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Kreis Pinneberg : Der Pflegebedarf ist nicht gedeckt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Fachdienst Soziales veröffentlicht den Datenreport 2014. Zu wenig Fachkräfte im vollstationären Bereich.

von
erstellt am 30.Nov.2014 | 11:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Zu wenige Menschen sind im Kreis Pinneberg beruflich im Bereich der vollstationären Pflege tätig – und in Zukunft droht die Schere zwischen Angebot und Bedarf noch größer zu werden. Zu dieser pessimistischen Prognose kommt der Fachdienst Soziales des Kreises Pinneberg in seinem Datenreport Pflege 2014, der am kommenden Donnerstag, 4. Dezember, dem Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Gleichstellung und Senioren vorgelegt wird.

Danach hat sich die Zahl der Pfleger in sämtlichen vollstationären Pflegeeinrichtungen im Kreis Pinneberg von 2005 bis 2011, dem letzten Jahr der Datenerfassung, zwar leicht erhöht, nämlich von 1399 auf 1566. Dem gegenüber steht allerdings eine größere Zunahme der Zahl der vollstationär versorgten Pflegebedürftigen. Hier ist die Rede von 3244 Betroffenen im Jahr 2011 – im Jahr 2005 waren es noch 2902. Damit wird dem Report zufolge der Bedarf schon heute nicht abgedeckt. Schlimmer noch: Bis 2028 könnte die Zahl der vollstationär Versorgten sogar auf 3457 steigen. „Der nicht mehr abzudeckende Bedarf an ausgebildeten Fachkräften wird das wesentliche Hindernis für die Vorhaltung einer bedarfsgerechten Pflegeinfrastruktur sein“, heißt es in dem Papier.

Dabei ist zu beachten, dass der Kreis Pinneberg zu denjenigen in Schleswig-Holstein zählt, in denen der Anteil der vollstationär Gepflegten an der Gesamtzahl der Pflegebedürftigen seit Jahren sogar leicht sinkt und 2011 erstmals die 40-Prozent-Grenze unterschritten hat. Das heißt im Umkehrschluss: Alle Versorgungsarten zusammengerechnet, stellt sich das Thema Pflegebedürftigkeit noch dramatischer dar. Dem Report zufolge ist die Zahl der Pflegebedürftigen im Kreis Pinneberg insgesamt von 7047 im Jahr 2005 auf 8207 im Jahr 2011 gestiegen, 2016 soll die Grenze zur Fünfstelligkeit erstmals überschritten werden. Grund dafür ist in erster Linie die demografische Entwicklung: Der Datenreport geht von mehr als 6000 Über-90-Jährigen im Jahr 2030 aus. Aktuell gibt es nicht einmal die Hälfte.

Um den prognostizierten Personalnotstand zu beheben, schlägt der Report Maßnahmen vor, die „die Inanspruchnahme professioneller Angebote möglichst lange hinauszögern“. Dazu würden unter anderem der Ausbau „niedrigschwelliger“ Betreuungsangebote, die Realisierung ambulant betreuter Wohn- und Hausgemeinschaften sowie der Aufbau von Netzwerken älterer Menschen zur Unterstützung von Selbsthilfe zählen.

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