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Pinneberger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 10:15 Uhr

RoboCup-AG : Der Roboter als Dribbelkünstler

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Informatikstudent Martin Poppinga aus Halstenbek programmiert Maschinen – und hat Erfolg bei internationalen Wettkämpfen.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Halstenbek | Roboter Atlas surrt vor sich hin. Mit den abwechselnden Worten „Stop“, „Start“ und „Walk“ wandert er über den Fußboden. Der Roboter holt mit einem Bein aus, um zu schießen. Atlas hat besondere Fähigkeiten. Er kann einen Ball gezielt einwerfen und Gegner umdribbeln.

Dass der Roboter derartige Funktionen beherrscht, liegt an Informatikstudenten wie Martin Poppinga (21) aus Halstenbek. Er ist seit 2012 Mitglied der RoboCup-AG an der Universität Hamburg und bringt menschenähnlichen Robotern das Fußballspielen bei. Das ist eine große wissenschaftliche Herausforderung. Denn die menschenähnlichen Maschinen sollen im Spiel Aufgaben meistern wie mit anderen Robotern präzise Doppelpässe zu spielen.

Bei den Wettkämpfen spielen die kleinen Maschinenmenschen mit Tennisbällen. Die Tore sind gelb, der Untergrund ist ein grüner Teppich und der Ball ist orange. „Und dabei ist immer zu beachten, dass die Roboter nicht ferngesteuert, sondern komplett autonom sind“, erläutert der Informatikstudent.

Der RoboCup ist ein internationales Projekt. Die beteiligten Teams kommen von Universitäten aus der ganzen Welt. Dabei steht vorrangig der Austausch von Wissen im Vordergrund. Ziel ist es, den Fortschritt in Hard- und Software von autonomen Computern erlebbar zu machen. Es gibt verschiedene Roboter-Ligen aus Bereichen wie Fußball, Rettung und Industrie.

Der 21-jährige Poppinga spielt in der „Humanoid Kid Size League“. Das bedeutet: Mit seinen Beinen, Armen und Kopf ist der 60 Zentimeter große Roboter dem Menschen ähnlich. Die genauen Bestimmungen werden jeweils an den Stand der Technik angepasst. „Das heißt beispielsweise, dass der derzeit noch etwas zu große Fuß bei Atlas noch mehr auf die Körpermaße des Roboters abgestimmt wird“, erläutert Poppinga. In jedem Jahr werden die Regeln in der Liga verschärft. Die in Südkorea gebauten Roboter müssen immer menschenähnlicher werden. Alle angehenden Wissenschaftler arbeiten daran, dass der Roboter genau weiß, was auf dem Spielfeld zu tun ist, wo er hinläuft, ob er tritt oder sich hinschmeißt.

Wie andere AG-Mitglieder tüftelt Poppinga gerne am Roboter, in dem sich ein programmierter PC befindet. Der Informatikstudent war bereits im vergangenen Jahr bei der Weltmeisterschaft in Eindhoven, Niederlande dabei. Eine ganze Woche lang kamen mehr als 3000 Teilnehmer aus 45 verschiedenen Ländern. „Die Stimmung war super, es war auch die niederländische Königin unter den Zuschauern“, erzählt der 21-Jährige. Die Veranstalter zählten etwa 40.000 Besucher.

Das Projekt lebt von Spenden. Es wird großteilig vom Fachbereich unterstützt. Die Roboterforschung ist daraufhin ausgerichtet, Menschen zu helfen. So genannte Rescue-Roboter sind so konstruiert, dass sie in Katastrophengebieten helfen können (rescue/retten).

Die RoboCup-AG der Universität Hamburg hat derzeit 14 Mitglieder, die bei den kommenden Deutschen Meisterschaften ein möglichst gutes Ergebnis erzielen möchten. Das größte Ziel: die amtierenden – lebenden – Fußballweltmeister bis zum Jahr 2050 zu besiegen. Mithilfe der Wettkämpfe sollen die Fortschritte in der Robotik aufgezeigt werden und der Ehrgeiz gefördert werden.

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