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Sozialdemokraten in Rellingen : Der "rote Rambo" zu Besuch

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

SPD-Landesvorsitzender Ralf Stegner findet als Gastredner beim Neujahrsempfang schmissige Weisen und klare Worte.

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Vor 20 Jahren hatte er in Rellingen gewohnt, engagierte sich zu der Zeit in der Baumschulgemeinde als bürgerliches Ausschussmitglied. Wohl nicht zuletzt deshalb hatte Christian Zimmermann, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, Ralf Stegner zum Neujahrsempfang der Rellinger Genossen eingeladen. Der hochkarätige Gast, mittlerweile Chef des SPD-Landesverbands Schleswig-Holstein und designierter Bundesvorsitzender, ist bekannt für klare Worte, oft bissig, aber jetzt wesentlich zahmer als vor einigen Jahren, als er noch als "roter Rambo" galt.

Davon überzeugten sich etwa 120 Besucher am Wochenende im "Rellinger Hof". Gekommen waren unter anderen Rellingens Bürgermeisterin Anja Radtke, der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann, SPD-Kreischef Thomas Hölck, die SPD-Landtagsabgeordneten Beate Raudies und Kai Vogel, Kommunalpolitiker aus Rellingen und Umgebung, Kreispräsident Burkhard Tiemann (CDU) sowie Vertreter von Vereinen, Verbänden und der Wirtschaft.

Vor den klaren Worten Stegners gaben erst einmal die Spielleute des Musikzugs Rellingen schmissige Weisen zum Besten. Anschließend unternahm der Gast aus Kiel einen Streifzug durch fast alle landes- und bundespolitischen Themen der vergangenen Monate, selbstverständlich nicht, ohne die Große Koalition („GroKo“) von SPD und CDU/CSU ausführlich zu erläutern. "Ich gelte nicht als ausgewiesener Freund großer Koalitionen, sie ist aber das Ergebnis dessen, was die Bürger gewählt haben. Es ist eine demokratische Entscheidung", sagte Stegner. Die "GroKo" habe zudem einen anderen Aspekt, nämlich den, dass ihr auch eine große Mehrheit der an der Befragung teilgenommen SPD-Mitglieder zugestimmt hätte. Zwei Aufträge interpretiert Stegner aus dem Ergebnis: die Vereinbarung umsetzen und so arbeiten, dass die SPD beim nächsten Mal wieder allein regieren kann.

"Aus sozialdemokratischer Sicht ist es ein guter Vertrag", führte Stegner weiter aus. Beispielhaft dafür nannte er die für 2015 geplante Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns, die abschlagsfreie Rente mit 63 nach 45 Versicherungsjahren, die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft sowie eine stärkere Regulierung und Kontrolle des Finanzmarkts. Zur schleswig-holsteinischen Landespolitik stellte der 54-Jährige fest, dass die Kieler Regierung im Gegensatz zu CDU und FDP etwa bei der Bildung "eine ganz andere Priorität" setze. In Sachen Energiewende habe das nördlichste Bundesland "ein enormes Wertschöpfungspotenzial". Und die Kommunen sollen als Partner des Landes stärker einbezogen werden: "Wir werden den Finanzausgleich nicht so betreiben, dass es Stadt gegen Land geht", versprach Stegner.

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