Unterflurcontainer : Der Müll soll im Kreis Pinneberg unter die Erde

Holms Bürgermeister Walter Rißler (CDU) ist präsentiert die unterirdischen Glascontainer.
Holms Bürgermeister Walter Rißler (CDU) ist präsentiert die unterirdischen Glascontainer.

Drei Kommunen haben Unterflurbehälter installiert. Kosten von bis zu 15.000 Euro pro Stück.

shz.de von
15. Februar 2018, 14:00 Uhr

Holm/Tornesch | Sie sind hässlich, sie sind laut, sie stinken: Müllcontainer an öffentlichen Sammelplätzen. Die Gemeinde Holm hat sich nun für 30.000 Euro die Luxusvariante gegönnt und drei sogenannte Unterflurcontainer installiert. Im Kreis Pinneberg gibt es bisher nur drei vergleichbare Entsorgungsplätze.

Ein Modell für die Zukunft?

Seit 2010 gibt es in Rellingen am Ellerbeker Weg unterirdische Sammelbehälter: einen für Glas und einen für Papier. „Hauptgrund, die Unterflurcontainer aufzustellen, waren Anwohnerbeschwerden. Vor allem abends und am Wochenende sei es zu laut gewesen“, sagt Michaela Warnecke vom Rellinger Ordnungsamt auf Anfrage von shz.de. Damals habe es ein Sonderangebot des Unternehmens Sulo gegeben. Der Hersteller von Müllbehältern aus dem nordrhein-westfälischen Herford wollte für seine Untergrundsysteme werben. Samt Einbau sollten die beiden Container damals insgesamt 9300 Euro kosten.

„Früher hatten oberirdische Container noch keine Schallschutzdämmung. Wir haben uns ein ruhigeres Befüllen des Glasbehälters versprochen und der Lärm ist auch tatsächlich reduziert worden“, sagt Warnecke. Moderne Behälter verfügten heute jedoch über eine Schalldämmung. „Am Ellerbeker Weg haben wir heute sowohl oberirdische Container als auch Unterflurcontainer. Es gibt keinen Unterschied und auch keine Beschwerden mehr.“ Ein Problem sei jedoch geblieben: Obwohl die Unterflurbehälter optisch deutlich attraktiver sind, stellten die Menschen bei Überfüllung trotzdem immer wieder rücksichtslos Flaschen und Papier an den Sammelplätzen ab.

Prisdorf als Vorreiter

Vorreiter im Kreis Pinneberg war Prisdorf. An der Kreuzung Hauptstraße/Hudenbarg stellte Sudo 2009 drei Unterflurbehälter auf und übernahm auch die Kosten dafür. Für Bürgermeister Rolf Schwarz (BBP) ist das eine Erfolgsgeschichte. „Das System hat sich bewährt. Wir haben lange über einen Containerstandort diskutiert. Er befindet sich nun mitten im Dorf und er ist auch relativ sauber“, sagt Schwarz. Der große Vorteil aus seiner Sicht: Weil die Unterflurcontainer mit ihren vergleichsweise kleinen Einfüllstutzen auch innerhalb von Siedlungen akzeptiert werden, wächst die soziale Kontrolle. „Der Standort ist gut einsehbar und nachts beleuchtet. Deswegen haben wir kaum Probleme mit Vermüllung. Wer den Sammelplatz verdreckt, muss auch damit rechnen, beobachtet zu werden“, sagt Schwarz. Außerhalb gelegene Container dagegen wie am Ossenpadd zwischen Pinneberg und Kummerfeld oder am Pinneberger Haidkamp machten regelmäßig einen völlig verwahrlosten Eindruck.

Würde die Gemeinde sich wieder für unterirdische Behälter entscheiden, wenn sie die Kosten komplett selbst tragen müsste? „Es spricht viel dafür“, sagt Schwarz. Für oberirdische Container müsste innerorts ein Sichtschutz installiert werden. „Der kostet und verleitet wiederum dazu, alles mögliche an Dreck dort abzuladen.“

Lärmschutz in Holm

Die Holmer haben die Container auf eigenen Rechnung bezahlt. Dort ging es in erster Linie um den Lärmschutz. „Seit Jahren gab es Ärger, vor allem wenn nachts Flaschen eingeworfen wurden“, sagte Bürgermeister Walter Rißler (CDU) unserer Zeitung. Außer Lärmschutz und Sauberkeit haben die unterirdischen Container nach Angaben des Bürgermeisters einen weiteren Vorteil: Die breiten Einwurfstutzen sind barrierefrei zu erreichen.

Die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung (GAB) hat nach eigenen Angaben kaum Erfahrungen mit den Unterflursystemen. Sie seien von den Gemeinden in Eigenregie installiert worden. „Probleme bei der Leerung gibt es nicht“, sagt Herbert Schultze von der GAB.

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