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Kreis Pinneberg : Der Müll wird nun digital erfasst

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Hameg in Tornesch-Ahrenlohe hat knapp 150.000 Behälter mit Funkchips ausgestattet. Das Fazit für die Aktion fällt positiv aus.

shz.de von
erstellt am 03.Mär.2016 | 14:00 Uhr

Kreis Pinneberg | 150.000 Behälter für Bio- und Hausmüll  wurden innerhalb der vergangenen drei Jahre mit Funkchips und Aufklebern ausgestattet. Auf den Chips wird die Adresse, für die die Tonne ausgegeben wurde, gespeichert, auf dem Aufkleber können die Nutzer erkennen, welche Daten ihrem Behälter zu geordnet sind. „Wir haben gedacht, dass wir schneller durch sein würden“, so Herbert Schultze, Geschäftsführer der Hausmülleinsammelungsgesellschaft (Hameg), die für die Entsorgung im Kreis Pinneberg zuständig ist. Das Problem sei jedoch: Wenn unregistrierte Tonnen aufgespürt werden, wisse die Hameg noch nicht, zu welchem Haushalt dieser Behälter gehört. „Wir haben keine Daten darüber, wer wo wohnt oder welche Telefonnummer er hat“, sagt Schultze.

Die Bilanz zu der Ausstattung mit Funkchips von Schultze fällt insgesamt positiv aus. „Bis 2013 wussten wir nicht, ob die Anzahl der Müllbehälter in der Region wirklich so hoch war, wie in unseren Buchungen“, sagt Hameg-Chef Schultze, „Wir geben die Behälter heraus und haben erst wieder mit ihnen Kontakt, wenn sie geleert werden.“ Um den Behälterbestand, aber auch, ob die Leerung  wie geplant erfolgt ist, zu erfassen, wurden seit 2013 fast 150.000 Mülltonnen mit der neuen Technik ausgerüstet.

Wird eine Tonne am falschen Ort  aufgestellt, erhält der Fahrer Dank der Funktechnik eine Meldung. Wird eine Tonne geleert, wird an der Schüttung – die Vorrichtung, mit der diese in das Müllauto entleert wird – registriert und automatsch abgeglichen, ob diese für die Route, die gerade gefahren wird, vorgesehen ist. Ist ein Behälter bereits geleert worden, wird dieser nicht nochmals, etwa weil er in einer Seitenstraße noch einmal hingestellt wird, von der Schüttung aufgenommen. Das komme jedoch nicht häufig vor.

Häufiger sei jedoch, dass Behälter falsch zugeordnet seien. „In vielen Fällen haben wir den Behälterbestand bereinigt“, sagt Schultze. So hatte der Nachbar beispielsweise jahrelang für eine 80 Liter Tonne bezahlt, jedoch den 120 Liter Behälter genutzt, der eigentlich auf ein anderes Grundstück gehöre. Der Unterschied sei für den Laien kaum erkennbar, so Schultze, eine Verwechslung daher also schnell geschehen.

Auch für die Routenplanung der Hameg bedeutet das System eine Erleichterung. So lasse sich laut Schultze nun besser ermitteln, wieviele Tonnen auf einer Tour entleert werden und wieviel Gewicht diese insgesamt ergeben. „Dabei geht es nicht um das einzelne Gewicht, sondern um die Gesamtmenge.“ Vor der Ausrüstung mit den Funkchips habe man für die Routenplanung aufwendig jede Tonnen wiegen müssen und daraus einen Schnitt errechnet. Inzwischen lasse sich die Anzahl der Behälter dank der neuen Technik unkompliziert ermitteln.

Schultzes Mitarbeiter in den Müllfahrzeugen hätten anfangs verhalten reagiert. „Da kam dann die Frage: ‚Was müssen wir noch alles tun‘“, sagt er. Mittlerweile werde die Technik jedoch auch von ihnen positiv gesehen. „Es ist eine Maßnahme um die Arbeit abzusichern“, sagt Schultze. So senden die Fahrzeuge regelmäßig per GPS ihren Standort. Dadurch ließen sich auch unkompliziert Fehler entdecken. „Wenn ein Fahrer, der eine Route vertretungsweise fährt, beispielsweise in den Dörfern einmal nicht zu einem Hof abbiegt, dann können wir das relativ schnell nachvollziehen“, sagt Schultze. Trotzdem sehe seine Truppe das System nicht als Bedrohung. „Es gab eine Hemmschwelle und es ist nicht so, dass die Fahrer das System am Schreibtisch bedienen, sondern unterwegs. Teils müssen sie zunächst weiterfahren, bevor sie etwas eintragen können und da merkt man dann doch die Grenzen des Systems“, so Schultze. Insgesamt habe sich die Installation jedoch gelohnt.

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