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Pinneberger Tageblatt

21. August 2017 | 21:37 Uhr

Hasloh : Der Resthof wurde zwangsversteigert

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ein Quickborner erhält den Zuschlag. Er zahlt 207.100 Euro für das Gebäude und 7078 Quadratmeter Fläche am Klövensteen.

Hasloh | Saal vier des Pinneberger Amtsgerichts, Außenstelle Am Rathaus, am Dienstagmorgen um 10 Uhr: Auf der Tagesordnung steht die Zwangsversteigerung des ehemaligen Resthofs Am Klövensteen 27 mit Nebengebäuden und 7078 Quadratmetern Fläche. Etwa 50 Personen drängeln sich in das Zimmer, sämtliche Stühle sind besetzt, alle warten darauf, dass Rechtspflegerin Gabriele Ammann beginnt.

„Der Verkehrswert des Objekts beträgt 83.000 Euro“, verliest Ammann. Als Belastungen seien Abfallentgelte von 1019,31 Euro, die an den Kreis Pinneberg zu entrichten sind, sowie eine Forderung der Gemeinde Hasloh für Abwassergebühren in Höhe von 1965,23 Euro fällig. „Das Mindestgebot liegt bei 21.207,24 Euro, dies entspricht den Kosten des Verfahrens zuzüglich der erwähnten Belastungen“, erklärt Ammann.

Um 10.21 Uhr gibt die Rechtspflegerin den Startschuss zur Abgabe der Gebote. „Die Zeit, in der Gebote abgegeben werden können, beträgt mindestens eine halbe Stunde“, erläutert Ammann. Kaum hat sie ausgesprochen, geht da erste Gebot in Höhe von 50.000 Euro ein. Nur wenige Minuten später liegt die Summe bereits mehr als doppelt so hoch.

Besitzerwechsel nach 50 Minuten

Dann wird es zäh: Mal in eintausender-Schritten, mal um 500 oder um 100 Euro wird die jeweils aktuelle Summe überboten. Nach und nach steigen zehn Bieter in das Verfahren ein. Exakt 50 Minuten nach dem Start gibt der in Quickborn ansässige Sinisa Zabrdac mit 207.100 Euro das letzte Gebot ab – und erhält den Zuschlag. Was er mit Gebäude und dem umliegenden Gelände für die Zukunft plant, wollte der 42-Jährige auf Nachfrage dieser Zeitung erst „zu einem späteren Zeitpunkt“ beantworten.

Zu berücksichtigen sein wird, dass das Areal, das einst ein privilegierter landwirtschaftlicher Betrieb war, im Außenbereich der Gemeinde Hasloh liegt und damit Paragraph 35 des Baugesetzbuchs zum Tragen kommt. So dürfen etwa Wohngebäude umgebaut werden. Abriss und Neubau sind jedoch nur dann zulässig, wenn erneut eine privilegierte Nutzung vorgesehen beziehungsweise nachgewiesen ist.

Verfahren beim Bauamt anhängig

Laut Gesetz sind Einzelfälle zu prüfen und die Gemeinde muss in den zuständigen Gremien ihr Einverständnis erteilen. Unabhängig davon, ob und was am Klövensteen verändert werden wird, stehen dem neuen Besitzer Gespräche mit der Bauordnungsbehörde des Kreises ins Haus: Nach Informationen dieser Zeitung ist dort seit längerer Zeit ein Verfahren anhängig. Auch der Verdacht, dass Teile des Erdreichs kontaminiert sein könnten, steht im Raum. Zuletzt hatten die Hasloher Politiker mehrfach – auch auf Drängen der Bevölkerung – versucht zu unterbinden, dass Lkw Bauschutt unbekannter Herkunft auf dem Areal abladen.

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erstellt am 10.Mär.2016 | 15:00 Uhr

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