschauen, kann ihn betrachten, mich an ihm erfreuen und erkennen, wie wertvoll er ist. In meinem Glauben habe ich die Bibel, die Geschichten um das Volk Israel und die Geschichten um und von Jesus. Ich kann sie lesen, betrachten, darüber nachdenken, mich in sie hineinversetzen und schauen, was noch Wertvolles darin steckt. Bestimmt kann ich noch vieles entdecken in diesem Geschichtenschatz, was mir guttut und von dem ich profitiere. Ein Schatz macht mich reich, eröffnet neue Möglichkeiten, die vorher nicht erreichbar waren. Ich kann die Beschränkungen, die mich vorher umgaben, niederreißen, sie gelten nicht mehr.

Wenn mein Schatz aus Geld oder Gold besteht, kann ich Reisen machen oder ein großes Haus kaufen. Der Schatz des Glaubens eröffnet neue Möglichkeiten. Er lässt uns hinter den Vorhang des Todes schauen.

Der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern die Auferstehung von den Toten. Sterben und Tod sind eine Durchgangsstation auf der Reise in ein neues Land. Ein Land, in dem Liebe nicht verloren ist. Ein Land, in dem die Sehnsucht ihr Ziel findet. Der Schatz meines Glaubens lässt mich anders auf mein Leben schauen. Sehe ich nicht hin und wieder etwas von dem großen Segen, der uns verheißen ist, in meinem Leben aufblitzen? In einem Lachen, einer Umarmung, einer duftenden Blüte? Vielleicht muss ich nur genauer hinschauen, um die Schätze im Alltag zu entdecken, von denen mein Glaube spricht: Die Liebe, die den Augenblick erfüllt, eine Hoffnung, die nicht ohne Grund ist und sich erfüllen wird. Ein bisschen Glück hier und da, ein Moment manchmal nur, aber ein Versprechen auf Gottes Zukunft mit uns.

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