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Interaktive Karte : Der Rehmenfeld-Plan nimmt Fahrt auf

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Auf dem 49 Hektar großen Areal sollen Wohnungen und Gewerbe entstehen. Ein Ingenieursbüro stellt das Konzept im Ausschuss vor.

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erstellt am 21.Jan.2016 | 14:00 Uhr

Pinneberg | Eingerahmt vom Fahlt im Norden, der Rellinger Straße im Süden, der Wasserskianlage im Westen und der Autobahn 23 im Osten liegt das Rehmenfeld. Die Stadt hat schon länger ein Auge auf die knapp 50 Hektar große Brachfläche geworfen, will dort ein Wohn- und Gewerbegebiet errichten. Was bereits 2011 erstmals diskutiert und im Herbst 2014 mit einem Grundsatzbeschluss festgezurrt wurde, nimmt nun konkrete Formen an. Am Dienstagabend stellten Mitarbeiter eines Hamburger Planungsbüros im Stadtplanungsausschuss ihre im Auftrag der Pinneberger Verwaltung entwickelten Ideen vor. Nächstes Ziel ist die Aufstellung eines Bebauungsplans.

Zwei Varianten präsentierten die Planer den Ratsherren und dem – für einen Ausschuss der Stadt Pinneberg – diesmal recht zahlreich erschienenen Publikum. Die Grundstruktur ist bei beiden Versionen gleich: Erschlossen werden soll das Gebiet von der Rellinger Straße aus, die Trasse soll zwischen den Hausnummern 27, einem Aldi-Markt, und 29, einer Gärtnerei, entlang führen. Ziemlich exakt in der Mitte des Rehmenfeldes soll der bisherige Kirchsteig, aktuell ein Feldweg, zur Hauptverkehrsachse mit Allee-Charakter in Ost-West-Richtung ausgebaut werden. Gemein ist beiden Versionen außerdem, dass die Gewerbeflächen im Osten, in Autobahnnähe, die Wohnbebauung hingegen im westlichen Teil des Areals angesiedelt werden soll. Geschosswohnungen seien dabei ebenso denkbar wie Einfamilienhäuser.

Was das Verhältnis zwischen beiden Nutzungsarten betrifft, so hören die Gemeinsamkeiten allerdings auf. So sieht Variante eins ein in etwa ausgewogenes Verhältnis von Wohnungsneubau (9,3 Hektar) und Gewerbe (9,7 Hektar) vor, bei Version zwei überwiegen die Gewerbeflächen deutlich (13,3 zu 6,0 Hektar). Das erste Modell beinhaltet zudem einen breiten Grünstreifen zwischen Wohn- und Gewerbeflächen. Bei der Alternative fällt dieser Korridor wesentlich schmaler aus.

Weil es sich bei dem Thema lediglich um eine Mitteilung der Verwaltung an den Ausschuss handelte, musste am Ende nicht abgestimmt werden. Kontrovers ging es aber trotzdem zu. Insbesondere Manfred Stache (Grüne und Unabhängige) ging auf Konfrontationskurs mit Stadt und Planern. Gegenüber dem Flächennutzungsplan seien gleich mehrere Grünflächen zusammengestrichen worden. „Wozu brauchen wir den dann überhaupt noch?“, fragte er. Bauamtsleiter Klaus Stieghorst konterte: „Der Flächennutzungsplan soll nur grundsätzliche Perspektiven aufzeigen.“ Spätere Abweichungen seien gang und gäbe. Dass nicht alle Ausgleichsmaßnahmen zur Kompensation der Eingriffe in die Natur innerhalb des Rehmenfeld-Gebietes durchgeführt werden könnten, räumten die Planer indes ein.

Auch die Verkehrsanbindung sorgte darüber hinaus für Diskussionsbedarf. „Die Situation im Umfeld dort ist jetzt schon schwierig, die Autobahnzufahrt Pinneberg-Süd wird dann künftig noch mehr belastet“, sagte Carl-Eric Pudor (CDU). Ein Verkehrsgutachter soll nun noch einmal im Planungsausschuss vorsprechen.

Die Bürgerinitiative Rehmenfeld-Retter, die sich gegen die Bebauung ausspricht, übte auf Nachfrage dieser Zeitung harsche Kritik. „Kein Wort wurde über die Folgekosten verloren, die sich auf die notwendige Infrastruktur beziehen“, sagte Initiative-Mitglied Claudia Kreuz. Dass gerade jetzt das Rehmenfeld entwickelt werden soll, obwohl „weder die geplanten Gewerbegebiete an Müssentwiete und Ossenpadd vermarktet“ worden seien, sei schon sehr erstaunlich.

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